Burg Posterstein zum Internationalen Museumstag. #IMT14

Gemälde der Herzogin Dorothea von Kurland, undatiert, unsigniert
 
360-Grad-Panorama des Gerichtsraumes auf Burg Posterstein.
Posterstein: Burg Posterstein |

Über 1750 Museen beteiligen sich am 18. Mai in Deutschland am Internationalen Museumstag, darunter auch das Museum Burg Posterstein. Unter dem Motto "Sammeln verbindet - Museum collections make connections" dreht sich 2014 alles um das Thema „Collection/ Sammlung“ und um Fotos. Machen Sie mit und posten auf Twitter, Facebook, Instagram, meinAnzeiger unter dem Hashtag #IMT14 und/oder #myCollection14 ihre Fotos zum Thema „Sammlung".

Fragt man Museumsleiter Klaus Hofmann nach seinem Lieblingsstück unter den Ausstellungsstücken auf Burg Posterstein, muss er nicht lang überlegen. Die Salongeschichte der Herzogin von Kurland bildet einen wesentlichen Teil der Ausstellungstätigkeit. Dort ist das golden gerahmte Gemälde der Herzogin Dorothea von Kurland zu finden. „Dabei handelt es sich nicht mal um das Original“, erklärt er auch gern bei Führungen. Bei dem undatierten und unsignierten Ölgemälde handelt es sich nach seiner Auskunft um eine zeitgenössische Kopie. „Das war damals durchaus üblich. Schließlich wurden mehrere Kurländische Schlösser mit diesem Gemälde ausgestattet“, erklärt Hofmann. Das Original von 1785 befand sich bis 2009 im Los Angeles County Museum of Art und ist heute im Besitz der Nachfahren der Familie.

Das Gemälde - auch wenn es „nur“ eine Kopie ist - hat also eine gewisse Bedeutung für die Sammlungstätigkeit des Museums. Schließlich taucht das Foto davon bei sämtlichen öffentlichen Auftritten des Museums – sei es nun auf der Internetseite oder sämtlichen E-Mails – auf.

Interessante Geschichten weiß der Museumschef natürlich in jedem Raum zu erzählen. Kennen Sie schon den Schrank mit Geheimgang im Gerichtsraum? Geheimgang? Gerichtsraum? „Ja, Posterstein, ein Schriftsässiges Rittergut, besaß die volle gerichtliche Selbstständigkeit und übte die Ober- und Erbgerichtsbarkeit aus. Die Postersteiner Rittergutsbesitzer übten die niedere Gerichtsbarkeit über alle verzeichneten, zinspflichtigen Bauern und deren Angehörigen und Angestellten aus, sowie die Obere Gerichtsbarkeit, das heißt das Recht über Hals und Hand zu richten, sowie die Rüge- und Strafgerichtsbarkeit“, weiß Hofmann zu berichten.

Anfangs saß der Burgherr noch selbst zu Gericht und sprach Recht. Seit 1543 nahm diese Aufgabe ein Schosser (Verwalter) wahr. Dazu gab es Richter und Schöffen aus verschiedenen Orten der Grundherrschaft. Dem Vollzug dieser Gerichtsbarkeit dienten der Pranger unweit des Hospitals (des alten Gasthofes) und das Verlies im Turm der Burg Posterstein.

Das und noch viel mehr wird bei den Führungen am 18. Mai, dem Internationalen Museumstag, zu erfahren sein. Der steht dieses Jahr unter dem Motto „Sammeln verbindet“. Museumsmitarbeiterin Petra Nienhold wird die Bibliothek des Hauses vorstellen. Neben den zahlreichen historischen Lutherbibeln, Reisebüchern, Chroniken und Handschriften hat es ihr besonders das Hausvaterbuch von 1702 angetan: „Ein wichtiges Buch für alle Hausherren. Da stand alles drin, was man damals wissen musste. Zu diesem Zeitpunkt entstand die große Ratgeberwelle“.

Einem ganz anderen Thema wird sich Historikerin Franziska Engemann widmen. Friedrich Mascher (1816-1880) porträtierte wohlhabende Bauernhofbesitzer im Altenburger Land. Drei Pastelle kommen pünktlich zum Museumstag frisch aus der Werkstatt des Restaurators ins Museum.

Neue Sonderausstellung auf Burg Posterstein

Zudem wird am 18. Mai, 15 Uhr, die neue Sonderausstellung „Radierwerkstatt“ mit Arbeiten von Peter Schnürpel, Altenburg, eröffnet. Es spricht der Altenburger Kunsthistoriker Dr. Dieter Gleisberg.

Peter Schnürpel (*1941) erwarb sein Diplom 1965 an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. Zu seinen Lehrern zählten Karl Krug, Wolfgang Mattheuer und Bernhard Heisig. Seit 1973 lebt und arbeitet er in Altenburg. 1978 begann Peter Schnürpel mit der Lehrtätigkeit an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg, wo er 1990 zum Direktor gewählt wurde und 1992 die Berufung zum Professor erhielt.

Am Lindenau-Museum Altenburg ist er seit vielen Jahren Dozent im dortigen Studio Bildende Kunst. Nach 1989 unternahm Schnürpel verschiedene Studienreisen, u.a. nach Frankreich, Italien und in die Schweiz. Bereits 1989 begann die Zusammenarbeit mit den Druckern Jeanette und Reinhard Rössler, die seine Entwürfe seither auf Papier bannen.

Ausstellungen Schnürpels waren u.a. in Leipzig, Chemnitz, Zwickau, Münster, München und Altenburg zu sehen. Arbeiten von Peter Schnürpel sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen in Altenburg, Dresden, Berlin, Leipzig oder Nürnberg zu finden.

Die Sonderausstellung kann bis zum 27. Juli während der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden. Zur Ausstellungseröffnung präsentiert Reinhard Rössler aus Leipzig Wohlfühljazz mit seiner Band. Zur Ausstellung erscheint ein Booklet. Im Begleitprogramm wird am 1. Juni, 15 Uhr, zum Werkstattgespräch mit Reinhard Rössler und Peter Schnürpel eingeladen.

Öffnungszeiten

März bis Oktober: Dienstag - Samstag: 10.00 - 17.00 Uhr
Sonntag/Feiertag: 10.00 - 18.00 Uhr

Anfahrt

Autobahn Erfurt - Dresden (BAB 4), Abfahrt Ronneburg, Richtung Ronneburg, nach ca. 500 m links Abzweig Stolzenberg-Posterstein
Busse fahren Richtung Altenburg, Abzweig Nöbdenitz-Posterstein
Parkplatz vor der Burg, Hotel und Gastronomie im Ort
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3 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 14.05.2014 | 07:30  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 14.05.2014 | 13:28  
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Steffen Weiß aus Gera | 16.05.2014 | 10:54  
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