Kritische Anmerkungen zum geplanten Hochwasserschutzim Bereich Gera-Süd an der Weißen Elster

Leserbrief - Bernhard Trommer aus Gera

Am 22.08.16 hatten die Bürger von Gera-Zwötzen und andere Interessierte die Möglichkeitan einer Vorinformation zum geplanten Hochwasserschutz südlich der Zwötzener Elsterbrücke teilzunehmen.

Bei dieser Informationsveranstaltung wurden die Teilnehmer gebeten auch selbst
Vorschläge zu unterbreiten was zu einer sinnvollen Lösung des Hochwasserproblems
beitragen könnte.

Es wurden drei Varianten vorgestellt die alle mehr oder weniger in die bestehende
Infrastruktur durch das Aufweiten der Deichanlagen eingreifen.Bei dem vorgesehenen Areal handelt es sich um Mischgebiet wie Gewerbeflächen, private Grundstücke, Gartenanlagen, Teil eines Sportplatzes und möglicherweise 1-3 Einfamilienhäuser.

Fragen von Bürgern warum nicht versucht wird diese Flut an Wassermassen
Länderübergreifend(Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt)zu minimieren wurde abschlägig beantwortet. Nach Berechnungen von Fachleuten bringt das nichts war die Antwort.

Ein Bürger wollte wissen warum die der Elster vorgelagerten Talsperren im Einzugsgebiet nicht ihrer Hauptaufgabe nämlich den Hochwasserschutz dienen?Die Antwort vom Referent(Name ist bekannt)fand ich wenig Aufschlußreich.Nach seiner Aussage ist die Steuerung einer Talsperre eine der kompliziertesten Arbeiten überhaupt.Allgemein ist bekannt das Talsperren primär dem Hochwasserschutz, einer regulierbaren Abflussmenge und teilweise der Energiegewinnung dienen sollen.Hier habe ich den Eindruck diese Prioritäten haben sich verschoben.

Sicher spielen neu hinzugekommene Aspekte eine Rolle.Ich denke hier an die touristischen Erschließungen wie Campingplätze, Wochenendsiedlung, Fahrgastschifffahrt oder Fischereibetriebe die alle wohl gut gefüllte Talsperren sehen wollen.

Ich glaube aber das es richtig ist Zufluss und Abfluss in ein dauerhaftes Verhältnis zu bringen damit immer für kurzzeitigen erhöhten Zufluss genügend Stauraum vorhanden ist. Einige Talsperren haben auch noch Vorstaus und Nachstaus die ebenfalls bei der
Wasserregulierung helfen können. Im Einzugsbereich der Weißen Elster gibt es außer den großen Sperren wie Pirk und Pöhl noch einige Mittelgroße die alle verstärkt in den aktiven Hochwasserschutz mit einbezogen werden sollten. Hier sind vor allem der Elsterstau bei Elsterberg, Leuba, Zeulenroda, Weida und Aumatalsperre zu nennen. Weitere kleine Stauseen die Teils als Anglergewässer oder zur Beregnung von Agrarflächen genutzt werden möchte ich hier gar nicht aufführen.

Da bekanntlich viele Kleine im Normalfall kaum wasserführende Bächlein bei Starkregen zu reißenden Flüssen anschwellen können und damit das Gesamtvolumen der Weißen Elster ausmachen, sollte man doch hier versuchen alle bestehenden Staumöglichkeiten zu nutzen.

Umso unverständlicher ist es das in diesem Zusammenhang Auffangbecken wie die
Krebsbachtalsperre Teichwolframsdorf zurückgebaut wurde oder wie vorgesehen bei der Weidatalsperre über deren Rückbau noch diskutiert wird.

Es gibt außerdem in den Nebenflußtälern der Weißen Elster noch viele Möglichkeiten
z .B. Wiesengrundstücke in Tallagen durch kleine einfache Querdämme mit reduzierten
Durchlass staufähig zu machen um dort im Bedarfsfall Hochwasserspitzen zurückzuhalten. Bei Nichtbedarf könnte das Terrain weiter als Weideland dienen.

In Gera geht man laut Berechnung von Hochwasserexperten bei einem noch etwas
erhöhten Wasserdurchfluss wie 2013 von einer Menge von 581m³ pro Sekunde aus.
Wenn diese angenommene Wassermenge um nur zirka 20% gesenkt werden könnte,
würden die bestehenden Deichanlagen wohl ausreichen. Diese Variante ist sicher
preisgünstiger als wenn jede Anliegerstadt ihr eigenes Süppchen kocht und zig Millionen in den Hochwasserschutz investiert, außerdem braucht keine Infrastruktur zurückgebaut werden und alle nachfolgenden Ortschaften und Flüsse profitieren ebenfalls davon.

Ein Vorbild ist hier das Land Sachsen, wo z.B. bei Starkregen bisher reißende Gebirgsflüsse aus dem Erzgebirge verehrende Schäden anrichteten. Hier wurde teilweise durch neu geschaffene Auffangsperren ein stabiler Hochwasserschutz erreicht. Besonders das Flüsschen Müglitz sei hier genannt, darüber kam erst kürzlich eine Sendung im MDR.

Zu dieser Problematik bitte ich die Leser ausdrücklich um Stellungnahme, auch gegenteilige Meinungen, begründet sind willkommen.
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