„Gummibärchen gegen Schoko-Teddy“

So lautete die Schlagzeile eines Artikels, der vor kurzem meine Aufmerksamkeit erregte. Ich dachte zuerst an Kinder, die sich eine Belohnung aussuchen durften. Vielleicht ging es auch um einen Mannschaftswettkampf in lustigen Kostümen.

Stutzig wurde ich dann allerdings bei dem Satzanfang „Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte zunächst fest, dass …“ Moment mal: Das oberste deutsche Gericht gegen Fruchtgummi und Co?
In der Tat! Es ging um einen Markenrechtsstreit zwischen Haribo und dem Schweizer Süßwaren-Hersteller Lindt & Sprüngli. Ich las weiter: „Der Fruchtgummihersteller vertrat die Ansicht, dass die Gestaltung des Schokobären“ - in Goldfolie verpackt sitzend und mit roter Halsschleife und Anhänger- „eine unlautere Nachahmung seiner Gummibärchen darstelle und zudem seine Marken verletze.“ Außerdem könne die „Ähnlichkeit eine Verwechslungsgefahr bei den Verbrauchern auslösen.“
Wow, so viel kriminelle Energie hatte ich den Schweizer Eidgenossen gar nicht zugetraut.
Dennoch hat der BGH nun gegen Haribo entschieden oder anders gesagt: Die Lindt-Bären dürfen in den Regalen bleiben. Nach nur vier Jahren Prozessieren finde ich diese Entscheidung allerdings etwas übereilt. Ungeachtet dessen konnte ich den weiteren Ausführungen in dem Artikel über Pro und Contra zum BGH-Urteil nur noch bedingt folgen. Zu sehr beschäftigt mich seitdem die Angst, als Otto-Normal-Verbraucher im Einkaufsgefecht den Schweizer Schoko-Teddy nicht von den Bonner Gelatine-Bärchen unterscheiden zu können.

Was hilft da? Nur eins: Gesunden Menschenverstand gegen krankes Markenrecht anwenden oder mit anderen Worten gesagt: So hohl können doch nur Schokoladen-Hohlkörper sein!

Wer sich sein eigenes Urteil bilden will, der lese gern die 35 unfassbaren Seiten „Im Namen des Volkes“ BGH-Urteil vom 23.09.2015 (AZ: I ZR 105/14).
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