Erinnerungen an 700 Jahre - Engagierte Zwötzner Bewohner schreiben Ortsgeschichte nieder

Haben dafür gesorgt, dass 700 Jahre Ortsgeschichte nachlesbar sind: Frank Rüdiger, Wolfgang Kochendörfer, Sonja Walther, Horst Weibrecht, Elke Weise, Uwe Lehmann und Mario Lehmann (von links))
 
Die Beiträge zur Geschichte Zwötzens, gibt es ab 5.September zur 700-Jahrfeier
Gera: Volkshaus Zwötzen | Als vor zwei Jahren die ersten Ideen für eine Ortschronik entstanden, war noch lange nicht an eine Veröffentlichung zu denken. Viel Zeit, Engagement und Arbeit liegen hinter den sechs Zwötznern, wenn am 5. September erstmalig ihr Ergebnis zum Kauf angeboten wird. "Es ist keine Chronik im üblichen Sinne, auch wenn wir chronologisch die Ereignissen der letzten 700 Jahren aufführen", beschreibt Uwe Lehmann das 300 Seiten starke Buch. "Wir haben vielmehr einen historischen Abriss und Details zur Geschichte aufgeführt, alles worum sich das Leben im Ort drehte, ob nun die geografische Lage mit der Hochwassergefahr, die Schul-, Sport- und Kirchengeschichte, die Arbeit der unterschiedlichen Vereine bis hin zu den Sagen aus der Umgebung von Robert Eisel."
Grundlage und Kernstück für die neuen Forschungen ist eine Chronik von Bruno Geweniger, der als Rektor anlässlich der Einweihung des Neubaus der Zwötzner Schule im Jahre 1911 diese Festschrift verfasste. Geweniger wurde 1862 geboren und war seit 1882 Lehrer in Zwötzen. Sein Wunsch, "diese Arbeit bald fortzusetzen", konnte jedoch erst nach reichlich hundert Jahren in Erfüllung gehen.
"Ohne die Arbeit Gewenigers gäbe es dieses Buch nicht", sagt Uwe Lehmann und ist froh, dass mit der neuerlichen Veröffentlichung diese bedeutende Persönlichkeit Zwötzens nicht in Vergessenheit gerät.
Horst Weibrecht, das älteste Mitglied der Arbeitsgruppe, ist vor 1945 als Kind in Zwötzen zur Schule gegangen und war als Jugendlicher im Zwötzener Turnverein organisiert. Seit 30 Jahren sammelt er alles, was er an Artikeln und Veröffentlichungen über Zwötzen finden konnte. "Die Arbeit hat mir sehr viel Freude bereitet", findet auch Sonja Walther, die seit 75 Jahren in Zwötzen zuhause ist. "Gerade die Gespräche über das Erlebte haben meine Erinnerungen beflügelt."
Frank Rüdiger ergänzt, dass persönliche Erfahrungen und viele Gespräche mit Zeitzeugen jeglichen Alters in die Beschreibungen eingeflossen sind. Der Geraer Fotograf hat als Verleger und Lektor sehr zur Qualität des Buches beigetragen.
Wolfgang Kochendörfer, Leiter der Arbeitsgruppe, verweist auf den gewaltigen Aufschwung, den die industrielle Entwicklung Zwötzen bescherte: "Die Einwohnerzahlen stiegen seit 1871 in 30 Jahren von 650 auf 3500. Die Gera-Greizer Kammgarnspinnerei hat die Entwicklung stark geprägt. Mit über 1000 Beschäftigten entwickelte sich das Werk zum größten Textilbetrieb der Region. Auch der erste Bahnhof im Ort, "Zwötzen-Ost", ist der wachsenden Industrialisierung zu verdanken." 1911 wurde der Ort Zwötzen zur Stadt Gera zwangseingemeindet. Die Einwohnerzahl war inzwischen auf etwa 6000 angewachsen.
"Der Arbeitskreis wird weiter bestehen", ist von Uwe Lehmann zu erfahren. "Wir stehen als Ansprechpartner bei allen Fragen zur Geschichte Zwötzens bereit, werden uns möglicherweise als Verein organisieren und weiterhin interessante historische Geschichten veröffentlichen."
Am Festwochenende wird im Saal eine Ausstellung zur 100-jährigen Geschichte des Volkshauses gezeigt, eine Entwicklung, die eng mit der Ortsgeschichte Zwötzens verbunden ist.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 30.08.2014 | 18:11  
7.102
Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 01.09.2014 | 14:12  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige