Vorsicht beim Umdecken von Versicherungsverträgen!

(Foto: web.de)
Unter Umdecken versteht man die Von Versicherungsvermittlern empfohlene Kündigung bestehender Versicherungsverträge bei gleichzeitigem Neuabschluss eines Neuvertrages bei einem anderen Versicherungsunternehmen.

Unter Umständen sieht ein neuer Vertrag nicht nur bedingungsgemäße Verbesserungen, sondern auch Verschlechterungen vor!

Deshalb muss der Kunde über die objektiv bestehenden Nachteile besonders aufgeklärt werden. Dies ist im Rahmen einer Beratungsdokumentation nach ³6 VVG auch zu dokumentieren.
Eine in diesem Punkt unvollständige oder nicht aussagekräftige Beratung kann zu einem Schadenersatzrisiko für den Vermittler führen.

Besonderheit in der Lebensversicherung:
Bei Kündigung entstehen zunächst Verluste, das das „Deckungskapital“ sprich das Vertragsguthaben in den ersten 5 Jahren durch zeitanteilige Abschlusskosten sowie Stornoabzug gemindert wird. Außerdem verlieren Kunden eventuell den Schlussüberschuss, da dieser erst zum Ablauf des Vertrages durch den Versicherer gezahlt werden muss.

Beim Neuabschluss fallen erneut Abschlusskosten an. Weiterhin wird das neue Eintrittsalter zugrunde gelegt (bspw. Statt 20 Jahr 25 Jahre alt)
und es können sich in der Zwischenzeit auch gesundheitliche Verschlechterungen ergeben haben, die eine Neuaufnahme erschweren.

Tipp: (ein Wechsel kann sich lohnen, wenn man richtig hinschaut)

Altvertrag und Angebot genau gegenüberstellen
ist der Altvertrag vielleicht eine fondsgebundene Versicherung ohne Garantien?
Garantien vergleichen (z.B. statt 2,25 Garantiezins jetzt nur noch 1,75%)
Will ich lieber Risiko oder Sicherheit?
Darauf achten, ob der zu zahlende Beitrag eventuell nur der Anfang reduziert ist, aber nach ein paar Jahren deutlich ansteigt!
sind im Neuantrag auch wirklich alle Gesundheitsfragen richtig beantwortet?

Besonderheit in der Privaten Krankenversicherung:
Verlust der vollständigen (bei Abschluss vor 2009) oder anteiligen Altersrückstellung.
Beim Neuabschluss wird ein höheres Eintrittsalter zugrunde gelegt. Zudem können sich in der Zwischenzeit auch gesundheitliche Verschlechterungen ergeben haben, die eine Neuaufnahme erschweren. Bei Staffelung von Beitragsrückerstattung bedeutet ein Wechsel auch, dass man in der Staffel wieder von vorne anfängt.

Tipp: (ein Wechsel kann sich lohnen, wenn man richtig hinschaut)

Ist mein alter Tarif mittlerweile geschlossen, dann kommen keine jungen gesunden mehr neu hinzu. Somit werden die im Bestand befindlichen Personen älter und damit im Durchschnitt kränker. Die Kosten im Tarif steigen und der Tarif muss die Beiträge erhöhen.
Wer innerhalb seiner Gesellschaft in einen anderen Tarif wechselt, darf die gesammelten Alterungsrückstellungen vollständig behalten.


Gera 18.02.2014


Tobias Kramny
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1 Kommentar
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Mike Picolin aus Gera | 23.02.2014 | 10:17  
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