Buchstabensalat. Dr. Holger Christel bringt sein viertes Höhli-Buch heraus

Höhli – dargestellt von Adrian Aniol - bringt die Letter durcheinander. Was es mit dem Buchstabensalat auf sich hat, ist im vierten Höhli-Buch zu erfahren, das morgen erscheint.
  Was Höhli auf die Palme bringt? Der Lehrling der Kanitz’schen Buchhandlung zum Beispiel. Der ist zwar fachlich ohne Tadel, aber sonst etwas faul. Höhli wäre nicht Höhli, wenn ihm nicht etwas einfiele, den Lehrling zu erziehen. So kam es über Nacht zum reinsten Buchstabensalat.

Morgen erscheint das vierte Höhli-Buch. Autor Dr. Holger Christel erzählt darin drei Geschichten. Alles frei erfunden. Und doch enthalten die Geschichten wieder zahlreiche Parallelen zur Geschichte von Höhlis Heimatstadt, natürlich Gera.

Buchstabensalat in der Kanitz’schen Buchhandlung. Höhli hat die Druckletter durcheinander gebracht. Wie geht das denn, wird sich manch Geraer fragen. In einer Buchhandlung? Die Kanitz’sche Buchhandlung war früher weitaus mehr, als „nur“ eine Buchhandlung. Der Beweis hierfür war erst kürzlich im Stadtmuseum zu sehen und findet sich garantiert auch in vielen Bücherregalen von Geraern. Heute würde man Bestseller dazu sagen: 1851 erschien im eigenen Verlag der Kanitz’schen Buchhandlung „Das beste bürgerliche Kochbuch, vorzüglich für das Haus berechnet von Emma Allestein“ – über viele Jahrzehnte ein Verkaufsschlager. Und wenn man noch einen modernen Begriff benutzen möchte, auch damals gab es bereits Ghostwriter: Emma Allestein war nur ein Pseudonym, es handelte sich bei der Autorin um Marie Antonie Semmel, die am 8. Juli 1845 den Geraer Buchhändler Hermann August Kanitz ehelichte. Aber das nur so nebenbei zur Erklärung, warum es in der Buchhandlung früher Druckletter gab.

Eine weitere Geschichte widmet der Autor dem 105. Geburtstag von Helmut Janka. Ja, Gera hatte noch mehr bekannte Maler als Otto Dix. Vielleicht nicht ganz so berühmt, dafür sind seine Arbeiten in vielen Geraer Wohnzimmern zu finden. Eines der Lieblingsmotive von Janka war die See. Also? Christel lässt Höhli an die Küste fliegen und erzählt von seinen Abenteuern. Da ist unter anderem die Rede von Seekrankheit, vom gefundenen Bernstein und allerhand Seemannsgarn. Neben der eigentlichen Geschichte erklärt Christel in seinem Buch den Kindern auch, wer Janka war.

Und noch ein großer Künstlername spielt im vierten Höhli-Buch eine Rolle: Prof. Walter Womacka. Der Berliner Maler war auch für seine Keramiken bekannt geworden – die sogenannte „Bückware“, die auch in Gera ausgestellt wurde. In der Geschichte ist zu lesen, wie Höhli dem Töpfer aus einem Stimmungstief heraus hilft.

Buchstabensalat, Seemannsgarn, Stimmungstief. Woher nimmt Holger Christel die Ideen für die kindgerecht erzählten Geschichten? Sie kommen spontan, haben ihren Ursprung im täglich Erlebten, erklärt er. Und wenn ihm ein Gedankenblitz kommt, dann muss er sofort zu Papier gebracht werden – was nicht immer einfach ist als Zahnarzt. Entspannter schreiben kann er da schon während längerer Zugfahrten. Wenn er anfängt eine Geschichte zu schreiben, weiß er übrigens den Ausgang noch nicht.

Wie gewohnt ist auch das vierte Höhli-Buch reich bebildert. Neben den zu sehenden Arbeiten von Janka und Womacka widmet sich der Buchautor wieder höchstpersönlich mit Pinsel und Acrylfarbe dem Protagonist und erweckt Höhli zum Leben. Den mögen übrigens nicht nur die Geraer Kinder. Wieland Kögel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Geraer Höhler, liest gern seinen beiden Enkeltöchtern (6 und 10 Jahre) die Höhli-Geschichten vor: „Weil sie einen regionalen Bezug haben“, erklärt er. Regionale Geschichten, geschrieben und bebildert von einem Geraer, gedruckt in Caaschwitz, gebunden in Erfurt und schlussendlich angeboten in Geraer Buchhandlungen (Brendel’s Buchhandlung, Kanitz’sche Buchhandlung und in der Buchhandlung Schmitt & Hahn).

Mehr über das dritte Höhli-Buch.
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2 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 03.12.2014 | 18:03  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 08.12.2014 | 20:38  
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