„Ich geh über Leichen“

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Musikalischer Hass bei Rock für Deutschland


Auch 2013 hat das rechtsextreme Musikfestival „Rock für Deutschland“ seine Botschaft ertönen lassen. Über 700 angereiste Rechtsradikale zelebrierten den musikalischen Hass. Doch wer weiß schon genau, was dort auf der Bühne abgeht?

Doch über den Geist dieses Treffens sollten auch die unbeteiligten Geraer keinen Zweifel haben. Was sie wollen, was sie vertreten, die „Rock für Deutschland“-Fans, wird schon auf den ersten Blick erkennbar. Ein Besucher trägt das T-Shirt mit der Aufschrift „Jesus konnte angeblich übers Wasser gehen. Ich geh über Leichen.“ Dies wiederum ein Zitat aus einem Lied von Lunikoff, der an diesem Tag als Star der rechten Szene gefeiert wird. Lunikoff war einst Sänger und Texter der Rechtsrockband „Landser“, die vom Bundesgerichtshof als kriminelle Vereinigung eingestuft wurde, und hat u.a. wegen Volksverhetzung, Billigung von Straftaten und Beschimpfung von Bekenntnissen eine mehrjährige Haftstrafe abgesessen. Für einstige Kameraden, die sich von ihm trennten, hat er nur Gift und Galle übrig:
„Vom Frühstück bis zum Abendbrot /wünscht ich mir ihr wäret Tod /Ach wär das wunderwunderschön/Nie wieder eure Fressen sehen“. In Gera hat Lunikoff auch alte „Landser“-Songs gespielt, so z.B. „Vergeltung“, in dem es heißt: „Hass und Vergeltung haben wir uns geschworen... Deutschland erwache!“ Und im Lied „Lenker der Schlachten“ singt er von den Deutschen als ein Volk ohne Raum, die ohne Rücksicht gegen die ganze Welt marschieren sollen: „Doch sollten wir verlieren/
War der Kampf auch noch so lang/Dann soll der Erdball zittern/Bei unser'm Untergang“.

Die machen ja nur Musik – so höre ich es bis heute aus mancherlei Mund. Doch diese Musik ist musikalische Propaganda; und Propaganda bereitet der Gewalt den Boden. Wir sollten ernst nehmen, was da angedroht wird. Was stand auf dem T-Shirt? „Ich geh über Leichen“.

Es ist gut und wichtig, dass sich Menschen unserer Stadt und darüber hinaus diesem musikalischen Hass widersetzen. Gegenkundgebung und Friedensgebet, Demonstration und Mahnwache, Protestcamp und die „ich-geh-drauf“ Aktion – das waren verschiedene Formen des Widerstandes. Und die unbeteiligten Geraer sollten wissen, warum sich Menschen mit „Rock für Deutschland“ nicht abfinden woll3en und können.
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Hannelore Grünler aus Artern | 24.07.2013 | 21:15  
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