Galgenfrist – am 10. Oktober ist internationaler Tag gegen die Todesstrafe

(Foto: AI)
Der Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 ist so formuliert:

„Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender ... Strafe unterworfen werden.“

Argumente gegen die Todesstrafe liegen längstens auf den Tisch:

Die Todesstrafe missachtet das Menschenrecht auf Leben. Sie stellt die grausamste und unmenschlichste Strafform dar. Es ist unmöglich, sie bei einer Fehleinschätzung der Justiz zu korrigieren. Sie ist die idealste Form, einen (geschäftlichen oder politischen) Gegner auf offizielle Weise zu beseitigen. Die Vollstreckung von ausgesprochenen Todesurteilen erfolgt entsprechend einer abschreckenden Absicht nicht selten öffentlich. Dies wiederum kann die Bevölkerung demoralisieren - wenn noch nicht einmal der Staat die Unverletzbarkeit des Lebens achtet.

Tatsache jedoch ist:
„Die ICCPR (Menschenrechtskonvention) erlaubt Todesstrafen für "most serious crimes". Was dazu zählt, entscheiden die Regierungen selbst.“ (G. Kamphausen).
So stehen wir vor der Situation, dass völkerrechtlich legitimiert Menschen auch wegen Homosexualität, angeblicher Blasphemie oder Drogenbesitzes exekutiert werden.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik positioniert sich klar gegen die Todesstrafe:

„Die Todesstrafe ist völkerrechtlich nicht ausdrücklich verboten. Als völkerrechtlich bindend gelten lediglich die in Artikel 6 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte ("Zivilpakt") enthaltenen Mindestnormen. Danach sind Todesurteile nur für schwerste Verbrechen erlaubt und die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Jugendliche unter 18 Jahren und schwangere Frauen verboten.
Deutschland und unsere Partner in der EU verfolgen seit vielen Jahren eine aktive Politik gegen die Todesstrafe. Idealerweise könnte am Ende dieser Entwicklung eine weltweite Ächtung und möglicherweise ein völkerrechtliches Todesstrafenverbot stehen. „

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Me...

Menschenrechtsorganisation wie Amnesty International oder Initiative gegen die Todesstrafe e.V. so wie die Kirchen setzen sich für eine weltweite Ächtung der Todesstrafe ein. Ob den Hinrichtungen tatsächlich nur noch eine Galgenfrist bleibt, bleibt zu hoffen. Bis dahin gibt es noch Viel zu tun.

Weitere Informationen sind zu finden
https://www.amnesty.de/10-jahre-internationaler-ta...
http://www.schildower-kreis.de/todesstrafe/
http://todesstrafe-nachrichten.jimdo.com/
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1 Kommentar
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 07.10.2012 | 17:48  
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