Zusammenfassung der Podiumsdiskussion "Wirtschaftsstandort Gera" am 28.03.2012 im Pentahotel Gera

Wann? 28.03.2012 18:00 Uhr

Wo? Pentahotel , Gutenbergstraße, 07548 Gera DE
Gera: Pentahotel | 1. Frage an das Podium:
Wie würden Sie Den Wirtschaftsstandort Gera beschreiben?
Warum sollten Investoren nach Gera kommen?

Frau Dr. Hahn:
Wir haben die Nähe zur Autobahn, eine gute Infrastruktur das ist auch von der IHK bestätigt, aber gefühlt wird der Wirtschaftsstandort Gera leider Gera immer noch schlechter wahrgenommen.

Dr. Vornehm:
Ich will gar nicht alle aufzählen. Seit 2005 haben wir die Arbeitslosen in Gera halbiert. Gera hat sich ein Image aufgebaut gerade auch durch Otto Dix

Dr. Porst:
Ich dachte schon anhand meines Vorredners die Frage falls verstanden zu haben. Wir liegen gut in der Mitte Deutschlands und sogar in der Mitte Europas. Das darf man nicht unterschätzen. Wir haben gute Sportstätten, wenn man sie mal benutzen würde. Und wir haben eine schöne Landschaft.

Sebastian Belovari:
Wir müssen der Stadt einen Schub geben und z.B. unsere Autobahn nutzen.

2. Frage Was würden Sie als zukünftiger OB anders machen um die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Geras zu zu steigern?

Frau Dr. Hahn:
Einen neuen Umgang mit Investoren pflegen, die Motivation der Verwaltung steigern, mit Land zusammenarbeiten Stichwort LEG, seine Wünsche konkret äußern statt die Situation zu beklagen, Mittel vom Bund und von der EU nutzen, Bürger einbeziehen eventuell einen runden Tisch der Wirtschaftsförderung einrichten, Die Hebesätze müssen runter. "Mit Dix allein erreicht man nix"

Dr. Vornehm:
Wir sind noch nicht am Ende, wir haben noch viel zu tun. Aber wir haben auch schon riesige Schritte erreicht. Die Stadt muss sich noch mehr als Dienstleister verstehen der wie ein Unternehmer wirtschaftlich arbeitet.

Dr. Porst:
Man braucht Sozialkompetenz und die hab ich. Man braucht eine Mannschaft um ein Spiel zu gewinnen. Wir müssen gezielt Unternehmen ansprechen. Z.B. Beim Porschestandort in Leipzig wenn es bei denen gut läuft dann werden die sicherlich Zulieferer benötigen. Die sich hier ansiedeln können. Die Entfernung Leipzig Gera ist ja leicht zu überbrücken.
Wir müssen die Wirtschaftsförderung auslagern. Der der hier Unternehmen ran holt, soll auch am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beteiligt werden.

Sebastian Belovari:
0% Steuer als Anregung mal drüber nachzudenken. Wir müssen hier mehr Hochschulen ansiedeln. Beispiel Jena oder Leipzig, dort siedeln sich Fachleute an, weil sie wissen da sind die Fachleute gleich vor Ort.

3. Frage Was sind Ihre Leitvorstellungen?

Frau Dr. Hahn:
Handel haben wir genug, da brauchen wir nicht noch mehr, denn die Kaufkraft ist eh schon gering. Wir brauchen produzierendes und verarbeitendes Gewerbe.

Dr. Vornehm:
Ich will hier gar nicht das Eine gegen das andere ausspielen. Es sind alle willkommen.

Dr. Porst:
Wir brauchen produzierendes Gewerbe, auf die müssen wir uns konzentrieren und wir müssen Tendenzen bei Unternehmen erkennen und uns aktiv anbieten.

Sebastian Belovari:
Wir müssen vielleicht einfach auch mal die Leute Fragen was die brauchen.

Dr. Vornehm:
Ich will noch mal klarstellen, das produzierende Gewerbe ist bei uns in Gera in den letzten Jahren am meisten gewachsen. Aber ich will doch andere trotzdem nicht aussperren.

4. Frage Wie macht man Wirtschaftsförderung in Gera?

Frau Dr. Hahn:
Wir sollten die Wirtschaftsförderung schon bei der Stadt lassen. Das Konzept muss sein Unternehmen zu pflegen. Die die von hier fort gegangen sind, die Macher sind zurück zu holen. Durch aktive Akquise neue Unternehmen nach Gera zu bringen. Ausbau von Netzwerken. Wieder ein ordentliches Werbeprospekt zu erstellen und unseren Botschaftern wie Förstekmann das dann in die Tasche zu packen.

Dr. Vornehm:
Wir haben nachgeholfen soweit es ging. Wir haben den Kontakt zu Jena intensiviert. Wir sind Mitglied im Wirtschaftsverband Mitteldeutschland geworden. Und wir vergeben den IQ Innovationspreis für ganz Mitteldeutschland, das hat den Effekt, dass man unseren Unternehmern die Gelegenheit gibt Netzwerke zu knüpfen.

Zusatzfrage wie kann man die Geraer motivieren?

Dr. Porst:
Wir sollten solche Möglichkeiten wie das Technologie und Gründerzentrum TGZ wo Menschen mit Ideen hingehen und ausprobieren können für uns nutzen. Und warum nicht auch die IHK und HK einbeziehen?

Sebastian Belovari:
Damit hab ich mich nicht beschäftigt, dazu kann ich nichts sagen.

Dr. Vornehm:
Die IHK ist beteiligt. Wenn ich an das Thema Energiepolitik denke, wo ein ganz wichtiger Teilprojekt durch die IHK zustande gekommen ist.

Dr. Porst:
Ich bringe hier etwas ein und die andere Seite schmückt es für sich aus. Die Unternehmen und die IHK arbeiten neben her. Da kenne ich ganz viele Beispiele.

5. Frage: Was ist geworden aus dem Beschluss von Herrn Machnig?

Dr. Vornehm:
Wir sind integraler Bestandteil der E-Mobilität und Vorzeigemodell im Bereich Robotik.

Frau Dr. Hahn:
Bei dem Beschluss war man begeistert und es ist nichts konkretes daraus geworden.
Warum nicht eine Zusammenarbeit mit dem Umland? Zum Beispiel ein gemeinsames Gewerbegebiet. Es gab schon positive Bestrebungen in dieser Richtung. Die sollte man wieder aufnehmen.

Dr. Vornehm:
Es ist nichts eingeschlafen. Wir müssen Gera Entwickeln und nicht Projekte an andere abgeben. Beispiel Kretschwitz da wurden 40ha Land für Gewerbebetriebe erschlossen. Und zwar mit Mitteln vom Land. Da mussten wir noch nicht ein mal ins Stadtsäckel greifen. Und Ich habe dafür gesorgt dass die neue JVA als gemeinsames Projekt von Thüringen und Sachsen nach Gera kommt, wenn sie nach Thüringen kommen sollte.

Dr. Porst:
Man kann ein Gewerbegebiet nicht hinstellen und dann wird nix. Da muss man niet und nagelfeste Verträge machen. Und außerdem wer Kretschwitz kennt der weiß da sind auf Grund der geografischen Situation maximal 15-16 ha nutzbar.

Dr. Vornehm:
Die Verträge hat mein Vorgänger gemacht.

6. Frage: Sollte man versuchen Ableger der FH Jena nach Gera zu bringen?

Frau Dr. Hahn:
Gera zum Außenstandort der FH Jena zu machen wäre ein erster Schritt.

Dr. Vornehm:
Ich setze auf unsere eigenen beiden Pflänzchen. 2011 hatten wir bereits 1200 Studenten in Gera

Sebastian Belovari:
2 Standorte sind zu wenig.

Zusatzfrage Wie stellen Sie sich das vor?

Sebastian Belovari:
Man muss die Zusammenarbeit fair gestalten. Erfurt soll sich auf seinen Auftrag dem Land gegenüber besinnen. Wir werden zu schwach in Erfurt vertreten.

Dr. Porst:
Fairness bringt uns keine Schulen her, sondern nur Argumente. Der richtige Verbund steht noch aus. Bei den riesigen Grundstückspreisen in Jena hat Gera einen echten Standortvorteil. Die 30 Kilometer zwischen Jena und Gera sind locker zu überbrücken. Aber es scheitert vieles an der Lobby in Erfurt.

7.Frage: Steuern hoch vertreibt die Unternehmen und Steuern runter bedeutet sinkende Einnahmen für die Stadt. Wie kommt man aus dieser Falle raus?

Dr. Vornehm:
Wir haben den Hebesatz von 420 Punkten auf 380 Punkten also unter Landesdurchschnitt gesenkt und trotzdem rennt man mir deswegen nicht die Tür ein.

Letztes Jahr ging es darum Förderung vom Land zu bekommen, aber nurunter der Voraussetzung, dass wir 8 Mio. € in den Haushalt rein bekommen. 18 Mio. € sind sogenannte freiwillige Leistungen. Darüber kann die Stadt wirklich entscheiden. Wir haben alles erhöht und versucht die Lasten auf alle zu verteilen. Gleichwohl die die weniger beitragen können tragen weniger bei und die die mehr beitragen können tragen mehr bei. 2011 sind dadurch 10 Mio. € mehr in den Stadthaushalt geflossen als wir geplant hatten.

Frau Dr. Hahn:
Man kann nicht nur die Einnahmen erhöhen sondern man muss auch die Ausgaben senken. !0 Mio. mehr heißt den Leuten 10 Mio. zu viel abgenommen zu haben. Die Kühe nicht melken, sondern die Herde vergrößern. Wie kann ich Geld effektiver einsetzen? Spielraum ist vorhanden, sonst wären nicht auf ein mal 10 Mio. mehr da.

Dr. Porst:
Man muss schriftliche Vorschläge machen und das mache ich regelmäßig. Zu dem letzten habe ich aber bis heute noch keine Antwort bekommen. Zu den 7 Mio.€ es sind nämlich 7 und nicht 8 kommt man ganz leicht. Die Hebesätze und die Grundsteuer hoch und dann noch die Parkgebühren erhöht und schon ist man gewaschen und gekämmt. Aber man muss auch Kosten sparen. Ein Beispiel, wenn wir in der Stadt Gera 500 Menschen in Arbeit bringen. Dann haben wir im Jahr zwischen 5 und 6 Mio. € mehr in der Stadtkasse. Man muss die Steuern sukzessive an das Maß der Dinge anpassen. Das geht nur in einer jährlichen Betrachtung.

8. Frage: sollen sich städtische Betriebe am Merkt bewegen?

Frau Dr. Hahn:
Man darf nicht durch städtische Betriebe private Unternehmen kaputt machen.

Dr. Vornehm:
Ich bin für faire Bedingungen für alle.

Dr. Porst:
Wirtschaft muss in der Wirtschaft stattfinden das ist klar aber die Rahmenbedingungen müssen passen. Es macht auch keinen Sinn wenn Städtische Unternehmen einen riesen Überschuss erwirtschaften. Weil dann Steuern gezahlt werden müssen und nur ein ganz geringer Teil davon bei der Stadt ankommt. Besser ist ein Steuerquerverbund zu bilden und die defizitären Unternehmen der Stadt durch die lukrativeren mit zu finanzieren.

Ende der Podiumsdiskussion..

Fragen aus dem Publikum, wie zum Beispiel die:
Ob Herr Vornehm sich ein städtischen Dienstleister so vorstelle, dass die lukrativen Angebote durch die Stadt selbst ausgeführt werden (was bereits der Fall ist) Und das was übrig bleibt, darf sich dann die private Wirtschaft teilen. Tat Herr Vornehm wie immer ab, als wäre das alles gar nicht war. Sehr schade Herr Vornehm, dass Sie die Realität nicht zugeben können.

Ich bedanke mich für das aufmerksame lesen.

Mit freundlichen Grüßen Tobias Kramny
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2 Kommentare
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Sebastian Belovari aus Gera | 23.04.2012 | 21:36  
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Tobias Kramny aus Gera | 24.04.2012 | 14:31  
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