"Von der Straße an den Verhandlungstisch" – Die ersten Runden Tische in Thüringen vor 25 Jahren

Wann? 26.11.2014 19:00 Uhr

Wo? Museumsstuben, Greizer Str. 37, 07545 Gera DE
Erstes Gespräch am Runden Tisch des Bezirks Gera, 09.12.1989 (Foto: Wolfgang Beringschmidt - Stadtarchiv Gera)
Gera: Museumsstuben | Die Friedensgebete in den Kirchen waren 1989 ein Ausdruck des Aufbegehrens gegen die herrschende SED-Diktatur und die allgegenwärtige Bespitzelung durch die Staatsicherheit.
Bereits im September 1988 gründete Gabriele Damm, Regieassistentin und Dramaturgin am Geraer Theater von 1978 bis 1989, als Mitglied der Basisgruppe Ökologie am Katholischen Gemeindezentrum eine Umwelt-, Friedens- und Informationsbibliothek in Gera.
In dieser Zeit stand Gabriele Damm unter fortlaufender Überwachung durch die Staatsicherheit. Seit dem Frühjahr '89 fanden in der katholischen Kirche St. Elisabeth Friedensgebete statt. Immer mehr Menschen versammelten sich im Laufe des Herbstes in den städtischen Kirchen. Nach dem Friedensgebet am 22. Oktober 1989 in Gera gingen erstmals einige hundert Jugendliche auf die Straße, um ihrer Forderung nach Meinungs- und Pressefreiheit Ausdruck zu verleihen. Eine Woche später formierten sich wöchentlich bis zum 18. März 1990 friedliche Protestdemonstrationen im Geraer Stadtzentrum.
Am 09.12.1989 kamen erstmals Vertreter der Demonstranten, der Kirchen und der neuen politischen Gruppen mit Funktionären des Parteiapparates am Runden Tisch des Bezirks Gera zusammen. Die Runden Tische zwischen Dezember ’89 und Februar ’90 wurden wichtige Einrichtungen im politischen Umbruch der DDR.
Welchen Einfluss nahmen sie auf Beschlüsse in der Lokalpolitik?
Wie ist ihre Tätigkeit aus damaliger und heutiger Sicht zu bewerten?
Welchen Anteil hatten sie am Demokratisierungsprozess in der DDR?
Zu diesen Fragen und in Gedenken an diese Anfänge der parlamentarischen Demokratie in der ehemaligen DDR findet am 26.11.2014 eine Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen statt. Eingeladen sind Gabriele Damm und Michael Stolle. Beide haben den Umbruch in Gera aktiv mit gestaltet. Michael Stolle studierte an der Hochschule für Musik Leipzig Dirigieren und Klavier. Als 1. Kapellmeister war er zunächst beim Staatlichen Orchester Sondershausen engagiert. Er verweigerte den Dienst an der Waffe und wurde Bausoldat. 1989 kam er nach Gera und wurde 1. Kapellmeister an den Bühnen der Stadt. Daneben arbeitete er als Liedbegleiter, Kammermusik-Pianist und Cembalist. Im September 1989 war er maßgeblich an der Gründung der Geraer Ortsgruppe des Neuen Forums beteiligt, deren Sprecher er bis Mai 1990 war. Er nahm in dieser Funktion am Runden Tisch des Bezirks Gera teil und wurde später Stadtverordneter und Leiter des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport. Seit 1997 ist er Kapellmeister und Studienleiter am Mitteldeutschen Landestheater in Wittenberg.

Moderiert wird das Gespräch von Stephan Schack aus Naumburg/Saale.

Veranstalter ist das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" Jena.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termin in Gera:
Mittwoch, den 26.11.2014
Ort:
Museumsstuben im Ferberschen Haus (Gera)
Beginn:
19.00 Uhr
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige