Tyra will rennen. Gassigeher sind eine wertvolle Bereicherung für die Vierbeiner des Tierheims Gera

Dobermannhündin Tyra genießt den täglichen Ausflug mit Studentin Franziska Varga und Schülerin Nelly Böhme.
Gera: Tierheim | Kurz an einen Heizungskörper gekettet. Ohne Futter. Ohne Wasser. Als Tyra am 4. November 2012 von der Polizei gemeinsam mit der Feuerwehr in einer Lusaner Wohnung aus ihrer Zwangslage befreit wurde, machte die Dobermannhündin keinen guten Eindruck. Abgemagert bis auf 18 Kilogramm.

Heute sieht das anders aus. Das Gewicht hat sich fast verdoppelt. Obwohl im Geraer Tierheim lebend, macht Tyra einen glücklichen Eindruck. Zu verdanken hat sie das unter anderem der Schülerin Nelly Böhme und der Studentin Franziska Varga. Sie gehören zu den sogenannten Gassigängern des Tierheims. Und zwar zu denen, die nahezu jeden Tag hier aufschlagen.

Tyra liebt es, an der langen Leine zu rennen. Und wenn dann wieder die Sonne höher am Horizont steht, Franziska auf Inlinern bis nach Bad Köstritz zu begleiten. Uns so ganz nebenbei erhält Tyra auch noch ein bisschen Erziehung. Das sei wichtig für die künftigen Besitzer, meint die Studentin, die die Hündin zum Austoben auch mal mit in den eigenen Garten nimmt.

Nicht nur Tyra und Franzi sind mittlerweile „dicke“ Freundinnen, auch Franzi und Nelly. Die Schülerin wollte sich voriges Jahr aus Interesse das Tierheim anschauen. Dabei traf sie auf die Studentin, die ihr alles erklärt hat. Das müsse wohl eine Tierheimmitarbeiterin sein, dachte sich Nelly beim Rundgang. Nein. Gassigängerin. Nelly staunte nicht schlecht, fand Gefallen daran und geht seitdem gemeinsam mit Franzi auf Tour.

Obwohl selbst noch jung, kann die Studentin die Jahre schon nicht mehr zählen, seit wann sie die Vierbeiner ausführt. 13 Jahre, 14? Von Mutti „genötigt“? „Nein, das war wohl eher ich, der Mutti gebettelt hat, wann es endlich wieder mal ins Tierheim geht“, erklärt sie mit einem Schmunzeln. Von Kindesbeinen an hat sie Gefallen daran gefunden, den Hunden etwas Gutes zu tun. Und die freuen sich - wie Tyra seit einem Jahr - auch auf den täglichen Auslauf. Einen eigenen Hund hat Franziska übrigens nicht. Das müsse noch warten, bis sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen hat.

Tierheimleiterin Bärbel Zimmer zeigt sich begeistert von den beiden jungen Damen: „Solche Gassigänger wünsche ich mir. Wir als Mitarbeiter haben leider nicht die Zeit, die Hunde derart geistig und körperlich zu fordern. Die Hunde brauchen Bewegung und sollen etwas lernen. Da bedarf es Gassigänger, die die Hunde nicht nur mit Leckerlies vollstopfen“.

Übrigens ist diese ehrenamtliche Tätigkeit auch erste Voraussetzung für Interessenten an einem Tierheimhund. Schließlich ist das Tierheim kein Laden, von dem man ohne genauen Check ein Tier mitnehmen kann. Vergangene Weihnachten hätte Bärbel Zimmer gut ein Dutzend Hunde aus Mitleid vermitteln können. So einfach funktioniert das allerdings nicht.

Wer Interesse am Thema Gassigehen hat, sollte dem Tierheim während der Öffnungszeiten montags bis freitags von 13.30 bis 17 Uhr und samstags von 14 bis 16 Uhr einfach mal einen Besuch abstatten.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 16.01.2014 | 18:27  
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Renate Jung aus Erfurt | 16.01.2014 | 22:00  
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