Fit für den Enkel. Kurs für werdende Großeltern am SRH-Waldklinikum Gera

Hebamme Bärbel Dölz-Sasama (links) und Säuglingsschwester Manuela Pollentzke wissen bestens Bescheid, was sich beim Thema Schwangerschaft und Geburt in den vergangenen 30 Jahren geändert hat und können somit werdenden Großeltern entsprechende Tipps für das richtige Verhalten gegenüber ihren Kindern geben.
  Gera: SRH-Wald-Klinikum | Was hat sich an der Schwangerschaft und der Geburt in ihrem Ablauf geändert? Grundsätzlich nichts. Sie dauert nach wie vor 40 Wochen und die Wehen tun weh.

Demnach wären die gegebenen Tipps und Ratschläge werdender Großeltern an die werdenden Eltern immer noch die gleichen wie vor 30 Jahren. Dass dem nicht so sein kann, zeigen schon allein die meterlangen Regale mit Babyartikeln in der Drogerie. Es hat sich viel geändert beim Thema Schwangerschaft und Geburt, sehr viel. Um unnötige Generationskonflikte zu vermeiden, hat sich das SRH-Waldklinikum Gera dazu entschieden, auch die werdenden Großeltern auf dieses Thema vorzubereiten.

Die Omas in spe werden von Hebamme Bärbel Dölz-Sasama und Säuglingsschwester Manuela Pollentzke über die heutige Situation und die Veränderungen in den vergangenen Jahren informiert. Erfreulicherweise konnten sie bei den ersten beiden stattgefundenen Kursen ihr Wissen auch an drei werdende Großväter weiter geben.

„Wahrnehmung und Wertigkeit haben sich verändert“, erklärt die Hebamme. Sie spricht von der strategischen Planung der Schwangerschaft, dass die Erstgebärenden heute älter und reifer sind und dass die Frauen bereits zum Zeitpunkt der Feststellung der Schwangerschaft mit Tipps und Informationen von allen Seiten zugeschüttet werden. An dieser Stelle beginne die Verunsicherung. Ihre Liste der vorgestellten Änderungen ist ellenlang. Sie spricht von Schwangerschaftsausweisen, die so dick wie ein Buch sind, vom heutigen Baby-Kino und 3-D-Bildern, von Nackenfaltenmessung und Fruchtwasserpunktion, von Homöopathie bis hin zur Dammmassage, von der Klinikauswahl bis hin zur notwendigen Planung des Geburtsablaufes.

Als Fazit der unendlich vielen Informationen und zu hinterfragenden Vorschriften stellt Bärbel Dölz-Susama fest, dass die Schwangeren heutzutage wenig Vertrauen in den eigenen Körper und den Kopf nicht frei haben, um der Natur den Lauf zu lassen. „Sie meinen, heute muss man alles steuern und beeinflussen können. Sie sind verunsichert und oft überfordert“, richtet sie ihre Worte an die werdenden Großeltern und erklärt: „Sie brauchen die Hilfe ihrer Mütter, brauchen die Akzeptanz ihrer Sorgen und Nöte, brauchen aber auch einen großen Packen Toleranz ihrer Probleme“.

Natürlich hat die Hebamme auch die entsprechenden Tipps und Ratschläge parat, wie diese Hilfe und Unterstützung aussehen sollte. Als erstes nennt sie Zurückhaltung und Toleranz. Letztlich ist die Liste mit den Ratschlägen nicht kürzer als die der Veränderungen. „Stärken sie ihren Kindern die Rücken, vermitteln sie Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Vermitteln sie: Wenn es brennt, sind sie immer da und ansprechbar.“

Außerdem werden im Kurs die Räumlichkeiten der Geburtshilfe und sofern zeitlich möglich, der Kreißsaal vorgestellt. Alle Teilnehmer erhalten ein Großelterndiplom, das sie als bestens vorbereitete Oma oder Opa auszeichnet. Der Kurs findet immer am letzten Freitag des Monats, 17 Uhr, statt. Die Anmeldung erfolgt im Kreißsaal, Telefon 0365/8284560.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
3 Kommentare
716
Jürgen Wesiger aus Nordhausen | 04.03.2015 | 08:11  
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 05.03.2015 | 02:12  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 06.03.2015 | 18:08  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige