„Ich möchte Tomaten und Gurken schmecken“ - Bio-Zertifikat für Tomaten und Stippvisite von Thüringens Sozialministerin auf dem Biohof Aga

In Anwesenheit von Heike Taubert (m.), Thüringens Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, überreichte Marie Borghardt (r.) von der Öko-Kontrollstelle des TVL e.V. das Zertifikat für den Anbau von Bio-Tomaten an die Betriebsleiterin vom Biohof Aga, Carolin Ullrich (l.).
 
Sozialministerin Heike Taubert beim Test der Hebebühne.
Gera-Aga. Ganz so mächtig gewaltig, wie das Gewächshaus auf dem Biohof Aga, ist das Gewächshaus im heimischen Garten von Sozialministerin Heike Taubert in Ronneburg nicht. Doch im Anbau von Gurken und Tomaten kennt sie sich bestens aus, so dass sie bei ihrer kürzlichen Stippvisite auf dem Biohof Aga rasch mit Gartenbauingenieurin Carolin Ullrich ins Fachsimpeln kam.

Eingeladen hatte Bernd Koob, 1. Vorsitzender des Lebenshilfe Ortsverbandes Gera Stadt/Land die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, anlässlich der Übergabe der Zertifizierungsurkunde für den Anbau von Bio-Tomaten. Der Zertifizierung vorausgegangen, sei eine intensive Prüfung des Bodens sowie des Pflanzgutes, der Anbau- und Pflegemethoden entsprechend ökologischer Kriterien“, so Marie Borghardt von der Öko-Kontrollstelle des TVL e.V., die die Urkunde an die Betriebsleiterin Carolin Ullrich überreichte.

„Bio heißt für uns Gleichgewicht der Kreisläufe, wir bekämpfen Schädlinge mit Nützlingen“, so die Gartenbauingenieurin, die während des Rundgangs durch die Gewächshausanlage über Funktionsweise, Anbaumethoden, den steten Balanceakt in der Pflege, den Einsatz der Mitarbeiter wie auch über die Produktvermarktung informierte. Es war die Begeisterung, die in den Worten von Carolin Ullrich lag, die die Ministerin beeindruckte, bei ihr aber auch das Interesse an Informationen weckte. So beispielsweise, ob auch als Alternative die Nutzung der Erdwärme in Betracht gezogen wurde. Untersuchungen dazu habe es gegeben, so Carolin Ullrich, letztlich hat man sich aber aus wirtschaftlicher Sicht für den Bau einer Biogasanlage entschieden. Selbige ist derzeit noch im Bau, soll aber bis zum Tag der offenen Tür am 8. Oktober fertig gestellt sein. Als Brennstoff dient unter anderem Hühnermist aus der in unmittelbarer Nähe gelegenen Bio-Hühnerfarm.

Bis zur Ernte der Bio-Tomaten wird es noch einige Tage dauern, dafür konnte sich Heike Taubert von der Qualität der Gurken vom Biohof Aga überzeugen. „Ich möchte Gurke oder Tomate schmecken“, so die Ministerin und fügte scherzhaft hinzu: „Sonst kann ich ja gleich Tomatenketchup kaufen, der schmeckt auch nach Tomate.“

Dass das Unternehmen Biohof Aga alles andere als ein leichter Gang war, daran erinnerte Bernd Koob. Allein schon der Glaube an die Idee, dann der gesamte Verwaltungsakt, die widrigen Witterungsbedingungen wie auch so einige unvorhergesehene Probleme in der Startphase, machten die Arbeit nicht immer leicht. Doch an der Lösung sei man gewachsen. Nie hat es Zweifel gegeben und umso stolzer sei man auf das jetzt schon Erreichte.

„Wir machen keine halben Sachen. Wenn wir was anpacken, dann auch richtig. Wir haben in Aga das modernste Biogewächshaus Europas und wollen unseren Kunden hochwertige Bio-Qualität bieten“, so Bernd Koob.

Es sei schon beeindruckend, so Heike Taubert, was hier in Aga mit dem Biohof geleistet wurde, bedenke man auch die möglichen Risiken. Für Bernd Koob auch wichtig, dass das gesamte Projekt ohne Fördermittel seitens der zuständigen Ministerien gestemmt wurde. So kamen 500.000 Euro aus dem Fond zur Entwicklung ländlicher Gebiete von der Thüringer Aufbaubank, 2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II.

Ein besonderes Interesse seitens der Ministerin galt der Arbeit mit behinderten Menschen. Bei voller Inbetriebnahme finden über 40 behinderte Menschen, betreut von vier Gruppenleitern, auf dem Biohof eine Beschäftigung. 70 Prozent der Erträge kommen den Behinderten zugute.
Von der Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter konnte sich die Ministerin neben den Arbeitern im Bereich der Gurken- und Tomatenproduktion auch in der Verpackungshalle überzeugen. Technische Erläuterungen von Carolin Ullrich gab es zur Nebel- und Düngermischanlage sowie der Stickstoffanlage. Die gesamte Steuerung des Gewächshauses ist Computergesteuert. Zusätzlich verfügt der Biohof zur Wasserversorgung über ein 4.500 Kubikmeter Regenrückhaltebecken und einen 62 m tiefen Brunnen.

Es sei wichtig, so die Ministerin, dass sich Bioproduktion und konventionelle Landwirtschaft nicht ausschließen, sondern als mittelständische Unternehmen voneinander partizipieren sollten. So haben gerade die Krisen der letzten Jahre gezeigt, wie wichtig es ist, dass die landwirtschaftlichen Betriebe auf vielen Beinen stehen.

Heike Taubert dankte für die Einladung. „Ich kann nur sagen, Leute kauft Gurken und Tomaten aus der Lebenshilfeproduktion“, so das Fazit der über 2-stündigen Stippvisite der Thüringer Sozialministerin Heike Taubert auf dem Biohof Aga.
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