SHR-Klinikneubau Gera: Kulturvoll genesen

Dr. med. Uwe Leder, Geschäftsführer des SRH Wald-Klinikums auf der Station"Friedrich Schiller. Hier im "Kulturkrankenhaus" gibt es neben der Reliefplastik des Namenspatrons auch Wissenswertes über ihn und seine Epoche zu lesen.
 
Im Eingangsbereich trifft moderne Architektur auf Kunst in Form der Reliefplastiken der Namenspatrone, die den Stationen ihre Namen geben.
Gera: SRH Waldklinikum | Interview mit Dr. med. Uwe Leder, Geschäftsführer des SRH Wald-Klinikums zum Klinikneubau
Gera. Nach rund sechsjähriger Bauzeit präsentiert sich das SRH Wald-Klinikum in neuem Gewand und mit einer neuen Idee: als Kulturkrankenhaus. Das hochmoderne Diagnostik- und OP-Zentrum, Notaufnahme und zwei Bettenhäuser bieten Patienten eine optimale medizinische Versorgung, Service auf hohem Niveau und ein Wohlfühlklima. Zum Neu- und Umbau fragte der AA Gera bei Dr. med. Uwe Leder, Geschäftsführer des SRH Wald-Klinikums, nach.


Dr. Leder, wie viel wurde in den Neu- und Umbau des SRH-Klinikums investiert?
Insgesamt 160 000 Millionen Euro, davon trägt das Klinikum 60 und das Land Thüringen 100 Millionen Euro.

Warum ein Neubau?
Einmal aus ökonomischen Aspekten. Die alten Gebäude zu sanieren, diese Kleinteiligkeit zu belassen, rechnet sich nicht. Zum anderen entspräche das nicht den Anforderungen der heutigen Medizin, in der interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Facharztbereiche ein wesentlicher Bestandteil ist. Im neuen Klinikkonzept liegen diese Bereiche direkt nebeneinander. Das ermöglicht den Dialog zwischen den Kollegen auf kürzestem Weg.

Der kompakte Standort bietet aber nicht nur den Ärzten Vorteile?
Nein, auch die Patienten profitieren von den kurzen Wegen und müssen das Haus nicht verlassen. Salopp gesagt, gelangen sie quasi in Pantoffeln zu ihren diagnostischen Untersuchungen und zurück ins Bett.

Wie viele Betten gibt es?
Im Neubau 900 Betten, verteilt auf 25 Stationsbereiche zwischen 15 und 60 Betten. Die 2-Bettzimmer sind identisch und hochwertig ausgestattet und bieten Kassen – und Privatpatienten gleich hohen Komfort.

Der Bau ist unkonventionell?
Ja – einmal durch seine Architektur, die Funktionalität mit einer besonderen Optik verbindet. Zu sehen an den Bettenhäusern, die in Schiffsbugform entstanden. Im Inneren blickt man somit nicht mehr auf ellenlange, „sterile“ Gänge. Trotz seiner sieben Etagen wirkt der Bau nicht wuchtig, ist Licht durchflutet. Und er wurde für die Zukunft konzipiert. Die Konstruktion des Baukörpers ist aufgrund nur weniger tragender Elemente maximal flexibel. So kann die Raumaufteilung schnell und einfach verändert werden.

Und zum anderen?
Mit der Idee des Kulturkrankenhauses, einem Novum in Deutschland. Die optimale medizinische Versorgung ist eine Seite. Zur Genesung trägt aber wesentlich auch das Ambiente, die Wertschätzung bei. Der Patient muss sich wohl, geborgen und aufgehoben fühlen. Dieses subjektive Empfinden hat Einfluss auf seine aktive Mitarbeit.

Beschreiben Sie diese „Kultur“ konkret?
Man begibt sich auf eine Zeitreise durch die deutsche Kulturgeschichte, die im Eingangsbereich beginnt und bis in Patientenzimmer und Flure reicht. Wir haben ein künstlerisches Leitsystem geschaffen, bei dem die einzelnen Stationen keine Nummern mehr tragen, sondern die Namen historischer Persönlichkeiten aus dem 8. bis 20. Jahrhundert, wie Martin Luther, Friedrich Schiller, Hildegard von Bingen, Carl Zeiss und andere. Das prägt sich besser ein und erleichtert die Orientierung. An jedem Stationseingang befindet sich die entsprechende Reliefplastik des Namenspatrons, abgerundet mit Wissenswertem zu ihm und seiner Zeit. Regionale Künstler schufen für jedes Patientenzimmer drei Bilder zur jeweiligen Epoche, die im Kleinformat schon im Flur zu sehen sind. Und noch etwas Neues soll das Krankenhausleben bereichern: Ab April werden Kulturschaffende aus der Region auftreten – täglich für eine halbe Stunde Kleinkunst, das ist unser Anspruch dabei.


Hier die Persönlichkeiten des Stationsleitsystems:
10. Jhd. Roswitha von Gandersheim, Mystikerin und Dichterin
11. Jhd. Godehard von Hildesheim, Wohltäter
12. Jhd. Hildegard von Bingen, Heilerin
13. Jhd. Elisabeth von Thüringen, Wohltäterin
14. Jhd. Gertrud von Helfta, Mystikerin
15. Jhd. Tilmann Riemenschneider, Künstler
16. Jhd. Martin Luther, Theologe
17. Jhd. Heinrich Schütz, Komponist
18. Jhd. Friedrich Schiller, Dichter
19. Jhd. Carl Zeiss, Mechaniker
20. Jhd. Walter gropius, Architekt
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