6147 Tage ohne Film. Vor der Eröffnung des Metropol Gera wird am 1. November zum „Tag der offenen Baustelle“ eingeladen

Inmitten der Baustelle packt Caren Pfeil den neuen Ticketdrucker aus. Wie es im bald öffnenden Programmkino Metropol mit den Arbeiten voran geht, erfahren Interessenten am „Tag der offenen Baustelle am 1. November.
Gera: Metropol | Die Geraer drücken sich an den Scheiben des Metropol die Nasen platt. Drinnen wird seit Monaten gewerkelt. Handwerker geben sich tagtäglich die Klinke in die Hand. Aber noch müssen sich die Kinofans gedulden, bis Woody Allen in „Plötzlich Gigolo“ als Zuhälter seines besten Freundes über die Leinwand flimmert. Die Eröffnung war ursprünglich für den 1. November geplant.

Wer sich das Datum dick im Kalender angestrichen hat, muss dennoch nicht auf den Gang ins neue alte Metropol verzichten. Ein Film wird zwar noch nicht zu sehen sein, dafür wird von 11 bis 14 Uhr Baustellen-Neugierde befriedigt. Dann können die Interessenten schon mal die beiden neu entstandenen Kinosäle für 70 beziehungsweise 80 Zuschauer in Augenschein nehmen und sich deren Namen von der neuen Chefin höchstpersönlich erklären lassen.

Dass sich die Geraer für ihr altes Kino interessieren, hat Caren Pfeil bereits im späten Frühjahr erfahren: „Die damalige Ausstellung stieß auf eine große Resonanz. Die Geraer freuen sich darauf, dass ihr früheres Kino wieder belebt wird“. Zu verdanken ist dies dem Geraer Unternehmer Falk Bräuner, der die Immobilie des stillgelegten Metropol erworben hatte. Etwa zwei Jahre ist es jetzt her, dass er auf Caren Pfeils Bruder Christian zugegangen ist. Christian Pfeil beschäftigt sich seit 1990 mit Kino. 2005 eröffnete er sein erstes Kino. Mittlerweile betreibt er neben drei erfolgreichen Programmkinos in München und Inning am Ammersee gemeinsam mit Daniel Krischker seit 2007 auch das „Kino im Schillerhof“ Jena, das erst vor wenigen Wochen mit dem Hauptpreis der Mitteldeutschen Medienförderung für das beste Kinoprogramm ausgezeichnet wurde – nicht zuletzt auch ein Verdienst durch die Mitarbeit von Caren Pfeil.

Die beiden Geschwister kennen das Geraer Metropol, dass am 21. Januar 1998 seine letzte Vorstellung erlebte, noch aus ihrer Jugendzeit. Der persönliche Bezug zum Metropol war der Anlass, nicht irgendwo, sondern genau an dieser Stelle die Geschicke in die Hand zu nehmen. Die konkreten Planungen für den Ausbau sind im vergangenen Winter entstanden. Dabei legt der Bauherr und die neue Betreiberin großen Wert darauf, dass der ursprüngliche Charakter des Metropol erhalten bleibt. In den Kinosälen wird modernste Digitaltechnik einziehen. Ansonsten soll der ursprüngliche Charakter erhalten bleiben: „Um dem Gesicht des modernen Kinos nicht die Zeichen seiner wechselvollen Geschichte zu nehmen“, so die neue Chefin.

Besonders deutlich wird dies im Foyer zu sehen sein, wo eine gemütliche Kinokneipe entsteht, die jeweils eine halbe Stunde vor dem Programm geöffnet sein wird. Caren Pfeil ist kein Fan von einem standardisierten Kinogang: Karte und Popkorn kaufen, reingehen, Film schauen und dann wieder raus. Sie spricht bei der Kinokneipe vielmehr von einem Ort der Begegnung. An dem wird es übrigens kein Popkorn geben, dafür Filmgespräche. Ebenso werden die Kinogänger bei ihr die endlose Werbung vorm Film „vermissen“. Dafür wird es Kurzfilme geben - zumindest ist sie diesbezüglich gerade in Verhandlungen. Die führt Caren Pfeil übrigens auch mit der Stadt, ob nicht Sonderkonditionen für die Kinogänger im nahe gelegenen Parkhaus möglich wären.

So richtig los geht es im Programmkino am 20. November. Vier Filme stehen am Eröffnungstag auf dem Plan:

- die deutsche Produktion „Im Labyrinth des Schweigens“ ist eine spannende Geschichte um Verdrängung und Zivilcourage im Nachkriegsdeutschland
- in „Plötzlich Gigolo“ begegnen Sie einem herrlich aufgelegten Woody Allen als Zuhälter seines besten Freundes in einer kurzweiligen Komödie wieder
- „Bevor der Winter kommt“ ist wunderbar vielschichtiges Schauspielerkino aus Frankreich
- mit „Am Sonntag bist du tot“ kommt ein berührendes irisches Drama auf die Geraer Leinwand, das zur Berlinale 2014 zum Publikumsliebling avancierte.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige