Neujahrsempfang 2013 der Stadt Gera stand ganz im Zeichen der Wirtschaft

    Gera: Theater | Walter Bauer, Geschäftsführer der Electronicon Kondensatoren GmbH, ist zum Neujahrsempfang der Stadt Gera von Dr. Viola Hahn mit dem Ehrenpreis 2013 der Oberbürgermeisterin ausgezeichnet worden. Damit würdigt OB Dr. Hahn seine hervorragenden Verdienste um die gewerbliche Entwicklung der Stadt Gera. „Das Unternehmen hat sich zu einem der weltweit führenden Hersteller von Kondensatoren entwickelt. Damit verbunden ist das stetige Wachstum der Belegschaft. Der übergroße Teil der jungen Menschen, die in den zurückliegenden Jahren im Unternehmen ausgebildet wurden, und eine große Anzahl der Zeitarbeiter zählen mittlerweile zur Stammbelegschaft. Wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung gehören zusammen“, erklärte die Oberbürgermeisterin heute Abend vor 750 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport im Konzertsaal der Bühnen der Stadt.

Der Ehrenpreis der Oberbürgermeisterin soll künftig jährlich zum Neujahrsempfang an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich in besonderem Maße um die Stadt verdient gemacht haben. Mit der Gestaltung des Preises werden Geraer Künstler betraut. Der Ehrenpreis für Walter Bauer stammt aus der Hand des Grafikers und Illustrators Prof. Rolf F. Müller, der u.a. den „Goldenen Spatz“ und damit das Symbol des gleichnamigen Deutschen Kinder-Medien-Festivals geschaffen hat.

Der Neujahrsempfang 2013 stand ganz im Zeichen der Wirtschaft. „In Gera geht wieder etwas“, verwies Oberbürgermeisterin Dr. Hahn auf die Botschaft, die von einer Unternehmensumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen ausgeht. Demnach hatten im Frühjahr 2012 die Geraer Firmen ihre Geschäftslage und die Erwartungen für die Zukunft sowie ihre Beschäftigungs- und Investitionsbereitschaft noch negativ bewertet. Im Herbst 2012 drehte dieser Index deutlich ins Plus. „Damit nicht genug: Von allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Ostthüringen konnte nur die Stadt Gera eine Verbesserung bei der Beurteilung der Wirtschaftslage erreichen. Diese positive Entwicklung wollen wir in diesem Jahr fortsetzen“, erklärte die Oberbürgermeisterin.

Auch für die Menschen gewinnt Gera an Attraktivität. Dr. Hahn verwies darauf, dass die Stadt im vergangenen Jahr so anziehend wie nie zuvor in der Nachwendegeschichte war. Gera habe einen Wanderungsgewinn von 312 Einwohnern zu verzeichnen – es sind also deutlich mehr Menschen nach Gera zu- als aus der Stadt weggezogen.

Kern der städtischen Wirtschaftspolitik ist es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich ortsansässige Unternehmen weiterentwickeln und die Stadt für Investoren attraktiv sei. Ab dem Jahr 2014 soll die Gewerbesteuer wieder auf Thüringer Normalniveau zurückgeführt werden.

Im Mai ist die Stadt Gera Partner beim Frühlingsfest der Landesvertretung in Brüssel. „Ich verspreche mir davon wichtige politische und wirtschaftliche Kontakte“, betonte Dr. Hahn gerade vor dem Hintergrund sich verändernder Förderbedingungen der Europäischen Union.

Dass Wirtschaftsförderung im Geraer Rathaus Chefsache ist, wird sich auch in der neuen Verwaltungsstruktur widerspiegeln. Dr. Hahn richtet eine Stabsstelle Wirtschaft ein, die unmittelbar der Oberbürgermeisterin unterstellt ist. Gegenwärtig läuft die Stellenausschreibung.

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Gera 2030, das im Herbst dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorliegen soll, stellt die Stadt Gera in diesem Jahr die Weichen für die nächsten rund zwei Jahrzehnte.

„Die Stärkung der Wirtschaft ist die Kernfrage, damit unsere Stadt die Potenziale erschließt, um dringend notwendige öffentliche Investitionen finanzieren zu können“, hob OB Dr. Hahn hervor. Oberste Priorität habe das Ziel, zeitgemäße Lern- und Lehrbedingungen an den Geraer Schulen zu schaffen. In den nächsten Tagen werde die Rathauschefin den Stadträten konkrete Maßnahmen unterbreiten. „In diesem Jahr wollen wir 7,6 Millionen Euro in die Schulen investieren, davon sind 5,3 Millionen Euro Eigenmittel“, erklärte Dr. Hahn. In vier Monaten soll die Sanierung der Berufsschule Technik in der Berliner Straße 157 vollendet werden. Zum Schuljahresbeginn im Sommer wird die Astrid-Lindgren-Grundschule in Langenberg saniert sein. Die Integrierte Gesamtschule wird im Herbst aus ihrem Auslagerungsstandort wieder in die sanierte Schule zurückziehen können. Und für den Campus Rutheneum des Goethegymnasiums soll mit der Bauplanung begonnen und der Fördermittelantrag gestellt werden.

Der Maler Otto Dix wird auch künftig eine wichtige Rolle für die Stadt Gera spielen. „Wir sind im engen Kontakt mit der Dix-Stiftung und dem Kultusministerium – denn es ist unser gemeinsames Anliegen, Otto Dix endlich angemessen zu repräsentieren“, sagte OB Dr. Hahn. Sie äußerte sich zugleich zuversichtlich, im Zuge des Interessenbekundungsverfahrens für das leerstehende Gebäude der ehemaligen Bundesbankfiliale eine zukunftsgewandte Lösung zu finden.

Breiten Raum in der Neujahrsansprache der Oberbürgermeisterin nahm die Stärkung der Bürgerbeteiligung und die Würdigung des Ehrenamtes ein. Dr. Hahn erinnerte daran, dass 1498 Menschen an der ersten großen Bürgerumfrage im Herbst teilnahmen und ihre Anregungen für die Stadtentwicklung unterbreiteten. Im Stadtrat wurde eine Einwohnerfragestunde eingeführt. Die Oberbürgermeisterin dankte den vielen tausend ehrenamtlich tätigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und insbesondere den Mitgliedern des Stadtrates, den Ortsteilbürgermeistern und Ortsteilräten. „Sie bringen das Wertvollste ein, was sie besitzen: einen guten Teil ihrer Lebenszeit. Das verdient allerhöchste gesellschaftliche Anerkennung“, unterstrich die Rathauschefin. „Gera. Gemeinsam. Gestalten. – das bleibt die Zukunftsformel für unsere Stadt. Wenn wir auf unsere Kräfte vertrauen, mit unseren Nachbarn und Partnern eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten, werden wir Gera weiter voranbringen. Wir können voller Mut und Zuversicht in dieses Jahr 2013 gehen“, hob sie hervor.

Mit dem Neujahrsempfang, der erstmals wieder im Theater stattfindet, unterstreicht die Stadt Gera ihre Verbundenheit mit Theater & Philharmonie Thüringen. Erst im Dezember war die Finanzierungsvereinbarung für die Jahre 2013 bis 2016 besiegelt worden. Damit konnte im zweiten Anlauf die Finanzierung des einzigen Fünf-Sparten-Theaters in Thüringen gesichert werden. Das Programm des Neujahresempfanges gestalteten die Thüringen Harmonie, Solisten des Thüringer Staatsballetts, der Konzertchor des Goethegymnasiums/Rutheneum seit 1608 und das Ensemble „Honey on lips“.
21
3
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
3 Kommentare
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 26.01.2013 | 00:42  
7.498
Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 26.01.2013 | 10:48  
5.691
Petra Seidel aus Weimar | 27.01.2013 | 17:50  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige