Wie Rechtsextreme ihre Masken fallen lassen

Zum 17. Juni werden sie wieder schreien, dass sie gegen den Bolschewismus kämpfen und schon immer gegen den Kommunismus waren. Doch auf ihren Internetportalen lassen sie ihre Masken fallen, und zu Gesicht bekommen wir ihre totalitäre Fratze.

Während die Razzien in Moskau gegen Menschenrechtsorganisationen und ausländische Stiftungen bei Demokraten rund um den Globus Empörung auslösen, feiert eine nationalsozialistische Web-Seite diese Übergriffe unter dem Titel "Aus Verfolgern werden Verfolgte“. Mit Propagandasprache wird die Unterdrückung in Russland begrüßt:

„Am Besten den Stiftungsdreck, der sowieso volksfeindlich ist, mit all dem Gesindel drinnen ins Nordmeer schmeissen. All diese Stiftungen dienen nur dazu die Völker mit Homoehen, Mischrassismus, Hololügen und Judenküsserei etc. zu destabilisieren.“ Oder „Bravo, Putin!!! Er geht vor allem auch gegen "Amnesty International" des Juden Peter Benenson vor.“ Deutlich wird auch dieser Kommentar: „Diesen menschlichen Abschaum hätte man früher nach Sibirien geschickt, ohne Rückfahrkarte. Wo sind die "Gulags", wenn man sie braucht?“

Der Stalinismus wird gerechtfertigt. Er war ja immerhin nationalistisch und antisemitisch geprägt. Und eine Diktatur – da findet man doch Gemeinsamkeiten...Ähnliche Positionen nehmen rechtsextreme Kommentatoren übrigens auch bei Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea oder China ein.

„Deshalb gehen unsere besten Glückwünsche heute an Kim Jong-un und seine Frau Ri Sol-ju anläßlich der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter! Hoffentlich bekommt Kim Jong Un noch einen Sohn, der nach ihm einmal Nordkorea regieren wird."

Dieser ideologische Zynismus findet sich ebenso dort wieder, wo Kritiker der rechten Szene als „rote Lumpen“ und „Stasidiener“ denunziert werden. Diese Denunziationen treffen nämlich nicht selten Personen, die anerkannte Stasiopfer sind, die in der DDR gegen Willkür und Diktatur gekämpft haben, die sich unter hohen Gefahren um die Aufklärung zum Stalinismus verdient gemacht haben.

Die antikommunistische Geste der Rechtsradikalen ist nur propagandistisches Getöse. In Wirklichkeit hegen die neuen Nazis Sympathien mit allen untergegangenen und noch bestehenden Diktaturen. Sie hassen Demokratie, Menschenrechte und Menschen mit aufrechtem Gang. Sie verhöhnen in mehrfacher Hinsicht die Opfer der stalinistischen und maoistischen Regimes. Und sie wären selbst zu gern für kommende Menschenrechtsverletzungen bereit.
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2 Kommentare
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Uwe Zerbst aus Gotha | 09.04.2013 | 09:57  
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Antje Hellmann aus Jena | 03.05.2013 | 10:10  
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