Wasser wie Mut schöpfen

Kathrin Engel von der Interventionsstelle Gera (re.) und die beiden dort im Praktikum tätigen Ilona Scherzberg und Georg Karsunke suchen noch jede Menge Schüsseln, Schalen, Tassen... für die Kampagne gegen häusliche Gewalt, die symbolisch zum Mut schöpfen auf den Markt am Simsonbrunnen einlädt.
Geraer Netzwerk gegen häusliche Gewalt sammelt Schüsseln für Aktionstag

Gera. Ein Tabuthema mit erschütternden Zahlen: Deutschlandweit hat jede vierte Frau bereits Gewalt durch ihren Partner erfahren. In jeder fünften Beziehung gibt es schwere Formen von Gewalt – Opfer sind Frauen und Männer. 2000 – diese Zahl steht allein für Gera. Die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Betroffene haben nicht den Mut, sich zu wehren, sich als Opfer zu „outen“. Sie leiden still. Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, etwas zu ändern, organisiert das Geraer Netzwerk gegen häusliche Gewalt am 15. Mai von 10 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz die Aktion „Mut schöpfen“.
Dafür benötigt es die Mithilfe der Geraer Bürger. Es gilt, mindestens 2000 Schüsseln, Kannen, Tassen, Krüge, Vasen, Schalen, ja selbst Eierbecher… zu sammeln, um am Aktionstag mit ihnen aus dem Simsonbrunnen symbolisch Wasser wie Mut zu schöpfen. Alle zusammen sollen auf das Ausmaß von häuslicher Gewalt aufmerksam machen. Jedes einzelne von ihnen steht für ein Opfer. So verschieden jedes Gefäß ist, so verschieden ist jedes Schicksal. Jeder Betroffene - Frau, Mann oder Kind - hat seine eigene Geschichte, die eigene Kraft und Art, damit umzugehen.
„Häusliche Gewalt geht uns alle an, sie findet in allen Schichten statt. Das Netzwerk in Gera ist engmaschig, Polizei, Frauenhäuser, Kinderschutzdienst, Jugendamt, Gerichte, Anwälte, Ehe- und Familienberatung, Weißer Ring, unsere Interventionsstelle und andere Einrichtungen arbeiten gemeinsam daran, Betroffenen zu helfen, sie ganz individuell und sensibel zu beraten, welche Wege sie aus der für sie scheinbar unlösbaren Situation finden können.
An uns können sich aber auch Nachbarn, Freunde, Bekannte wenden, die nicht wegsehen, sondern helfen möchten, aber nicht wissen, wie“, so Kathrin Engel von der Interventionsstelle Gera. Mit der Aktion sollen Betroffene wissen, dass sie beim Netzwerk Hilfe finden, dass sie nicht allein gelassen sind. Es gibt viele Möglichkeiten, Mut zu schöpfen, Hilfe zu holen und zu helfen.

Jeder, der ein Gefäß entbehren kann, egal welche Farbe, Form oder Größe, zeigt damit Gesicht und den Opfern Unterstützung und Mitgefühl – und ist natürlich wie alle Geraer eingeladen, das am 15. Mai mit seiner Anwesenheit zu unterstreichen.
Wer bisher nicht die Gelegenheit hatte, ein Gefäß abzugeben (Cafe Krümel, Kornmarkt 8a; Stadtteilbüro Lusan, W.-Petzold-Str. 10; Steinwegerich, Steinweg 4; Schatzhaus Gera, Karl-Matthes Str. 23; Interventionsstelle GeSa, Große Kirchstraße 9, Gera-Arcaden, Kundeninformation 1. OG), kann es gerne noch am Aktionstag mitbringen.
Mehr Infos: www.mut-schoepfen.de
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