Mit sicherem Auge: In Graitschen fliegen seit sieben Jahren die Hufeisen durch die Luft

Lars Müller hat das Hufeisenwerfen nach Graitschen geholt. Auf dem Foto ist er beim Anvisieren des Zieles zu sehen.
Graitschen: Sportplatz | Ein zuschauerträchtiger Sport wie Fußball wird’s wohl nie werden: Hufeisenwerfen. Aber die außergewöhnliche Sportart ist auf dem Vormarsch, macht Spaß und der Court (die Spielfläche) ist weitaus einfacher einzurichten.

Lars Müller aus Graitschen ist es zu verdanken, dass Hufeisenwerfen in Ostthüringen kein unbekannter Begriff mehr ist. Sein Bruder wohnt in Kleinbodungen bei Bleicherode. Dort gibt es einen Verein Freunde der Kultur Nordamerikas, der sich unter anderem mit Hufeisenwerfen beschäftigt. 2004 ein paar Mal geworfen, zeigte sich Müller begeistert: Das mache ich in Graitschen auch!“. Den ersten Court baute er im eigenen Garten auf. Andere Graitschener wurden schnell neugierig. Im Jahr darauf wurde die erste Spielfläche auf dem Sportplatz eingerichtet. Es folgten erste Meisterschaftsteilnahmen. Mittlerweile sind die Mitglieder der Sektion Hufeisenwerfen in der Spielvereinigung Rot-Weiß Graitschen erfolgreich bis zu Deutschen Meistertiteln.

Fünf Männer und drei Frauen – die Eisenladys – treffen sich einmal die Woche zum Training am Sportlerheim. Drei Courts stehen ihnen zur Verfügung. Beim Horseshoe-Pitching – so die Original-Bezeichnung aus Amerika – gibt es zwei Disziplinen: German und American. Bei der German-Disziplin (Einzel- und Mannschaftswertung) wird aus neun Metern Entfernung geworfen. Jeder Teilnehmer hat 36 Würfe. Je nach Lage des Hufeisens in der Wurfgrube gibt es einen, zwei oder drei Punkte. Die American-Disziplin wird im K.O.-System gespielt, es wird aus einer Entfernung von 11,27 Meter geworfen. Das heutige Wettkampfeisen hat nur noch wenig mit dem ursprünglichen Hufeisen zu tun, nur die Form haben sie noch gemeinsam. Die eigens dafür hergestellten Sportgeräte müssen vorgeschriebene Normwerte erfüllen. Es darf unter anderem nicht mehr als 1250 Gramm wiegen, es darf nicht breiter als 18,41 Zentimeter und nicht länger als 19,36 Zentimeter sein.

Und wie kommt das Horseshoe ins Ziel? Einfach werfen. Ein Patentrezept gibt es nicht. „Jeder hat seine eigene Wurftechnik mit oder ohne Anvisieren“, erklärt Sektionsleiter Olaf Fietze, mehrfacher Thüringen-, Hessen- und Deutscher Meister. Wer gut kegeln könne, habe auch beim Hufeisenwerfen gute Chancen, meint er weiter. Der Rest ist Übungssache.

Am 15./16. September treten Olaf Fietze, Lars Müller und Ralf Kreutzmann bei der Deutschen Meisterschaft in Schwaigheim (Baden-Württemberg) an. Wer jetzt neugierig auf das Hufeisenwerfen geworden ist, sollte sich den 3. Oktober dick im Kalender anstreichen. Die Graitschener laden auf ihren Sportplatz zum Hufeisenwerfen für Jedermann ein.
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6 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 04.09.2012 | 20:07  
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Steffen Weiß aus Gera | 04.09.2012 | 20:52  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 04.09.2012 | 21:07  
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Hannelore Grünler aus Artern | 05.09.2012 | 01:29  
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Karin Jordanland aus Artern | 05.09.2012 | 20:54  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 05.09.2012 | 21:10  
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