520 Tiere aufgenommen. Hygienische Bedingungen in Hundequarantäne im Tierheim Gera verbessert – Drei Zwinger werden für sichere Unterbringung von gefährlichen Hunden umgerüstet

Blick ins Katzenhaus im Tierheim Gera
Gera: Tierheim | Das Tierheim Gera nahm im vergangenen Jahr insgesamt 520 gefundene Tiere auf: 127 Hunde, 311 Katzen, 57 Kleintiere und 25 Vögel. Diese Bilanz zieht die Leiterin des Tierheimes, Bärbel Zimmer. „Das eine oder andere Tier war nur ausgebüxt und fand den Weg nach Hause zurück, nachdem die Besitzer ihr Tier vermisst gemeldet hatten“, blickt sie zurück. Das sei immer ein Happy End für Eigentümer und Tier. Insgesamt rückte die Tierrettung des Heimes 423 Mal aus, um herumirrenden Tieren zu helfen. Auch 136 Haus- und Wildtieren, die im Einzugsgebiet der Stadt Gera im Straßenverkehr ihr Leben lassen mussten, nahmen sich die Mitarbeiter an.

Das Geraer Tierheim greift nicht nur gern auf das Angebot des MDR zurück, zu vermittelnde Vierbeiner in der Sendung „Tierisch tierisch“ vorzustellen, sondern präsentiert wöchentlich im Kommunalen Anzeiger auch das „Fundtier der Woche“. 2011 waren das insgesamt 43, von denen 32 vermittelt werden konnten. 23 Hunde, davon zwei Notfälle aus privatem Haushalt, warben auf diese Weise um die Gunst eines neuen Frauchens oder Herrchens. 15 fanden ein neues Zuhause, sechs warten noch immer im Tierheim, zwei sind inzwischen verstorben. Auch vier von fünf Katzen fanden ein neues Heim, gleichfalls zehn von zwölf Chinchillas sowie je ein vorgestellter Wellensittich, Zebrafink und Angorakaninchen.

Begonnen hatte das Jahr 2011 für das Tierheim der Stadt Gera bereits in den ersten Tagen dramatisch. Der Wasserstand der „Weißen Elster“ stieg bis auf 2,70 Meter an, die „Brahme“ drohte überzuschwappen. So wurde am 08. Januar 2011 morgens begonnen, 76 Katzen, 30 Hunde und 10 Kleintiere in ein leerstehendes Gebäude in der Stadtmitte zu evakuieren. Dank der Feuerwehr und vieler freiwilliger Helfer konnten alle Tiere bis zum Nachmittag aus der Gefahrenzone gebracht werden. Nach fünf Tagen im Ausweichquartier konnten die 116 Tiere wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren. Das Tierheim selbst hat durch das Hochwasser keinen Schaden genommen.

Eine schlimme Erfahrung mussten die Mitarbeiter des Tierheims im Juni machen, als dieses vier Wochen unter Quarantäne gestellt wurde. Grund war ein, durch ein Fundtier eingeschleppter aggressiver Virus der Katzenseuche, der den gesamten Katzenbestand befiel. Alle bereits geimpften und die erwachsenen Katzen hatten Immunität aufgebaut und blieben verschont. Gerade zu dieser Zeit aber waren viele Jungkatzen im Tierheim, von denen 21 Jungtiere unter der achten Lebenswoche verstarben, wie auch zwei ausgewachsene Katzen, die noch keinen Impfschutz hatten. Durch intensive Hygienemaßnahmen konnte der Virus schnell eingedämmt werden, so dass alle nachfolgenden Tiere nicht mehr daran erkrankten. „Deshalb bitten wir immer wieder alle Katzenbesitzer, ihr Tier impfen und kastrieren zu lassen“, betont Bärbel Zimmer. Das auch vor dem Hintergrund, dass das Tierheim 2011 wieder viele Jungkatzen aufnehmen musste.

Doch es gibt auch viel Erfreuliches zu berichten. So wurde im Mai vergangenen Jahres nach längerer Bauzeit durch die Mitglieder des Fördervereins Tierheim Gera e.V. das Sommergehege für die beiden Waschbären „Kena & Rascal“ übergeben. Mehr Platz, Möglichkeiten zum Klettern, Raum zum Spielen und Baden sorgen dafür, dass sich die Bären noch wohler fühlen als zuvor. Die Leiterin des Tierheims dankt allen Spendern, die den Bau ermöglicht haben, und den Futterpaten, die täglich für das leibliche Wohl sorgen.

Das alljährliche Tierheimfest fand am 05. Juni statt. Wochen und Tage vorher organisieren die Mitglieder des Fördervereins Tierheim Gera e.V. das Fest. Die Besucher ließen sich auch in diesem Jahr Tiervorstellungen und Beratungsstände nicht entgehen. Allerdings kam – wahrscheinlich wegen der hohen sommerlichen Temperaturen - nur etwa ein Drittel der sonst gewohnten Gästezahl. Viele Sach- und Geldspenden machten den Erfolg des Festes aus, deshalb ein Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben.

Um bessere hygienische Bedingungen für die Tiere in der Quarantänestation zu schaffen, begann im vergangenen Frühjahr der Umbau in der Hundequarantäne. Der Förderverein Tierheim Gera e.V. beauftragte mehrere Geraer Firmen mit der Sanierung. Der alte Futterplatz zwischen den Zwingern verschwand. Neben der Hundequarantäne entstand in einem separaten Raum eine moderne Futterküche. Neue Fenster, Umbau der Heizungen, ein freundlicher Farbanstrich sowie die Schaffung von drei zusätzlichen Zwingern mit neuen Gitterelementen und Fliesen der Wände und des Bodens erleichtern den Tierpflegern zum einen die Reinigung, zum anderen hat die Hygiene damit den für die täglichen Neuankömmlinge notwendigen Standard erreicht. Die Futterküche wurde im Juni 2011 an die Stadtverwaltung Gera als Träger des Tierheimes übergeben. Auch der erste Abschnitt der Sanierung der Hundequarantäne ist abgeschlossen. Derzeit wird am zweiten Raum gearbeitet, so dass das gesamte Objekt im Frühjahr 2012 übergeben werden kann. „Wir sagen allen Sponsoren Dankeschön, die dieses kostenintensive Projekt möglich gemacht haben“, so die Leiterin des Tierheims.

Dessen Vermieter, die Elstertal Infraprojekt GmbH, reparierte die Elektrik, besserte Dächer aus, baute eine Glastür zu den Ausläufen im Hundehaus ein und beseitigte Sicherheitsmängel. Derzeit werden Fliesen im Hunde- und Katzenhaus repariert sowie der Boden in der Werkstatt des Tierheimes saniert. Ab Ende Januar steht der Umbau von drei Zwingern im Hundehaus zu Sicherheitszwingern mit Schleusensystem an. Dies ist notwendig, weil das neue Gesetz zur Haltung von gefährlichen Hunden eine sichere Unterbringung vorschreibt.

Seit dem 01. September 2011 besteht gesetzlich die Pflicht, Hunde zu kennzeichnen. Hundehalter müssen ihr Tier vom Tierarzt mit einem Mikrochips versehen lassen und es im Haustierregister TASSO anmelden. Diese Daten sind dann bei der zuständigen Ordnungsbehörde zu hinterlegen. „Leider haben wir in den letzten Monaten feststellen müssen, dass fast alle Fundhunde noch immer nicht gekennzeichnet wurden“, macht Bärbel Zimmer deutlich. „Einige hatten zwar einen Chip, waren jedoch nirgendwo registriert. Nur ein registriertes Tier kann auch einem Besitzer zugeordnet werden.“ Hundebesitzer die durch die Ordnungsbehörde kontrolliert werden und keine Kennzeichnung ihres Tieres nachweisen können, erwarten hohe Strafen. „Deshalb holen Sie das schnell nach und ersparen Sie ihrem Tier einen langen Aufenthalt in einem Tierheim“, appelliert sie an die Tierhalter.

PS: Wer dem Tierheim einen Besuch abstatten möchte, bitte daran denken, dass die Franzosenbrücke für die nächsten Monate gesperrt ist:

http://www.meinanzeiger.de/gera/ratgeber/franzosen...

Mehr zum Tierheim Gera ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/gera+tierhe...
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Hannelore Grünler aus Artern | 13.01.2012 | 07:28  
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