Hassgesang in Gera

am 05. Juli soll zum 12. Mal ein überregionales Rechtsrockfestival in Gera stattfinden/ Verfassungsschutz warnt vor dem Einfluss rechtsextremer Musik



Der Verfassungsschutzbericht 2013, der gerade veröffentlicht wurde, geht explizit auf die Bedeutung des Rechtsrockes innerhalb der Neonaziszene ein. So wird festgestellt: „In Liedtexten wird Gewalt nicht nur gerechtfertigt, sondern mehr oder minder offen zur Gewalt aufgerufen.“ Und weiter heißt es:“ Angeheizt durch aggressive Liedtexte …kommt es bei rechtsextremistischen Konzertveranstaltungen nicht selten auch zu körperlichen Auseinandersetzungen …In Einzelfällen kann sich diese Aggressivität auch situativ gegenüber Vertretern der ideologischen Feindbilder entladen, etwa gegenüber Polizisten.“

Im Bericht des Thüringer Verfassungsschutzes findet die Veranstaltung „Rock für Deutschland“ ausdrücklich Erwähnung.

Am 5. Juli wollen Rechtsradikale die Stadt Gera wieder als Ort nutzen, um ihren Hassgesang zu verbreiten. Was uns da erwartet, können wir wissen, wenn wir wirklich einmal die Liedtexte wahrnehmen, die dort gesungen werden. Im vergangenen Jahr konnten die Besucher u.a. folgende Zeilen hören: „Hass und Vergeltung haben wir uns geschworen, unsere Herzen die wurden zu Stein“ oder „Jesus konnte angeblich über Wasser gehen. Scheiß drauf, ich geh über Leichen.“ In den Liedern der Bands wurde der Zweite Weltkrieg, die SS der die Rassistenorganisation Ku-Klux-Klan verherrlicht. Mit ihrem Bezug zu Rache und Vergeltung hatten manche Songs deutlichen Bedrohungscharakter.

In diesem Jahr soll u.a. eine Band mit Namen „Straffmaß“ auftreten. Auf deren ersten Album „Wir kriegen euch alle” aus dem Jahr 2010 findet sich der Song „Combat 18″. Hinter dem Namen „Combat 18“ verbirgt sich eine rechtsterroristische Organisation. Diese agiert in Europa und wird für zahlreiche Gewalttaten, Morde, Morddrohungen, Brandsätze oder Sprengstoffanschläge verantwortlich gemacht.

Viele Menschen wollen sich mit dem Hassgesang in Gera nicht abfinden. Sie wehren sich auf unterschiedliche Weise gegen dieses Rechtsrockkonzert. Und sie haben alle guten Gründe dafür.
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Hannelore Grünler aus Artern | 23.06.2014 | 03:18  
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