Verkehr rollt über neuen Beton. Via Gateway Thüringen: Termingerecht eine Richtungsfahrbahn auf der A9 fertiggestellt

Arnaud Judet ist Technischer Geschäftsführer der Via Gateway Thüringen. Er ist stolz darauf, das zwei Bauabschnitte termingerecht fertiggestellt und dem Verkehr frei gegeben werden konnten.
 
Der Görkwitzer Felsen hat sich als "harte Nuss" im wahrsten Sinne des Wortes entpuppt. Ursprünglich sollte die Autobahn an dieser Stelle nach Westen verlegt werden. Der Eigentümer der dort befindlichen Mühle ist allerdings nicht auf die angebotene Abfindung der DEGES eingegangen. So mussten tausende Tonnen Gestein, mit kurzfristigen Vollsperrungen verbunden, weggesprengt werden.
Eines vorneweg: Mit 200 Stundenkilometern über die A9 zwischen Triptis und Schleiz rasen ist noch in weiter Ferne. Und dennoch gibt es auf der größten Baustelle Thüringens Grund zum Feiern. Täglich tausende Kraftfahrer haben’s bereits gemerkt: Unter ihren Rädern rattert kein alter Beton mehr. Die 19 Kilometer lange Ausbaustrecke führt seit einigen Tagen komplett über eine der beiden neuen Fahrbahnen. Auffallend dabei ist – man sieht es derzeit wegen der teils noch vorhandenen alten Fahrbahn sehr gut - der sogenannte Gradientenausgleich. Die neue Fahrbahn ist abgeflacht und langgezogen.

Arnaud Judet, Technischer Geschäftsführer der Via Gateway Thüringen, spricht von einer großen Herausforderung beim sechsspurigen Ausbau der A9: „Bis Mitte April lag Schnee und dann hatte es geregnet. Wir haben es dennoch geschafft, den Termin der Freigabe zu halten“. Weitere „harte zu knackende Nüsse“ waren unter anderem das Naturschutzgebiet Plothener Seenplatte mit seinen strengen Umweltauflagen und der Görkwitzer Felsen. Über 200, in Spitzenzeiten bis zu 300 Mitarbeiter sind auf der Baustelle größtenteils im Zweischichtbetrieb tätig. Nachtarbeit wird weitestgehend vermieden. Technologisch bedingt sei sie allerdings manchmal erforderlich. Unter anderem beim Betoneinbau, bei dem eine Maximaltemperatur einzuhalten ist. Des Weiteren bei Brückenabrissarbeiten, die eine Vollsperrung voraussetzen. Die Vertragsbedingungen erlauben derartige Arbeiten nur beim geringsten Verkehrsfluss, der erfahrungsgemäß Samstagnacht herrscht.

Apropos Vertragsbedingungen. Es ist nicht der Bund selbst, der für den sechsspurigen Ausbau der A9 verantwortlich ist. Beauftragt wurde von der öffentlichen Hand die Via Gateway Thüringen. Dabei beinhaltet der Vertrag neben dem sechsspurigen Ausbau auf 19 Kilometern Länge auch den Betriebs-, Unterhaltungs- und Erhaltungsbetrieb der A9 zwischen der Anschlussstelle Lederhose und der bayrischen Landesgrenze auf einer Streckenlänge von 46,5 Kilometern. Und dies für einen Zeitraum von 20 Jahren, begonnen am 1. Oktober 2011. Public Private Partnership (PPP) nennt sich das neue Modewort, zu gut deutsch: Öffentlich Private Partnerschaft (ÖPP). Der Bund bleibt dabei nach wie vor Baulastträger und Grundstückseigentümer.

Ganz neu sind derartige Partnerschaften – die in anderen Fällen früher teils auch umstritten waren - nicht. Neu ist allerdings, dass die Via Gateway Thüringen nach dem so genannten Verfügbarkeitsmodell abgerechnet wird. Vereinfacht ausgedrückt bekommt das Privatunternehmen sein Geld nicht nur dafür, dass die 19 Kilometer sechsspurig ausgebaut und insgesamt 46,5 Kilometer unterhalten und erhalten werden und nach vorgeschriebenen Vertragsbedingungen nach 20 Jahren zurückgegeben werden, sondern wie dieser Streckenabschnitt in den 20 Jahren verfügbar ist. Kundenorientierung auf der Autobahn? Genau. Stehen den Kraftfahrern nach dem sechsspurigen Ausbau nicht sämtliche Spuren wegen eventueller Bauarbeiten zur Verfügung, erhält die Via Gateway Thüringen weniger Geld.

Dieser Fakt erhöht den Druck, von Beginn an in bestmöglicher Qualität zu arbeiten. Nicht Vertragsbestandteil mit dem Auftraggeber, hat sich die Via Gateway Thüringen aus eigener Initiative prüfen lassen. Von einem externen Prüfinstitut wurde in diesen Tagen bestätigt, dass das Unternehmen die DIN EN ISO 9001:2008 erfüllt. „Wir sind stolz. Es ist nicht so einfach, dieses Zertifikat zu bekommen“, bringt Judet seine Freude zum Ausdruck.

Noch reichlich ein Jahr müssen sich Autofahrer in Geduld üben. Die Fertigstellung des sechsspurigen Ausbaus ist für Ende November 2014 geplant. Dann wurden 19 Kilometer neu ausgebaut, 29 Ingenieurbauwerke abgebrochen, 24 neu gebaut, Lärmschutzanlagen installiert, zwei Parkplätze mit WC errichtet, die Anschlussstelle Dittersdorf komplett neu gebaut und Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen durchgeführt.

Mehr über die Via Gateway Thüringen ist hier zu erfahren:

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6 Kommentare
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 27.08.2013 | 21:09  
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Renate Jung aus Erfurt | 27.08.2013 | 21:28  
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Steffen Weiß aus Gera | 27.08.2013 | 21:33  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 27.08.2013 | 21:48  
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Steffen Weiß aus Gera | 28.08.2013 | 07:26  
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Hannelore Grünler aus Artern | 29.08.2013 | 02:39  
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