Prachtfarben und Farbenpracht der Minerale - Ausstellung „Das Einmaleins der Minerale“ im Museum für Naturkunde Gera

Nächster Termin: 05.01.2012 11:00 Uhr bis 01.01.2017 18:00 Uhr

Wo? Höhler Museum für Naturkunde, Nicolaiberg 3, 07545 Gera DE
Malachit, Cu2(CO3)(OH)2, Star of the Congo Mine, Katango, Kongo
 
Frank Hrouda, Vorsitzender der Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde, neben einem Amethyst-Druse aus den Basaltfeldern von Rio Grande do Sul, Brasilien
Gera: Höhler Museum für Naturkunde | In der Ausstellung „Das Einmaleins der Minerale“ im Höhler unter dem Schreiberschen Haus – dem größten heute erhaltenen Höhler Geras – zeigt das Museum für Naturkunde Gera Minerale aus aller Welt. Sie sind in den acht ästhetisch bestückten Vitrinen keineswegs wahllos angeordnet. Vielmehr veranschaulicht diese Präsentation fünf eng umrissene mineralogische Aspekte.

Einer davon ist die Farbe, ein wichtiges, aber nicht das einzige Merkmal zur Unterscheidung der Tausenden bekannten Minerale. Bei vielen deutet schon der Name auf ihre Farbigkeit hin. So sind Azurit und Aquamarin jeweils blau. Die Ursachen für die blaue Farbe beider Minerale ähneln sich, aber unterscheiden sich auch in einem entscheidenden Aspekt. Azurit ist immer blau, denn seine Farbe resultiert aus seiner eigenen, immer gleichen chemischen Zusammensetzung, bei der Kupfer eine entscheidende Rolle spielt. Es ist demzufolge ein eigenfarbiges Mineral. Aquamarin hingegen ist die blaue Varietät des Minerals Beryll, das auch in anderen Farben auftreten kann. So ist beispielsweise der Smaragd die grüne Spielart dazu. In Aquamarin und Smaragd befinden sich kleinste Mengen von Fremdbestandteilen, die trotz geringster Mengen erheblich die Farbe des Minerals prägen. Solche Bestandteile sind die Ursache dafür, dass fremdgefärbte Minerale oft in sehr unterschiedlichen Farben auftreten können.

In der Exposition sind viele fantastische Beispiele für eigenfarbige und fremdgefärbte Minerale zu sehen. Auch Kristalle von Mineralen sind vertreten, bei denen die Farbe innerhalb nur eines Kristalls wechselt. Kaum vorstellbar, welche einmaligen und bestechenden Farben Minerale bieten. Kein Wunder also, dass besonders farbige Minerale schon seit langem als Schmuck- oder Edelstein Verwendung finden. Die Ausstellung im Höhler unter Geras ältestem Haus zeigt die natürliche Schönheit zahlreicher kristalliner Farbtupfer. Die Besucher können sich unter anderem am grünen Malachit, dem blauen Lapis Lazuli oder dem mehrfarbigen Turmalin erfreuen.

Seit dem 18.11.2011 zeigt das Museum für Naturkunde Gera im Höhler unter dem Schreiberschen Haus die neue Themenausstellung „Das Einmaleins der Minerale – Entstehung, Gestalt und Nutzen“

Nachdem das Museum für Naturkunde innerhalb der letzten 15 Jahre Teile seiner Bestände an internationalen Mineralen – sortiert nach den großen chemischen Gruppen – präsentiert hat, nutzt es in der neuen Ausstellung die Objekte, um weitere Aspekte der Mineralogie vorzustellen. So sollen die nun aufbereiteten Themen Einblicke in bestimmte Zusammenhänge der Mineralogie ermöglichen. Eine große Bedeutung kommt dabei den komplizierten geologischen Vorgängen bei der Entstehung der Minerale zu – die in der Schau anschaulich dargestellt werden. Anhand zahlreicher Beispiele wird gezeigt, welche Minerale unter oder über der Erdoberfläche im erkaltenden Magma auskristallisieren oder welche Minerale durch Verwitterungsprozesse entstehen. Da Letztere besonders farbenreich sind, wird dieses Thema auch entsprechend opulent behandelt.

Die Farbenvielfalt der Minerale wird wohl den Betrachter auch am meisten in den Bann ziehen. Wieso manche Minerale immer nur in einer Farbe auftreten, andere wiederum sehr verschiedenfarbig sein können, ist in einem anderen Teil der Ausstellung dargestellt. Die hier präsentierten Exponate bieten ein regelrechtes Farbspektakel.
Kaum vorstellbar sind die vielfach exakten Kristallformen, in denen die Minerale in Abhängigkeit von ihrem chemischen Aufbau vorkommen. Die verschiedenen Kristallsysteme werden anhand beispielhaft gewachsener natürlicher Kristalle genauso vorgestellt, wie die Vielfalt innerhalb eines nur einzigen Kristallsystems. Auch das Mineral Quarz, dessen Varietäten und besonderen Formen in der Ausstellung demonstriert werden, weist diese Mehrfarbigkeit und Formenvielfalt auf. Herrliche Amethyste, Achate, Bergkristalle, Rauchquarze oder Opale sind zu sehen.

Trotz aller ästhetischen Qualitäten stellen Minerale vor allem Grundstoffe für die Industrie dar und sind somit Voraussetzung für viele Vorgänge im Alltag – auch für komplizierte technische Vorgänge. Ohne Quarz, Feldspat und Kaolin würde der Morgen nicht mit dem Kaffee aus einer schönen Porzellantasse beginnen; ohne Gold würde manches feinelektronische Gerät nicht funktionieren und ohne Platin das umweltgerechte Fahren mit Katalysator nicht möglich sein. Diese und weitere Beispiele wichtiger Anwendungen von Mineralen werden aufgezeigt.

Die neue Ausstellung „Das Einmaleins der Minerale“ verbindet die Präsentation ästhetischer und hochwertiger Minerale mit der Darstellung spezifischer Themen und ist damit ebenso für Sammler und Kenner sowie für interessierte Laien und Schüler geeignet.

Das Museum für Naturkunde öffnet seine Pforten – wie alle Geraer Museen - dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11.00 bis 18.00 Uhr.


PS: Bitte bedenken Sie, dass die Fotos von den Ausstellungsstücken nicht unter Studiobedingungen, sondern in den Vitrinen innerhalb der Ausstellung fotografiert wurden. Sie können somit geringe Farbabweichungen gegenüber dem Original aufweisen.

Mehr über die Ausstellungstätigkeit des Museums für Naturkunde erfahren Sie hier:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/museum-f%FC...
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8 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 10.01.2012 | 20:20  
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Renate Jung aus Erfurt | 10.01.2012 | 23:02  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 14.01.2012 | 17:40  
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Renate Jung aus Erfurt | 16.01.2012 | 00:27  
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Steffen Weiß aus Gera | 24.01.2012 | 10:21  
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Renate Jung aus Erfurt | 24.01.2012 | 23:28  
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Steffen Weiß aus Gera | 22.12.2012 | 12:00  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.12.2012 | 19:41  
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