Auf Korbjagd im Rolli

Der Geraer Schüler Daniel Rub ist begeisterter Rollibasketballer und trainiert bei den Caputs Juniors in Jena
 
Auch tribbeln will geübt sein - Daniel mit seiner Mutter Manuela Rub
Gera: Daniel Rub | Unverhoffte Unterstützung für den jungen Rollstuhlbasketballer Daniel Rub aus Gera

Gera. Daniel empfängt mich in seinem Zimmer. Unverkennbar, für welchen Sportverein sein Herz schlägt: er ist absoluter Fan der Fußballclubs FC Bayern. Selbst an den Radkränzen seines Rollstuhls prangt deren Logo. Der aufgeschlossene 15-Jährige plaudert über den neuen Bayern-Coach und seinen Lieblingsspieler Schweinsteiger. „Die Bayern bereiten mir keine Sorgen, aber unsere Rollstuhlbasketballer von den Jena Caputs, die in der 1. Bundesliga spielen, schon“, erzählt er. Dort kennt er sich aus, denn seit einiger Zeit gehört er selbst zum Verein, spielt als Anfänger bei den Caputs Juniors mit.

Für ihn ist das Ausgleich, hier kann er sich auspowern. Zumal er sich in den letzten beiden Jahren fünf Op's unterziehen und lange Klinikaufenthalte auf sich nehmen musste, um seinen Gesundheitszustand zu stabilisieren. Denn seine Gliedmaßen sind von Spastik betroffen - wie auch sein ADS und die Lese-Rechtschreib-Schwäche - eine Folge seiner zu frühen Geburt.

Trotz dieser Handikaps ist Daniel ein pfiffiger Neunklässler, der gerade seinen qualifizierten Hauptschulabschluss macht und den Realschulabschluss anstrebt. Als der Trainer der Jena Caputs einmal sein Förderzentrum in Gera besuchte, um den Sport und seinen Verein vorzustellen, war das Feuer sofort entfacht. Gemeinsam mit Freund Christian nahm er später an einem Probetraining teil - und war begeistert. Seitdem fährt Mama Manuela Rub ihren Sohn jeden Donnerstag zum Training von Gera nach Jena und ist mittlerweile selbst leidenschaftliche Zuschauerin.

Seine ersten Spiele und Turniere für Einsteiger und Freizeitteams meisterte Daniel mit Bravour. „Ich freue mich jeden Donnerstag auf das Training. Wir sind eine coole Gruppe, in der Fairness und Zusammenhalt herrschen. Es macht echt Spaß.“
Bald stehen neue Wettkämpfe an und sein Trainer hat ihn für ein Jugendtrainingscamp während der Rollstuhlbasketball-EM in Frankfurt nominiert. Das weckt seinen Ehrgeiz, denn später möchte er einmal in die höheren Klassen der Jena Caputs aufsteigen.
„Zum Glück gehört man beim Rollstuhlbasketball mit 30 noch nicht zum alten Eisen“, schmunzelt er und sieht dabei in Trainer Uwe Bartmann sein Vorbild.

Und es gibt noch etwas, dem Daniel entgegen fiebert: seinem eigenen, maßgeschneiderten Sportrollstuhl. Das verdankt er der Initiative von Heidi Kowalczyk und deren Familie. Die Freundin von Mama Rub bekam zufällig mit, wie wichtig ein Sportrollstuhl für Daniel wäre, um voranzukommen. Doch das ist eben keine „Kassenleistung“.
„So ein Rolli ist kein Standardmodell, er hat einen stärken Rahmen, benötigt Zusatzteile und bietet hohe Sicherheit - und er kostet viel Geld“, erläutert Daniel.
Geld, das seine Mutter alleine nie aufbringen könnte. Spontan organisierten die Kowalczyks im privaten Umfeld eine Pizza-Party für den guten Zweck und verteilten Flyer mit Spendenaufruf - unterstützt vom Verein Jena Caputs, der ihm bisher auch den Rolli eines anderen Spielers ausborgt.

“Die Resonanz war überwältigend, ich war echt gerührt über so viel Hilfsbereitschaft. Das hätte ich nicht zu träumen gewagt“, sagt Manuela Rub. Das Geld ist fast beisammen und der Rolli bestellt. „Wir möchten allen Spendern für ihr großes Herz Dankeschön sagen“, so Daniel und Manuela Rub.
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