Minister Dieter Lauinger in Liebschwitz und Ernsee – Vertreter des Kirchenkreises Gera informieren sich in den Erstaufnahmeeinrichtungen.

Migrationsminister Dieter Lauinger trifft Flüchtlingskinder auf den Fluren der Erstaufnahmestelle im ehemaligen Wismut-Krankenhaus
 
Christian Kurzke, Michael Keßler, Ulrich und Hanna Kiethe (v. li.) vom Kirchenkreis Gera nahmen am Rundgang mit dem Minister teil.
Gera: Erstaufnahme für Flüchtlinge | Thüringens Minister für Migration Dieter Lauinger (Grüne) informierte sich diese Woche in den Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge in Gera über den Stand und die Planungsperspektive.
Zunächst besuchte er die ehemalige Berufsschule in Gera-Liebschwitz. Der Ortschaftsrat und Organisationen, die derzeit bei der Betreuung der Flüchtlinge mitarbeiten bzw. eine bestimmte Projektarbeit anstreben, waren ebenfalls anwesend. Die OTEGAU, Arbeitsförder- und Berufsbildungszentrum GmbH Ostthüringen/Gera hat für das Projekt ThINKA Unterstützung durch das Land erhalten. Innerhalb dieses Projektes soll die qualifizierte soziale Betreuung und Beratung sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch der Flüchtlinge gestärkt werden. Dazu gibt es bereits mehrere Absprachen mit dem Liebschwitzer Ortsteilrat.
Das ehemalige Schulgebäude ist teilsaniert, bezugsfertig und von Thülima, der landeseigenen Liegenschaftsbehörde abgenommen. Damit kann die bisherige "Notunterkunft" Turnhalle wieder der Freizeitbeschäftigung übergeben werden. Die aktuell dort untergebrachten Flüchtlinge sind inzwischen auf die Kommunen verteilt worden. Wenn alle Betten aus der Turnhalle in die Schule verlegt sind, stünden dann insgesamt 280 Plätze zur Verfügung. Derzeit könnten 124 Flüchtlinge in Zimmern unterbracht werden. Die Belegung der Räume reicht von acht bis zu 18 Schlafplätzen. In den Räumen gibt es weder Tische, Stühle oder Schränke. Ortteilbürgermeister Michael Schleicher empfand die Unterbringung als nicht menschenwürdig. Minister Lauinger und Schreiber vom DRK bestätigten gemeinsam, dass aufgrund sinkender Flüchtlingszahlen die derzeitigen Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft werden und eine 70-80%-ige Belegung angestrebt wird. Das, so Lauinger, wird auch Möglichkeiten eröffnen, einige Betten durch Schränke oder Spinde zu ersetzen und damit eine Privatsphäre für die Flüchtlinge zu schaffen. Laut Immobilieneigentümer Uwe Haubold aus Scheuditz wurden insgesamt 600 000 Euro in die Umgestaltung der Berufsschule investiert. Neue sanitäre Anlagen sind auf den Etagen entstanden, die Elektrik und der Brandschutz wurden verbessert. "Der Schaffung der Erstaufnahmeeinrichtung in Liebschwitz war nicht einfach", bestätigt Dieter Lauinger, "wir hatten zum frühesten möglichen Zeitpunkt informiert, was in den aktuellen Situationen gar nicht mehr möglich war. Die Inbetriebnahme hatte sich zwar etwas verzögert, aber ich bin zuversichtlich, dass die jetzige Situation zufriedenstellend ist." Seit dem 1. Dezember besteht ein Mietvertrag mit dem Land.

In der Erstaufnahmeeinrichtung, dem ehemaligen Wismut Krankenhaus ließ sich Minister Lauinger vom DRK über die aktuelle Situation informieren.
Die Belegung beläuft sich derzeit zwischen 800 und 1000 Flüchtlingen.
Täglich bringen, nach Angaben des Landesverwaltungsamtes, Busse Menschen zur dezentralen Unterbringung in die Kommunen. In diesem Gebäude sieht Lauinger viel Potential. Er informierte, dass ab Anfang Januar eine Außenstelle der Arbeitsagentur Gera/Altenburg eröffnen wird und so eine Beratung vor Ort erfolgen kann. Die neu geschaffene Krankenstation mit 30 Betten ermöglicht eine medizinische Betreuung vor Ort. Wöchentlich findet eine Sprechstunde mit einer Hebamme statt. Über inzwischen fünf Neugeborene informierte Peter Schreiber vom DRK Jena-Eisenberg-Stadtroda. Ein Mädchen hat von ihren Eltern den Namen Angela Merkel bekommen. Noch immer ist die Registrierung der Flüchtlinge nicht einheitlich und wird von unterschiedlichen Stellen mehrfach durchgeführt. Es gibt Ideen für eine Chipkarte, mit der eine einfachere Bearbeitung möglich wird. Lauinger sprach sich für einen Umzug des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) von Hermsdorf nach Gera aus. Damit würden gemeinsam mit Suhl in Thüringen zwei zentrale Punkte für Thüringen bestehen. "Wir möchten nach der Notsituation der letzten Wochen in den Erstaufnahmeeinrichtungen wieder eine Qualitätsstandard bringen.", erklärt der Minister. "Dazu zählen Möglichkeiten für Sport, Gebet, Kinderspiel, und als Gemeinschaftsräume. Auch sollen wieder Sprachkurse in den Erstaufnahmenstellen angeboten werden und die Verweildauer der Flüchtlinge soll hier steigen."

Die Pastoren Hanna Kiethe (Krankenhausseelsorge), Michael Keßler (Zwötzen,Liebschwitz) und Christian Kurzke (Rüdersdorf und sieben weiteren Gemeinden) waren bei dem Rundgang durch das ehemalige Wismut Krankenhaus dabei. Christian Kurzke bereiste bereits mehrfach den Nordirak und hat dort Flüchtlingslager besucht. Darüber informierte er in den Kirchengemeinden der Stadt. In diesem Jahr besuchte er eine Partnerkirche im Libanon. Auf 300000 Libanesen kommen dort ca. 300000 syrischen Flüchtlinge. Wichtig sei die Hilfe vor Ort, damit die Menschen nicht diesen gefährlichen Weg nach Europa gehen müssten.
Wie letztes Jahr mit einer Spendenaktion für christliche Hilfsorganisationen im Nordirak, plant der Kirchenkreis Gera, aus dem Etat 2016 die evangelische Landeskirchengemeinde in Minyara (Libanon) und die neu entstandene Charity Klinik für die medizinische Betreuung der Flüchtlinge zu unterstützen.
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