Kunsthaus passé? Wohin wird Gera gehen?

Wolang geht´s?
Kunsthaus passé! Museumskonzept hinfällig! Freibad nicht in Aussicht! Radrennbahn auf Eis! - Da fragt man sich doch, wo denn Gera eigentlich hin will. Was will man? Welches Profil soll unsere Stadt bekommen? Unterhält man sich mit Einheimischen "Ureinwohnern" da fallen sogar solche Worte wie "Provinz", "provinziell". Ist das nicht erschreckend? So fühlt man sich in einer Stadt, die sich scheinbar aufgegeben hat, wo Visionen versagen. Vor Jahren habe ich in einer Freizeiteinrichtung ein 12-monatiges selbstentwickeltes Kulturprojekt mit Kindern einer Grundschule geleitet. Der Name des Projektes lautete "Woher? und Wohin?" und es ging um ihre Heimatstadt, die bei Exkursionen (neu) entdeckt wurde. Eltern waren eingeladen, uns zu begleiten. Hier gab es manch einen, der erstmals dieses Gersche Highlight besuchte. Die Kinder verarbeiteten ihre Erlebnisse in kleinen Kunstwerken, Texten und einem Theaterstück vom Türmer von Gera. Und sie gestalteten ihre Visionen in fantasiereicher Form. Sie zeichneten ein Bild eines modernen weltoffenen Gera, das sich mit Weltstädten vergleichen kann. Im Laufe des Projektes stieg bei den Kindern und Familien die Freude und das Interesse an ihrer Stadt, unserem Gera.

Und wie soll es jetzt in Gera weitergehen? Was sagt die große Politik? Wo werden wir hingehen mit unserer einst reichen und jetzt noch immer kulturreichen Stadt? Sind die Kaufinteressenten für das Kunsthaus glaubwürdig? Wie war das gleich mit der SRH, dem Verkauf des Waldklinikums oder den Wohnungen, die weit unter Wert verkauft wurden? Ich sehe einem Verkauf des ehemaligen Bankgebäudes mit großen Bauchschmerzen entgegen und hoffe, dass die Stadtpolitiker, die hier mitzuentscheiden haben sehr kritisch jedes Angebot eines Interessenten hinterfragen.

Oder sollte man dem Kunsthaus noch eine Chance geben, da dieses für die Stadt und für ein Profil jenseits von Provinzialität eine Supersache wäre? Sollte nach Wahlkampf mit Schlammschlacht in der Bevölkerung, der Stadtpolitik, den Ämtern, dem Kuratorium, dem Förderverein, Land und Bund ein neuer Optimismus siegen und Kampfgeist an den Tag gelegt werden? Wird es Bürger in Gera geben die die Begeisterung und den Elan haben Menschen zu gewinnen, die für das Kunsthaus spenden wollen? Wenn man in Nordfrankreich versucht mit Kunst das verschlafene Städtchen Lens zu neuem Leben zu erwecken sollte das in Gera allemal möglich sein. Denn Gera hat schon jetzt viel zu bieten. Knüpfen wir doch daran an und geben dem Kunsthaus noch ein Jahr Zeit!
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
3 Kommentare
53
Alfred Luthardt aus Heiligenstadt | 16.12.2012 | 19:17  
1.616
Lutz Leipold aus Ilmenau | 17.12.2012 | 10:30  
85
Ralf Kirchner aus Gera | 11.01.2013 | 20:05  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige