Hammermäßig gut

Nachwuchstalent im Hammerwerfen beim LAV Elstertal Bad Köstritz in Aktion beim Hallentraining: die 14-jährige Chantalle Pröhl, die in diesem Jahr Mitteldeutsche Meisterin wurde.
 
Nachwuchstalent im Hammerwerfen beim LAV Elstertal Bad Köstritz: die 14-jährige Chantalle Pröhl, die in diesem Jahr Mitteldeutsche Meisterin wurde.
Bad Köstritz: LAV Elstertal | Beste Mitteldeutsche Werferin ihres Jahrgangs im Porträt:

Bad Köstritz. Wer die zierliche Chantalle Pröhl sieht, mag gar nicht glauben, dass sie zu den talentiertesten Hammerwerferinnen des Leichtathletikvereins Elstertal Bad Köstritz gehört. Seit neun Jahren trainiert die 14-järige Schülerin der 9. Klasse der Bad Köstritzer Regelschule im LAV Elstertal als Leichtathletin.

Um Kraft, Gleichgewichtssinn und Koordination insbesondere für den Hürdenlauf zu trainieren, gab ihr der Trainer einen Hammer in die Hand, mit dem sie einfach mal schwingen sollte. Rein zufällig sah Hammerwurftrainer Werner Vöckler, seit 42 Jahren Übungsleiter, zu und der staunte nicht schlecht.
Auf einen Blick erkannte er das Ausnahmetalent und ergriff seine Chance.
Er fragte Chantalle, ob sie nicht Hammerwerferin werden wolle…

„Das konnte ich mir erst nicht vorstellen, denn Hammerwerfen gehört mit zu den anspruchsvollsten Disziplinen der Leichtathletik. Doch als dann das Lob kam, war ich echt baff, dass ich das mit der Technik so gut hinbekam“, denkt die junge Sportlerin zurück, die als Linkshänderin den Hammer trotzdem rechts herum dreht… Ihre erste Weite: 25 Meter.

Und nach nur knapp zwei Jahren wurde Chantalle in diesem Jahr in der Altersklasse 14 Mitteldeutsche Meisterin mit einer Weite von 34,74 Metern und gehört unter die Besten 20 in Deutschland! Das trotz Handikap durch schlechtere Trainingsbedingungen, weil das Köstritzer Stadion umgebaut wurde. Sieben Mädchen stark war die Konkurrenz aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt in Halle.
„Zwischendrin habe ich ganz schön gezittert, meine stärkste Konkurrentin und Lokalmatadorin Julia Weise lag nur zehn Zentimeter hinter mir. Doch an Ende habe ich sie um einen halben Meter schlagen können“, resümiert die Schülerin. Als ihr Sieg fest stand, habe sie vor Freude erst mal einen Luftsprung gemacht und gejubelt, ehe sie in die Arme ihrer Eltern und Großeltern fiel, die als moralische Stütze zum Wettkampf mitgereist waren.

Mit dieser Leistung gehört Chantalle Pröhl nun zum D-Kader und wird vom Landesverband Thüringen gefördert.
Viermal wöchentlich trainiert die 14-Jährige, deren Vorbild Weltrekordlerin Betty Heidler ist.
Im Sommer natürlich draußen, aber auch in der Halle werden Kraft und Technik ausgebaut. Hockstrecksprünge, Liegestütze und alles, was im Kreistraining die Muskeln schult. Einmal in der Woche erhält sie Fördertraining in Jena (Sportschule).
Jetzt freut sie sich tierisch auf das Frühjahr, denn dann geht es endlich auf die neue Wurfanlage, die im Zuge des Stadionumbaus in ihrer Heimatstadt Bad Köstritz gleich nebenan entstand. Eine „Winterpause“ gibt es also nicht – es stehen beispielsweise die Winterwurf-Meisterschaften an. Zudem vertritt Chantalle ihren Verein auch bei Wettkämpfen in anderen Disziplinen wie in der Staffel, bei Hoch- und Weitsprung…

Viel Freizeit bleibt neben dem Trainingspensum und der Schule nicht. „Macht nichts - Training ist für mich Ausgleich. Es macht Spaß und - nach jetziger Sicht der Dinge - werde ich wohl auch weitermachen“, sagt die Hammerwerferin, sicher sehr zur Freude von Trainer Werner Vöckler.
Dann dürfte spätestens bei der kommenden Mitteldeutschen Meisterschaft im Hammerwurf wieder schwer mit ihr zu rechnen sein… Wenn dann noch mal etwas „Luft“ bleibt – meist am Wochenende - dann geht’s im Sommer mit der Freundin mal ins Freibad, ins Kino oder auf Shoppingtour.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige