Hilfstransport aus Gera angekommen – Pfarrer Christian Kurzke berichtet über das Leben der Menschen im Nordirak

Pfarrer Christian Kurzke übergibt Kisten aus dem Geraer Hilfstransport an Flüchtlinge in Kanjan-City, 40 km von Erbil (Foto: Stefan Rammelt)
 
Christian Kurzke berichtet vor der Gemeinde in Rüdersdorf von seinen Eindrücken aus dem Nordirak
Gera: Gemeindehaus Talstr. 30 | Kleidungsspenden, Drogerie- und Hygieneartikel und 25.000 EUR Geldspenden für Christen und vertriebene Minderheiten im Nordirak haben ev. Kirchgemeinden in Gera, Greiz und Umgebung, Freikirchen Geras, die kath. Kirchgemeinde Stadtroda und die Neuapostolische Gemeinde von Dezember bis Januar gesammelt.
Christian Kurzke reiste auf Einladung dortiger Hilfsorganisationen in den Nordirak und hat bei der Verteilung der Spenden aus Gera mitgeholfen.
"Die eine Hälfte ist zur Organisation Christian Aid Program Northern Iraq (CAPNI), mit Sitz in Duhok gegangen. Archimandrit Emanuel Youkhana leitet das Hilfswerk. Die Organisation arbeitet eng mit dem Lutherischen Weltbund zusammen. Die andere Hälfte ging an eine Organisation in Erbil mit dem Namen "Life Agape". Diese gehört zur Campus für Christus Bewegung."
Auf Gemeindeabenden erzählt in den nächsten Wochen der Pfarrer von seinen persönlichen Eindrücken vor Ort, den Begegnungen mit Helfern und Flüchtlingen, den Lebensbedingungen Zehntausender, die im Nordirak Zuflucht gesucht haben. "In einem Flüchtlingslager vom CAPNI leben allein 15000 Menschen, ausschließlich Yezziden. 30 Prozent davon sind Kinder." Viele solcher "Zeltstädte" durchziehen die autonome Provinz Kurdistan, die direkt an das durch den IS kontrollierte Gebiet grenzt. "Die Frontlinie war an einigen Punkten unserer Reise nur ca. 20km entfernt", erklärt Christian Kurzke.
Fotos und Geschichten von den Zielen seiner Reise im Nordirak verdeutlichen die Lebensumstände der dort untergekommenen Menschen aus dem Irak, Syrien und dem Sinjar-Gebirge. Viele Hilfsorganisationen, ob nun das Rote Kreuz, staatliche Institutionen aus der Türkei und dem Irak, aber auch viele Nichtregierungsorganisationen leisten eine hochwertige logistisch bestens ausgebaute Flüchtlingsarbeit in den Lagern, aber auch Gebieten, wo Flüchtlinge untergekommen sind. "Nehmt uns doch mit!" hörte Pfarrer Kurzke täglich in den Gesprächen der dort lebenden Menschen. Die überwiegende Zahl der Flüchtlinge, besonders die Yezziden, möchte emigrieren. "Auch wenn der IS militärisch besiegt ist, so werden die Ideen in den Köpfen der Sympathisanten noch Jahrzehnte fortbestehen", sagt Emanuel Youkhana und hält es für unwahrscheinlich, dass die Geflohenen wieder in ihre alte Heimat zurückgehen können, zu groß ist die Angst vor den arabischen Mitbürgern. "Wir müssen uns auf noch mehr Flüchtlinge aus dem Nordirak einstellen, denn die Menschen sehnen sich nach Frieden, nach einer Lebensumgebung, in der sie wieder Vertrauen aufbauen können.", sagt Christian Kurzke.
Eine persönliche Nachricht hat er von dort mitgebracht:
"Neben dem großen Dank an die Spender geben ich eine große Bitte, der dort lebenden Menschen weiter: Bitte vergesst uns nicht, denkt an uns und schließt unsere Bitten um Frieden in eure Gebete ein."

Gemeindeabendtermine zum Thema "Nordirak" mit Christian Kurzke:
Di., 17.03, 19:00 Uhr Gera, Gemeindehaus Talstr. 30
Di., 24.03, 19:30 Uhr Bad Tennstedt
Mi., 25.03, 19:30 Uhr Flemmingen
Di., 05.05., 19:00 Uhr Pölzig
- weitere Termine in Vorbereitung
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2 Kommentare
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Michael Kleim aus Gera | 11.03.2015 | 13:58  
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.03.2015 | 20:57  
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