"Warum scheuen sich Politiker nachhaltige Konzepte anzunehmen oder selbst zu entwickeln"

Seit Jahren verfolge ich jede Diskussionsrunde und Veröffentlichung wenn es um unsere Stadt Gera und dem Land Thüringen geht. Auch die letzte Diskussionsrunde des DGB und den anderen Direktkandidaten zur Landtagswahl 2014 habe ich verfolgt.


Leider gewinnt man den Eindruck, dass all das Engagement mit den großen Erwartungen welches die Politiker erhoffen etwas für die Menschen in Gera bewirken zu können, wie Seifenblasen zerplatzen werden. Warum? Weil niemand die wirklichen Zusammenhänge diskutiert oder überhaupt hinterfragt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass diese Zusammenhänge unsere Politiker nicht kennen. Frau Monika Gottwald hatte in dieser Diskussionsrunde aufgefordert die Zusammenhänge zu hinterfragen.

Warum scheuen sich Politiker nachhaltige Konzepte anzunehmen oder selbst zu entwickeln? Würde ein Politiker ein neues nachhaltiges Gesamtkonzept präsentieren, erntet er im ersten Reflex oft Unverständnis in den eigenen reihen und bei den Blockparteien. Diese wiederum gemeinsam mit den Medien sorgen dafür , dass bei vielen Menschen aus allen Schichten dasselbe Unverständnis wahrgenommen wird auch wenn sie davon stark profitieren würden. Dies ist teilweise verständlich, da sich in unserer „schnelllebigen Zeit“ kaum jemand die Zeit nimmt, umfassende Lösungen komplett nachzuvollziehen. Heute ist man vor allem dank unserer modernen Medienwelt daran gewöhnt, dass alles abgekanzelt wird, was man nicht in zwei Sätzen auf Talkshow-Niveau darstellen und seinen Gesprächsgegnern um die Ohren schlagen kann. Ein gewisses Niveau des konstruktiven Umgangs miteinander sowie eine Bereitschaft, sich mit umfassenderen alternativen Gedankengängen auseinanderzusetzen ist eine Grundvoraussetzung für eine ernsthafte Diskussion. Denn dazu muss sich ein Politiker zuerst von den Grenzen der heutigen Systeme und dem daraus resultierenden, möglicherweise vorhandenen Denkkorsett befreien.

In dieser Diskussionsrunde waren zwei Parteien ausgeschlossen. Aber bei einer Partei welche den EURO hinterfragt sollte zugehört werden. Die Gründungsväter Europas wollten ein Europa des Rechts und der Rechtsstaatlichkeit. Die heutigen Regierungen des Euro Raums, die EU Kommission und die EZB verabreden sich hingegen zum kollektiven Rechtsbruch, obwohl die EU Kommission als Hüterin der Verträge und die nationalen Regierungen zum Schutz des Rechts verpflichtet sind. Es gibt sie, die Alternativen zum derzeitigen planwirtschaftlichen und rechtswidrigen Handeln der europäischen Regierungen und der EU Kommission. Diese müssen Diskutiert und nicht ausgeschlossen werden.

Nun zu den bevorstehenden Wahlen: Verstehen die Menschen was und warum Sie wählen? Doch zu ihrem Schutz muss ich vorab zu bedenken geben, dass ein typischer Wähler, sei es ein mittelständischer Arbeitgeber oder ein Arbeitnehmer tagsüber einfach keine Zeit hat, sich mit solchen wichtigen Themen zu beschäftigen und abends dafür meist zu erschöpft ist. In diesem Zustand bleiben dann oft nur noch das Sofa und der Fernseher.
Dabei bekommt man zuerst einmal durch die Nachrichten die gewünschte Meinung verpasst. Dann prasselt die Werbung auf einen nieder für Produkte die man nicht braucht und für Krankheiten, über die man dringend nachdenken sollte, um sie sich möglichst bald einzureden... Zwischen den Hollywoodschnipseln wird einem dann vor allem eines klar: Man ist zu klein, zu dick, braucht dringend ein eigenes Haus, besseres Auto, weißere Wäsche, größere Flachbildschirme, mehr Alkohol, schönere Lebensabschnittsgefährt(inn)en bzw. „Elitepartner“ und wieder mehr Medikamente.
Wo bleibt der Mensch. Die Aufgabe der Menschen besteht offenbar darin, zu arbeiten und durch Steuern, Abgaben, Miete, Zinsen und durch den Konsum von sinnlosem Plunder nur andere reicher zu machen, während sie das eigene Leben verpassen. Diese fleißigen Menschen müssen einfach nur funktionieren und werden dabei stets davon abgehalten, wichtige Fragen zu stellen.

Würden sie alle einmal innehalten, nachdenken und die Situation von außen betrachten, könnte dies für die Nutznießer der Umverteilung sehr gefährlich werden.

Ich halte diese Form der Ablenkung „systemrelevant". Es sollte jedoch Aufgabe von Politikern sein, genau dieses zu verhindern um den MENSCHEN GESTALTERISCHEN kreativen SPIELRAUM zu ermöglichen. Politiker müssen sich jedoch trauen, die Alternativen zu bedenken, zu wählen und anschließend mutig umzusetzen. Vor allem anfangen, die heute wieder vielfach geschürte Angst vor der Freiheit zu bekämpfen. Dieser Kampf beginnt mit einem freien Denken: Sie müssen sich trauen, die Ursachen unserer Krisen zu benennen.
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12 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 09.09.2014 | 10:32  
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Mike Picolin aus Gera | 09.09.2014 | 11:22  
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Antje Hellmann aus Jena | 09.09.2014 | 11:34  
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Mike Picolin aus Gera | 09.09.2014 | 12:19  
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Antje Hellmann aus Jena | 09.09.2014 | 13:05  
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Antje Hellmann aus Jena | 09.09.2014 | 14:23  
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Mike Picolin aus Gera | 09.09.2014 | 14:52  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 09.09.2014 | 17:27  
1.604
Mike Picolin aus Gera | 09.09.2014 | 18:50  
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Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 10.09.2014 | 22:44  
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Mike Picolin aus Gera | 11.09.2014 | 11:32  
2.146
Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 08.10.2014 | 22:05  
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