Umbau begonnen. Filiale der Landeszentralbank wird moderner Campus der SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera

Kai Metzner schaut in der früheren Schalterhalle optimistisch in die Zukunft.
  Gera: SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera | Die Handwerker haben ihre Arbeit aufgenommen. Noch werden keine Wände eingerissen. Es sind eher vorbereitende Arbeiten. Erhaltenswertes wird geschützt. Wo sich einst Millionen stapelten, sollen bereits ab kommenden Semester Studenten unterrichtet werden.

Obwohl der größte Teil der Arbeit noch bevor steht, atmet Kai Metzner, Geschäftsführer der SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera, auf. Die private Bildungseinrichtung hatte im Oktober 2007 ihre Arbeit aufgenommen. Am Geraer Standort quartierte sich die Hochschule in der Villa Hirsch ein. Bereits drei Jahre später platzte die Villa aus den sprichwörtlichen Nähten. Wegen der gestiegenen Zahl von Studenten mussten externe Flächen angemietet werden. Die Villa habe zweifelsohne Charme und Charakter, freut sich Metzner und erklärt allerdings im gleichen Atemzug, dass man durch den Denkmalschutz extrem eingeschränkt ist: „Wir dürfen nicht mal einen Fahnenmast aufstellen oder Plakate anbringen, um unsere öffentlichen Veranstaltungen zu bewerben“.

Da wundert es nicht, dass Metzner seit Jahren jedes in Frage kommende Objekt in Gera unter die Lupe nimmt, ob es für die Hochschule geeignet wäre. „Es waren mindestens 20 Objekte“, meint er kopfschüttelnd. Keines kam auch nur ansatzweise in Frage. Hellhörig wurde er, als das Kuratorium das Projekt Kunsthaus - das in dem seit Jahren leer stehenden Gebäude der Landeszentralbank unter Forcierung des früheren Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm errichtet werden sollte - aufgegeben hat. Metzner war skeptisch. Die zur Verfügung stehende Fläche sei ausreichend. „Aber wie soll man hier die notwendigen Seminarräume errichten?“. Die Zweifel wurden ihm durch eine Machbarkeitsstudie durch das beauftragte Architekturbüro genommen: Es geht. Entsprechend den Anforderungen wurde gemeinsam ein Raumbuch und auf dessen Basis ein Flächennutzungsplan erstellt.

Als die Stadt Gera Mitte vergangenen Jahres das Gebäude offiziell zum Verkauf ausgeschrieben hat, hat die SRH Hochschule ihr Interesse bekundet. Metzner erinnert sich noch genau daran, wie schwer sich der Stadtrat getan hat, die Idee vom Kunsthaus endgültig zu begraben. Andererseits sei es kein Geheimnis, dass die Stadtkasse nicht bestens gefüllt ist und dass es auch kaum andere Interessenten gegeben hat, die bereit waren, den Kaufpreis zu zahlen. So hat der Stadtrat im Juni dem Verkauf der ehemaligen Landeszentralbank für 2,8 Millionen Euro an das Heidelberger Bildungs- und Gesundheitsunternehmen SRH zugestimmt.

Am 1. Oktober fiel der Startschuss für die Umbauarbeiten. Laut Metzner wird der Umbau 2 Millionen Euro kosten. Die Gesamtsumme der Investitionen für den neuen SRH-Campus betragen rund 5 Millionen Euro. Bis zum Bezugstermin am 1. März 2014 gibt es einen straffen Zeitplan. Die Hochschulnutzung beginnt mit dem neuen Semester im April 2014. Die Villa Hirsch wird dann aufgegeben.

Bezüglich des jetzt begonnenen Umbaus spricht der neue Hausherr vom Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist er vom hohen Ausbaustandart begeistert. Auf der anderen Seite handelt es sich – logischerweise - um ein massiv geschütztes Gebäude. Der riesige Tresor lässt sich nicht umbauen und so nicht wirklich nutzen. Zwar viel zu groß, wird er künftig das Archiv beherbergen. Von einer großen Herausforderung spricht Metzner zudem bei den Seminarräumen. „Auch beim Tresen im früheren Schalterraum handelt es sich nicht um ein bisschen Rigips, was leicht zu entfernen ist. Hier soll unser Audimax für bis zu 150 Studierende entstehen“, erklärt Metzner. Aufenthaltsbereiche werden geschaffen, eine Cafeteria, Mitarbeiterbüros.

Bei all den Umbauarbeiten soll einerseits der Charme der früheren Funktion des Gebäudes erhalten werden. Viele kleine Tresore bleiben stehen. Gleiches gilt für die Wandgemälde, die erhalten werden sollen. Natürlich soll auch der von Stararchitekt Chipperfield geschaffene Stil erhalten werden. Eine Herausforderung wird der Umbau der Klimatechnik, die nur für eine geringe Personenzahl konzipiert war. „Aber bis jetzt deutet nichts darauf hin, dass wir den Fertigstellungstermin nicht halten können“, so Kai Metzner. Mit dem neuen Campus, direkt am Hofwiesenpark gelegen, kann auch die Zahl der Studenten an der SRH Hochschule für Gesundheit wachsen. Derzeit sind es 450. Am neuen Campus finden 600 Studenten beste Bedingungen vor. Die erste private Hochschule im Freistaat Thüringen bietet neun Bachelor- und Masterstudiengänge in Gesundheits- und Therapieberufen an. Bundesweit einmalig ist der Masterstudiengang Neurorehabilitation.
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3 Kommentare
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Maritta Byhan aus Hermsdorf | 05.11.2013 | 17:04  
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Hannelore Grünler aus Artern | 05.11.2013 | 18:50  
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Renate Jung aus Erfurt | 07.11.2013 | 01:47  
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