Viagra ist ein Segen. Auf komfortablem Weg zum erfüllten Sex

Dr. med. Andreas Schlichter: „Viagra hat das Spektrum der Therapiemöglichkeiten bei der erektilen Dysfunktion wesentlich erweitert“.
Gera: SRH Wald-Klinikum | Diesen Freitag jährt es sich zum 17. Mal, dass Viagra auf den Markt gekommen ist. Ein Feiertag für alle Menschen, die nicht genug (körperliche) Liebe bekommen können!? In Deutschland sind drei Millionen Männer von der erektilen Dysfunktion betroffen, die Dunkelziffer ist noch höher. Ein Thema, über das nicht gern gesprochen wird.

Diese Erfahrung hat auch Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Schlichter, Chefarzt der Fachabteilung Urologie und Kinderurologie am SRH Wald-Klinikum Gera gemacht. Kaum einer der Betroffenen komme mit seinem Anliegen auf direktem Weg zum Arzt. „Die Hemmschwelle gibt es nach wie vor. Es wird alles Mögliche besprochen. Erst mit der fast schon endenden Konsultation ist zu erfahren, dass da noch etwas ist.“

Schlichter spricht bezüglich der Markteinführung von Viagra von einem Segen. „Das Medikament war ursprünglich nicht für die erektile Dysfunktion entwickelt worden, sondern für die Behandlung einer speziellen Form des Bluthochdrucks. Die positive Wirkung des darin enthaltenen Wirkstoffs Sildenafil auf Erektionsstörungen wurde zufällig entdeckt. Viagra hat das Spektrum der Therapiemöglichkeiten bei der erektilen Dysfunktion wesentlich erweitert. Bis dato gab es nur Medikamente, die man sich selbst in den Schwellkörper spritzen musste – eine nicht sonderlich komfortable Lösung“.

Ein Allheilmittel sei Viagra dennoch nicht. „Es gibt Kontraindikationen, die den Einsatz von Viagra verbieten. Und natürlich wirkt es nicht bei jedem. Es ist auch Unsinn, dass Viagra noch leistungsfähiger macht!“ erklärt der Chefarzt. Nicht umsonst ist das Medikament in Deutschland verschreibungspflichtig. Schlichter hat zwar schon gehört, dass Viagra auch von Hausärzten verschrieben wird. Der normale Weg sei aber der zum Urologen: „Die möglichen Ursachen der erektilen Dysfunktion sollten abgeklärt werden“. Die organischen Ursachen sind nach seiner Auskunft in den meisten Fällen Gefäßerkrankungen, gefolgt von Diabetes mellitus. Ferner spielen Radikaloperationen, Rückenmark- und Beckenverletzungen, hormonelle Störungen und neurologische Erkrankungen eine Rolle.

„Sind die organischen Ursachen ausgeschlossen, kommen noch psychogene in Frage“, so Schlichter. Auf eine Prozentzahl der psychogenen im Vergleich zu organischen Ursachen möchte er sich nicht festlegen. Aber sie seien aufgrund von Versagensängsten und durch die Belastung im Beruf zunehmend, besonders bei den nicht so älteren Männern.

Von Bestellungen bei dubiosen Anbietern im Internet rät der Fachmann dringend ab: „Woher soll man wissen, was in den Tabletten enthalten ist? Und schon allein wegen der vielen möglichen Nebenwirkungen bedarf es unbedingt einer ärztlichen Beratung!“. Potenzmittel kosten mittlerweile auch kein Vermögen mehr. Bis Mitte 2013 war die Herstellung von Sildenafil in Deutschland patentrechtlich geschützt. „Seit dem Auslauf des Patents bieten mittlerweile fast ein Dutzend deutsche Pharmaproduzenten Generika an, die etwa nur ein Drittel kosten“, so Schlichter.
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1 Kommentar
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 01.04.2015 | 15:15  
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