28. Thüringen-Rundfahrt der Frauen - US-Amerikanerin Rivera gewinnt 5. Etappe in Gera

Die Siegerfaust der Sprintsiegerin Coryn Rivera (USA, Nationalteam USA). (Foto: frontalvision.com)
 
Tayler Wiles (USA, Velocio-SRAM) in der Nachführarbeit im Bereich Bad Köstritz. (Foto: frontalvision.com)
Gera: . |

Coryn Rivera (USA, Nationalteam USA) sichert sich in Gera ihren ersten Rundfahrt-Etappensieg im Sprint aus einer Gruppe; Gesamtwertung kaum verändert.

Nach 118,5 km Kilometern bei zum Teil tropischen Bedingungen hatte die US-Amerikanerin auf dem Pflaster des Geraer Markts bergauf die besten Beine und verwies Jermaine Post (NED, Parkhotel Valkenburg) und Chloe McConville (AUS, Orica-AIS) auf die Plätze. Weil Martina Ritter (AUT, BTC-Ljubljana) im virtuellen Gelben Trikot fuhr, musste das Team der führenden Lisa Brennauer (Kempten, Velocio-SRAM) kräftig arbeiten. In der Gesamtwertung verliert allein Lauren Stephens (USA, Tibco-SVB) einige Sekunden.

Als das Feld von noch 89 Fahrerinnen sich neutralisiert auf den Weg machte, war es in Gera drückend schwül bei 30°C und außerhalb Geras nicht wesentlich angenehmer. Das hielt die Lokalmatadorin Beate Zanner (Gera, maxx-solar) jedoch von einem Angriff quasi bei km 0 nicht ab. So war es nach Zanners Worten auch geplant gewesen, was gehörig Unruhe ins Feld brachte, das sich noch nicht recht sortiert hatte. Es fuhr zunächst Zanner solo vornweg, was ihr die erste Bergwertung bei km 9 in Kaltenborn einbrachte, und es bildeten sich Spitzengruppen unterschiedlicher Zusammensetzung und Größe mit wechselndem Vorsprung, weil so gut wie ständig Fahrerinnen aus dem Feld nach vorn sprangen oder aus der Spitzengruppe (wieder) zurückfielen. Auch Zanner wurde schließlich Opfer ihrer eigenen Attacke, will aber, wenn möglich auf den verbleibenden zwei Etappen noch einmal angreifen.

Die erfolgreiche Gruppe des Tages hatte ausreichend viele Fahrerinnen, elf an der Zahl, harmonierte gut und konnte sich gut 5 km vor der ersten, bei km 37 liegenden Sprintwertung in Bad Köstritz aus dem unruhigen Renngeschehen absetzen, v.a. dank der Initiative von Coryn Rivera, Katarzyna Wilkos (POL, TKK Pacific-Nestlé), Lucy Coldwell (GBR, maxx-solar) und Österreichs Staatsmeisterin Martina Ritter. In der zweiten Rennhälfte, bei dann ruhigerem Rennverlauf, wuchs der Vorsprung auf 4:15 min und die 32-jährige Österreicherin fuhr virtuell im Gelben Sparkasse-Trikot der Gesamtführenden. „Mir war natürlich klar, dass es das virtuelle Gelbe bleiben würde“, erklärte sie im Ziel, wo ihr das Weiße Saalfelder-Trikot der Aktivsten übergestreift wurde. Denn der große Vorsprung rief Velocio-SRAM auf den Plan. Die Mannschaft von Lisa Brennauer drückte so sehr aufs Tempo, dass ab etwa km 85 der Vorsprung buchstäblich einbrach, auf unter 1 min. „Vielleicht haben wir heute sogar ein bisschen zu viel des Guten getan“, erklärte die nun mit 29 sec auf Lotta Lepistö (FIN, Bigla) und Lauren Stephens (USA, Tibco-SVB) sowie 31 sec auf Emma Johansson (SWE, Orica-AIS) führende Allgäuerin im Ziel. „Aber es kommen noch zwei schwere Etappen, und deshalb wollten wir lieber einen geringeren Ausreißerabstand kontrollieren. Ich kann nicht noch mehr Konkurrentinnen gebrauchen. Die Mannschaft hat heute jedenfalls hervorragend funktioniert und hart gearbeitet.“

Erst auf der 7 km langen Schlussrunde nach der ersten Querung des Zielstrichs ließ Velocio-SRAM locker und Tibco-SVB ging in die Führung. So rettete die Elfergruppe einen Vorsprung von 19 sec ins Ziel, während Lauren Stephens die Favoritinnengruppe nicht ganz halten konnte und deshalb den Gesamtplatz mit Lotta Lepistö tauschte.

Im ansteigenden Zielsprint fuhr Coryn Rivera von vorn gut 200 m vor dem Ziel aus der Gruppe und hielt die Führung mit einer knappen Radlänge. „Mir liegen Pflasterstraßen, und auch der technische Kurs vor dem Ziel hier in Gera kommt mir entgegen“, sagte sie zu ihrem Sieg. „Als ich mir das angesehen hatte, wusste ich, dass es hier klappen kann, wenn ich vorn drin bin.“

Schon im nervösen Rennbeginn kam die bisherige stärkste Nachwuchsfahrerin Corinna Lechner (Erfurt, Nationalteam Deutschland) mit dem hohen Tempo bei erbarmungslosen Temperaturen schlechter klar als ihre direkteste Konkurrentin Jenelle Crooks (AUS, Nationalteam Australien), an die sie das Violette Gotha-adelt-Trikot für die stärkste U 23-Fahrerin abgeben musste.

Weil alle Sprintwertungspunkte an Ausreißerinnen gingen, die in dieser Wertung keine Rolle spielten, bleibt das Bronzene Vintage-VDB-Sprintführendentrikot auf den Schultern von Lotta Lepistö. Elise Delzenne (FRA, Velocio-SRAM) baute mit 1 Punkt heute die Führung in der Wertung um das Schwarz-Gelbe Opel-Bergtrikot auf 10 Punkte aus. Als einzige Deutsche in der Elfer-Spitzengruppe sicherte sich Kathrin Hammes (Freiburg i.Br., Tibco-SVB) das Blaue Thüringen-Tourismus-Trikot der besten Deutschen.

Die Thüringen-Rundfahrt der Frauen wird am morgigen Mittwoch mit der sechsten Etappe, wahrscheinlich der Königsetappe, rund um Schleiz über 129 km fortgesetzt.

Etappe 5, 119 km rund um Gera: 1. Coryn Rivera (USA, Nationalteam USA) 3:16:14; 2. Jermaine Post (NED, Parakhotel Valkenburg); 3. Chloe McConville (AUS, Orica-AIS); 4. Martina Ritter (AUT, BTC-Ljubljana); 5. Miriam Bjørnsrud (NOR, Hitec Products), alle selbe Zeit; ... 10. Kathrin Hammes (Freiburg i.Br., Tibco-SVB) + 4 sec; ... 13. Lisa Brennauer (Kempten, Velocio-SRAM) + 19.

Gesamtwertung nach 5 Etappen: 1. Lisa Brennauer (Kempten, Velocio-SRAM), 13:17:09 Std; 2. Lotta Lepistö (FIN, Bigla); 3. Lauren Stephens (USA, Tibco-SVB), beide + 29 sec; 4. Emma Johansson (SWE, Orica-AIS) + 31; 5. Karol Ann Canuel (CAN, Velocio-SRAM) + 51; ... 8. Stephanie Pohl (Cottbus, Nationalteam Deutschland) + 1:30 min; ... 13. Hanka Kupfernagel (Neustadt/Orla, maxx-solar) +2:25.

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