Kometenhafter Aufstieg: Felix Walther aus Gera steigt vom Kart auf Tourenwagen um

Wann? 04.04.2012

Wo? Autodrom, Tvrzova 5, 434 01 Souš u Mostu CZ
Felix Walther in der elterlichen Werkstatt.
 
Es bleibt keine Zeit, vor dem Fernseher zu sitzen. Felix macht sich für die neue Rennsportsaison fit.
Souš u Mostu (Tschechische Republik): Autodrom | Ob seine Mutter da nicht Bedenken hat, wenn Sohnemann Rennfahrer ist? „Nein! Es ist aufregend, schön und ein Leben voller Action“, beruhigt sie. Felix Walther aus Gera bereitet sich gerade auf die neue Rennsaison vor. Neu im doppelten Sinn. Er steigt vom Kart auf Tourenwagen um. Neben dem Berufsalltag im elterlichen Betrieb wird ihm derzeit nicht langweilig. Mit seinem Manager Ulli Wetzke wird das Sponsoring organisiert. Die Renntermine stehen bereits. Das Fahrzeug ist auf ihn angepasst. Rennkleidung muss anprobiert werden. Täglich Kontakt per Telefon oder SMS. „Die Trockenarbeit“ zu Beginn einer jeden Saison gehöre eben dazu, kommentiert Felix. Der Fernseher bleibt aus. Stattdessen macht sich der angehende Tourenwagenpilot fit. Krafttraining spezieller Muskelgruppen wechselt mit Ausdauertraining.

Los geht’s am 4. April mit Testfahrten in Most. Noch ist Felix ganz gelassen. „Die Aufregung kommt erst eins, zwei Tage zuvor.“ Wie sein neuer Tourenwagen klingt, weiß er bereits. Gefahren ist er ihn noch nicht. Der Lada Samara LMS, der bei 720 Kilogramm Leergewicht und 1300 Kubikzentimetern 152 Pferdestärken auf die Straße bringt, steht in Tambach-Dietharz beim Team Lubner Motorsport. Der Samara gilt als Einsteigerfahrzeug bei den Tourenwagen.

Es ist bereits zwölf Jahre her, dass Felix Blut geleckt hat, schnelle Runden zu drehen. Bernhard Kretzschmar, ein Freund seines Vaters, hatte den damals zehnjährigen Junge auf ein Kart gesetzt. Bereits zwei Jahre später erfolgte der erste Renneinsatz bei Niedergörsdorf bei Berlin. Felix nimmt den ersten Pokal für den dritten Platz mit nach Hause. „Ein kurioses Rennen“, erinnert er sich. Es handelte sich um ein Vier-Stunden-Langstreckenrennen, das normalerweise von mehreren Teamfahrern bestritten wird. Aber Felix war zu klein und schmächtig. Kein anderer Fahrer passte in seinen Sitz. Er ist die vier Stunden allein gefahren. Die Fachwelt zeigte sich begeistert und wurde auf ihn aufmerksam. Er solle öfter Rennen fahren, wurde ihm ans Herz gelegt. So kam eins zum anderen. Felix Walther steigt in den professionellen Motorsport ein.

Seine ersten Runden bei der ICA 100 Junioren dreht er 2003 in Bernsgrün. In einem riesigen Starterfeld zur Sachsen-Meisterschaft 2004 fährt er als Erster über die Ziellinie. „Er kam, sah und siegte“, titelten damals die Zeitungen über den Neuling. Keiner kannte zuvor Felix Walther aus Gera und er fährt einfach die Konkurrenz in Grund und Boden. 2005 folgte der Vizemeistertitel. Ende 2005 kam das Angebot von Adolf Neubert, Teamchef CRG Germany, in die nächst höhere Klasse ICR 100 aufzusteigen. Das ist das Team, wo auch Schumi seine Karriere begonnen hat.

Felix holt sich eine Trophäe nach der anderen. Über 50 haben sich bis heute angesammelt. 2010 ist bezüglich des Rennsports ein ruhiges Jahr für ihn. Er konzentriert sich voll und ganz auf seinen Berufsabschluss als Kfz-Mechatroniker. Umso actionreicher verläuft das vergangene Jahr. Nur einen Tag nach dem erfolgreichen Berufsabschluss, am 20. Januar 2011, klingelt Lars Naumann, Teamchef von NKS, bei ihm an, ob er nicht mal wieder Kart fahren wolle. Diesmal in der höchsten Klasse mit Schaltgetriebe. In der OAKC und der Sachsenmeisterschaft wird der Geraer zweifacher Meister in der Klasse KZ2 – eine Klassenbezeichnung, von der die deutschen Starter nicht sonderlich begeistert sind. „Aber hier haben eben die Italiener das Sagen“, erklärt Felix.

Ende Januar klingelt erneut das Telefon. Sein Sponsor beendet die Unterstützung, vermittelt Felix aber im gleichen Atemzug zu Ulli Wetzke. Innerhalb von nur drei Wochen ist der Vertrag für den Tourenwagensport in Sack und Tüten.

„2012 wird wohl ein Lehrjahr für mich werden“, blickt der Geraer voraus. Am 20./21. April steht das erste Rennen beim German Tourenwagen Cup (GTWC) auf dem Hockenheimring an. Stammfahrer möchte er werden, natürlich dann in höheren Klassen. Das sei ein durchaus realistischeres Ziel, als die Formel-1. Dafür sei er schon zu alt, meint Felix, der am 28. März 22 Jahre alt wird.

Mehr Informationen:

http://www.felix-walther.de/
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3 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.03.2012 | 05:54  
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Steffen Weiß aus Gera | 28.03.2012 | 22:00  
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Steffen Weiß aus Gera | 06.04.2012 | 09:45  
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