Miteinander voneinander lernen. Richtfest neue Schule des Querwege e.V. im Paradies Jena

Tasso Carl (links) bei Absprachen mit Polier Gunter Falkner. Donnerstag feiert der Querwege e.V. Richtfest im Paradies. Das Bauprojekt beinhaltet einen zweiten Grundschulstandort, eine Gesamtschule und ein Hotel als Ausbildungshaus.
  Später als ursprünglich geplant wird am Donnerstag (13. Juni) Richtfest an der neuen Schule des Querwege e.V. im Paradies gefeiert. „Das Hochwasser hat nichts damit zu tun“, versichert Querwege-Geschäftsführer Tasso Carl und erklärt: „Wir haben schließlich bei der Auswahl des Standortes nicht blindlings geplant. Große Teile der Saale-Oberaue werden bei Hochwassern überflutet. Die Rasenmühleninsel, wo wir bauen, ist immer trocken geblieben“. Dass das Richtfest nun doch später als geplant stattfindet, liege viel mehr am harten Winter.

Gebaut wird ein Schulgebäude, das von der darin künftig praktizierten Pädagogik geprägt ist. Carl beschreibt es mit „Von innen nach außen geplant, wobei es eine enge Zusammenarbeit der Pädagogen mit den Planern gab.“ Ein differenzierter Unterricht mit vielfältigen Lernformen, ermöglicht durch eine flexible Arbeit in kleinen Gruppen, soll angeboten werden.

Die seit 2000 vom Verein betriebene Ganztagsgrundschule Steinmaleins in Lobeda hat derzeit 80 Plätze und bekommt mit der neuen Schule einen zweiten Standort für weitere 80 Kinder. Die seit 2009 bestehende UniverSaale Jena – die Freie Gesamtschule – ist bislang in wechselnden städtischen Gebäuden eingemietet und musste wie ein Nomade umherziehen. 75 Kinder werden hier von der fünften bis achten Klasse unterrichtet. Mit dem Umzug der UniverSaale in das neue Gebäude nach der Fertigstellung im Herbst entstehen 40 zusätzliche Plätze.

„Alle Kinder, egal ob hochbegabt oder mit geistiger Behinderung, können bei uns ihren Schulabschluss machen. Der reicht vom Abitur bis zum Zeugnis individuelle Lebensbewältigung“, erklärt Carl. Dabei sei man immer bestrebt, eine hohe Praxisrelevanz zu gewährleisten und die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten. Obwohl der Querwege e.V. nicht in das staatliche System integriert ist, arbeite man dennoch eng mit den staatlichen Behörden zusammen. „Unsere progressive Pädagogik ist bei den Eltern sehr stark nachgefragt. Die Jenaer vertrauen unserer Arbeit. Das war auch der Grund für uns, langfristig und nachhaltig an einem für die ganze Stadt attraktiven Standort zu investieren“, so Carl. Dabei sei die neue Schule nicht als neues Projekt zu verstehen, sondern nur als neues Gebäude, in dem bestehende Projekte fortgesetzt werden. Dass es dafür kreative und mitdenkende Mitarbeiter bedarf, die im Team arbeiten können, ist für den Chef eine Selbstverständlichkeit. Für die Pädagogen sei es immer wieder ein heraus fordernder Prozess, jedem Schüler den höchst möglichen Bildungsabschluss zu ermöglichen.

Eine Besonderheit der neuen Schule dürfte das integrierte Hotel sein. „Ein eigenständiges Hotel als Ausbildungshaus mit dem Hintergrund, die Schule im Berufsalltag fortführen zu können“, erläutert der Geschäftsführer das außergewöhnliche Konzept. Er denkt dabei besonders an die Schüler mit geistigen Behinderungen, die es nach ihrem Schulabschluss schwer auf dem Arbeitsmarkt haben, Fuß zu fassen. Die hier umzusetzenden Ideen sind vielfältig. Tasso Carl nennt noch das Stichwort Schülerfirmen.

Weitere Informationen zum Verein sind auf www.querwege.de zu finden.
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3 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.06.2013 | 00:51  
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Antje Hellmann aus Jena | 13.06.2013 | 11:27  
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Steffen Weiß aus Gera | 13.06.2013 | 12:42  
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