Olympia 2012 & die Geraer Kandidaten (3): John Degenkolb

John Degenkolb
 
... zur Ehrung mit der Ehrennadel in Gold für die beste sportliche Leistung durch die Stadt Gera unmittelbar vor dem Sportlerball 2012
"Dege" soll in London 2012 Deutschlands Straßenteam komplettieren / Gebürtiger Geraer ist immer noch Mitglied im SSV Gera 1990 e.V. /

John Degenkolb hat den Kontakt in seine Geburtsstadt noch. Immerhin wurde er im Februar 2012 zu Geras Sportlerball mit der Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet.
In einem Kurzvideo, dass mit dem Zielkommentar des Hessischen Rundfunks zu seinem vorjährigen Sieg bei „Rund um den Finanzplatz Eschborn- Frankfurt“ begann, sprach sein ehemaliger Trainer Gerald Mortag, selbst einst Weltmeister, über den Hoffnungsträger:
"Ja, als Erstes muss ich sagen, sein Vati, der Frank, ist früher mit uns Rad gefahren; das heißt mit Olaf Ludwig, mit mir und anderen Geraer Radsportgrößen.
Und ich habe John dann mit 16 Jahren kennengelernt. Da war er schon sehr, sehr weit; auch in seiner Auffassung vom Training und in seiner Disziplin. Mir war schon klar, gerade in seinen ersten beiden Junior-Jahren, als er schon Medaillen gesammelt hat, auch international; dass er eine zielstrebige und erfolgreiche Karriere in der U23 und sicherlich auch bei Profis so fortsetzen kann. Die erste, richtige internationale Medaille dann bei der U23, in seinem ersten Jahr dort auf den Bronzeplatz zu fahren zur Weltmeisterschaft im Straße Einzel, ich denke, da hat man schon gesehen mit seinen 19 Jahren, was für ein Potential dieser junge Mann hat. Und die Entwicklung geht auch weiter!"

In London trägt er in einem Quintett neben Bert Grabsch, André Greipel, Marcel Sieberg und Tony Martin die Hoffnungen der Nation für das Einzelrennen auf der Straße. Das startet schon am Samstagvormittag, am Tag nach der Eröffnungsfeier.
250 Kilometer liegen da vor den Männern...

Wer also ist dieser John Degenkolb:
geboren am 7. Januar 1989 in Gera
Wohnort: Erfurt
Größe: 1,80 m / Gewicht: 77 kg
Beruf: Profi / Polizeimeister
Trainer:
Frank Degenkolb, Peter Ganzenberg, Gerald Mortag, Jens Lang
Amateursportvereine:
RC Germania Weißenburg, dann SSV Gera 1990 e.V.

2008
Erster in der Bundesliga-Gesamt-Einzelwertung (U23)
Weltmeisterschaft: Bronze im Straßenrennen von Varese (U23)
2009
Deutsche Meisterschaft: 2. im Einzelzeitfahren von Cottbus (U23)
Deutsche Meisterschaft: 2. im Straßen-1er (U23)
2010
Gesamtsieger der Thüringen-Rundfahrt (U23)
Erster in der Bundesliga-Gesamt-Einzelwertung (U23)
Deutsche Meisterschaft: 1. im Straßen-1er von Erfurt (U23)
Deutsche Meisterschaft: 2. am Berg in Weilheim (U23)
Weltmeisterschaft: Silber im Straßenrennen von Melbourne (U23)
Etappensieger (2) Tour de l’Avenir
2011
Weltmeisterschaft 111. Platz im Straßenrennen
Deutsche Meisterschaft: 3. im Straßen-Einer von Neuwied
Etappensieger zum Criterium du Dauphine
Etappen-Zweiter und -Dritter der Vuelta a Espana

Nach der Weltmeisterschaft 2010 gab er einen Ausblick auf die Vorstellungen zu seiner Karriere: Er möchte sich zu einem guten Klassikerfahrer entwickeln. Und zum Charakter: Er könne nicht verlieren und fahre Radrennen um zu gewinnen, nicht um Zweiter zu werden.
Sein Idol in Jugendjahren war Jan Ulrich. Dabei hätte es durchaus sein können, dass John Fußballer geworden wäre. Aber da war wohl sein Vater vor. Immerhin: In der mittelfränkischen Wahlheimat der Degenkolbs, einem 900-Seelen-Dorf, kickte er mit beim SC Ettenstatt. Da haben einfach alle Kinder und also alle seine Freunde gespielt.
Vater Frank meinte jedoch, sein Junge könne mehr. Vielleicht schwebte da die Idee, John möge in seine Fußtapfen treten, mit. Zum ersten Versuch wurde ein Rad geborgt. Dege zierte sich wohl. Aber letztendlich gewann er und kommentiert das heute mit: Als Sieger fühle man sich immer toll. Damit hatte ihn der Radsport-Virus befallen. Vater schrieb die Trainingspläne. Profi zu werden stand für den Jungen etwa mit 13 Jahren in seinen Träumen fest. Der Vater muss ihn darin bestärkt haben, weil er sah: John kann Radrennen einfach lesen. Und so wandte man sich dann an den Thüringer Talentemacher Gerald Mortag in Gera.

Einmal den Frühjahrsklassiker Paris - Roubaix zu gewinnen, das gehört zu John Degenkolbs Wahlsprüchen als Jungprofi. Er selbst nannte auf die Frage zu den vorjährigen Highlights, d.h. im Jahr nach seinem Wechsel ins Profilager (da zunächst zum Team Columbia Highroad HTC):
1 - eben dieser Klassiker Paris-Roubaix (258 km / 2011 = 19. Platz)
2 - dann gleich der Sieg am 1. Mai 2011 bei "50. Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt (ehemals Rund um den Henninger-Turm)
Dazu twitterte er: "Endlich mal wieder in Deutschland starten, Freunde und Bekannte an der Strecke treffen und voll Angriff fahren. Besonders ist der Sieg auch, weil man es nicht alle Tage erlebt, dass sich zwei Top-Leute wie Michael Albasini und Lars Bak als Helfer für mich vor das Feld spannen und man sich wirklich mit einem Sieg dafür revanchieren kann. Es kam einfach alles zusammen."
3 - die beiden Etappensiege im Juni bei Criterium du Dauphine
4 - die erste 3-Wochen-Tour: die Vuelta im August/September (2. auf 12. Etappe)

Und im laufenden Jahr 2012:
Etappensiege und Sieger Tour de Picardie
Etappensieger bei Vier Tage von Dünkirchen
5. Platz beim Klassiker Mailand-San Remo
Etappen-Dritter bei Paris-Nizza
Dritter der Bayernrundfahrt
Etappensieg bei der Polen-Rundfahrt

Kann er Olaf Ludwig, dem Geraer Olympiasieger von 1988, nacheifern?
Man darf also gespannt sein, was ihm 2012 noch gelingt.
(Mehr über John findet man auf: http://www.johndegenkolb.de)
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