Europa modernstes Bio-Gewächshaus steht in Aga

Europas modernstes Bio-Gewächshaus steht in Gera-Aga. Pieter van Berchum (r.), Geschäftsführer der Firma Gakon übergibt den symbolischen Schlüssel an Caroline Ullrich, Betriebsleiterin des Biohofs Aga.
  Es gibt sie doch noch, die gute Nachricht aus Gera. Sie kommt aus Aga, wo am vergangenen Freitag der Ortsverband Lebenshilfe Gera Stadt/Land e.V. zur symbolischen Schlüsselübergabe für das modernste Bio-Gewächshaus Europas und am Samstag zum Tag der offenen Tür geladen hatte.

Pieter van Berchum, Geschäftsführer der Firma Gakon, die das 95 Meter breite, 120 Meter lange und 6,3 Meter hohe Gewächshaus gebaut hat, überreichte den Schlüssel an Gartenbauingenieurin Caroline Ullrich, die künftig als Betriebsleiterin dafür verantwortlich zeichnet, dass auch Bio drin ist, wo Bio-Hof Aga draufsteht. Es ist aber nicht nur der Anbau von Bio-Produkten, der dieses Projekt so einzigartig macht, es sind vor allem auch die künftigen Beschäftigten die am 12. Mai mit dem Anbau von Gurken und Mitte Juni mit dem Tomatenanbau beginnen werden. Es sind Menschen mit Behinderung - chancenlos auf einem nur nach Leistung ausgerichteten regulären Arbeitsmarkt – die nun hoch motiviert und mit viel Engagement an die Arbeit gehen werden. Eine erste Bewährungsprobe haben sie schon mit Auszeichnung bestanden, ihre Ausbildung im Gewächshaus in Schkölen.

Bernd Koob, 1. Vorsitzender des OV Lebenshilfe Gera Stadt/Land e.V. sprach von einem historischen Tag in der behinderten Arbeit in Deutschland. Es ist auch ein Novum, das erstmals ein Wohlfahrtverband sich einer so gewaltige Herausforderung stellte, wie dem Biolandbau, betonte Birgit Diezel, Präsidentin des Thüringer Landtages und Vorsitzende der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Landesverband Thüringen e. V.

Ökologischer Gartenbau, Arbeit für Behinderte und regenerative Energiewirtschaft – für den Geraer RadhausChef bedeutet das: Hier wächst Zukunft und er wünscht sich, dass Bioerzeugnisse aus Aga künftig auch auf dem Geraer Wochenmarkt erhältlich sind.

Doch die besondere Sympathie gehörte Caroline Ullrich. Sie hatte einst die Vision für dieses anspruchsvolle in die Zukunft weisende Projekt, welches seit gut einem Jahr Monat für Monat zunehmend an Konturen gewonnen hatte und weiter gewinnt.

Zuversichtlich zeigte sich Bernd Koob hinsichtlich der Vermarktung für die Produkte vom Biohof Aga, einer europaweit geschützten Marke. Der Biohof sei keine Konkurrenz, meint Bernd Koob. Ihm geht es um das Aushandeln von fairen Preisen mit den Geschäftspartnern, da der erzielte Gewinn den Behinderten zu fließt und so auch für sie eine gerechte Entlohnung gewährleistet.

Ganzjährlich gefordert sind höchste Konzentration und Aufmerksamkeit, wird doch im Biohof Aga vollkommen auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel, Wachstumsförderer und Mineraldünger, wie sie im konventionellen Anbau zum Einsatz kommen, verzichtet. Zur Bestäubung der Blüten werden Erdhummeln eingesetzt. Schädlinge werden mit Nützlingen bekämpft. Ein Klimacomputer sorgt für optimale Bedingungen. Die Energie bezieht das Gewächshaus aus der Biogasanlage. Das Regenwasser wird in einem Rückhaltebecken aufgefangen und den Pflanzen wieder zugeführt.

Bis August sollen dann auch der Sozialanbau sowie die Sortieranlage fertig gestellt sein.
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Hannelore Grünler aus Artern | 14.05.2011 | 05:42  
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.05.2011 | 05:40  
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.05.2011 | 05:42  
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