Laufsport: Geraer Silvesterlauf-Organisatoren abserviert

Wann? 31.12.2015

Wo? Panndorfhalle , Neue Straße 23, 07548 Gera DE
Unnötigen Streit gab es zum Jahresausklang 2014 auch schon um die Finanzierung der originellen Siegertrophäen des Silvesterlaufs aus von der Abteilung aquirierten Mitteln.
Gera: Panndorfhalle | Vorstand des 1. SV Gera und dessen Leichtathletik-Abteilung will einen anderen Termin und ohne die erfolgreiche Crew der Ausdauerläufer planen / Wie sieht das am Freitagabend die Mitgliederversammlung? /

Beim 1. SV Gera liegt wieder einmal ordentlich Krach in der Luft: Der einst größte Mehrspartenverein der Stadt hat am Freitagabend (22. Mai 2015 /18.00 Uhr) im Sparkassenkommunikationszentrum seine Mitgliederversammlung. Dazu sind Richtungsstreits vorprogrammiert. Denn: Nach den seit dem Jahresende 2014 schwelenden Debatten wurden im Frühjahr nun die noch zum ohnehin schon geschrumpften Verein zählenden Ausdauerläufer als traditionelle Organisatoren des populären Silvesterlaufes praktisch entmachtet und kalt gestellt.

Die traditionsreiche Laufveranstaltung soll zwar weiter stattfinden; aber an einem anderen Termin; und vorbereitet durch eine andere Abteilung, nämlich von den Leichtathleten. So habe es der Vorstand um den amtierenden Vorsitzenden Armin Allgäuer diktiert, resümierten die Mitglieder des schon rund 25 Jahre erfolgreichen Teams bei einer internen Beratung. Demokratisch war das nicht, meinen die Ebert, Dümmler, Müller, Giesler, Lauerwald und Trinks.

Sie wussten freilich schon vor dem Jahreswechsel, dass die nächste Auflage des bekannten wie beliebten Jahresend-Treffens der Geraer Laufsportfamilie in einer Übergangsphase stattfinden würde und hatten daher den 2. Januar 2016 als den nächsten Termin publiziert. Damit standen sie schon vor schwierigen Alternativen: Der Modus der Nachwendezeit - Geras Silvesterlauf findet "am letzten Samstag des Jahres" statt - würde 2015 auf den eher unpraktikablen zweiten Weihnachtsfeiertag führen oder eben doch zum Datum am ersten Wochenende in 2016. Sie stimmten in der Crew der bisherigen, weitgehend selbstständigen Organisatoren mit 6 Stimmen zu 3 für den Januar-Tag.
Daran mag sich - äußerlich betrachtet - dann der Streit entzündet haben. Denn Vereinschef und Leichtathleten favorisieren doch das Weihnachtsumfeld. Und die Vorständler verlegten den Termin einseitig auf den 27. Dezember 2015 vor. Allgäuer erklärte Anfang März per Brief, die Leitung des Org.-Teams selbst zu übernehmen. Er sei ja der gewählte Vorstand...

Inzwischen gilt aber auch das nicht mehr. Denn das Nachhaken beim Thüringer Leichtathletik-Verband TLV ergab, die Geschäftsführung des 1. SV Gera hat nicht den 27.12. sondern den originären Silvestertag 31.12.2015 als Veranstaltungstermin eingereicht. Was für ein Wirrwarr! Für Aktive; aber auch für Partner und Sponsoren von Geraer Bank eG bis Laufladen, wie sich zuletzt nochmals im Umfeld des Powertriathlons bestätigte. Und dann ist da noch ein ganz bitterer Beigeschmack: Eigentlich geht es beim 1. SV Gera um etwas Anderes und liegen die Konflikte deutlich tiefer:

Ein entsprechender Schriftwechsel und gescheiterte Gesprächstermine deuten auf Probleme mit dem aktuellen Führungsstil des Präsidiums, auf Forderungen nach mehr Transparenz zu Finanzwegen und personelle Unverträglichkeiten, die nun gar bis zur Vertrauensfrage führen können. Die bekannte Organisationscrew des Geraer Silvesterlaufs hatte gerade mit wachsendem Zuspruch und entsprechend großen Starterfeldern, auch mit fruchtbaren Partnerschaften jeweils ein Plus erwirtschaftet, das u.a. jeweils zur Vorbereitung der nächsten Auflage dienen sollte. Die Verfügbarkeit der Mittel für die jeweilige Abteilung sei in der Satzung verankert. Außerdem hatten sich damit die Ausdauerläufer an der Finanzierung von technischen Investitionen des Vereins beteiligt, wie etwa des elektronischen Zeitnahmesystems. Davon sollen sie jetzt offenbar ausgegrenzt sein. Langjährige Organisatoren und aktive Laufsportler sehen die Arbeit des bisherigen Org.-Teams diskredidiert und wendet sich u.a. gegen den Führungsstil des noch jung, aber offenbar zu straff amtierenden Vereinsvorsitzenden.

Die mit Veranstaltungen weniger erfolgreichen Leichtathleten praktizieren also eher eine kalte Übernahme und verzichten im Grunde schlichtweg auf das Know-How der erfahrenen, originären Macher; statt gemeinsam über die (immer notwendige) weitere Profilierung des Events nachzudenken. Von moralischen Kränkungen nicht zu reden...
Ob das auch nach der Versammlung so bleiben kann? Oder ob die Laufszene doch noch neue Lösungen auf den Tisch packt?
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1 Kommentar
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Thomas Triemner aus Gera | 11.06.2015 | 00:07  
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