Radball: Torejagd per Drahtesel mit dem Rosshaar-Ball

SV Ehrenberg - RSV Stadtilm: Beim 5er-Radball führt das Spiel über ein komplettes Handballfeld, macht mehr schnellen Fahrtaufwand und zwingt zu vielseitigem Kombinieren.
 
Der Fünfer des RSV Stadtilm gab sich im Turnierspiel dem späteren Meister SV Blau-Gelb Ehrenberg nur 2:4 geschlagen. Hier gelingt einer der Gegentreffer.
SV Blau-Gelb Ehrenberg gewann 5er-Radball-Landesmeisterschaft 2012 in Gera / Tradition im Fünfer-Radball wieder aufgenommen

Beim recht kleinen Turnier um die 5er-Radball-Landesmeisterschaft in Gera sind die Überraschungen ausgeblieben: Denn diesen Titel holten sich die Männer von SV Blau-Gelb Ehrenberg und damit die Favoriten des Thüringer Primus' in dieser Sportart. Drei Siege in drei Spielen bei 16:2 Toren standen für sie in der Sonntagsbilanz. Ein deutlicher Erfolg? Oder doch nicht so einfach?!

Weil Radball in unserer Thüringer Region sonst fast nur im Zweier gespielt wird, war allein schon die Wiederkehr eines solchen Titelkampfes ungewöhnlich. In den Vorjahren scheiterte z.B. die Ausrichtung einer Landesmeisterschaft. Auch Geras Traditionsturnier wurde nun erst wiederbelebt. Die Männer von OTG 1902 spielten dafür fast nur Gastgeberrollen in der „Ossel“. Mit einer Ausnahme: Als Gast in den Reihen von RSV Stadtilm strampelte Bezirksligist Matthias Wostal. Mit drei Treffern war er am zweiten Rang für die Südthüringer beteiligt. Seine Suche nach Partnern aus Jena bzw. Langenwolschendorf für eine Gemeinschaft scheiterte leider zu diesem Wettkampftermin am Rande der Winterferien. Aber Thüringens Radball-Szene zeigte mit dem Rendezvous der Fünfer etwas Aufbruchsstimmung an:

Im Herbst 2011 waren in Erfurt die Deutschen Hallenradsport-Meisterschaften mit Kunstfahren und Radball ausgerichtet worden. Vielleicht erhoffte man sich davon noch etwas mehr Wirkung in der Öffentlichkeit. De facto kam man beim Gothaer HRSV 1998 z.B. wieder mehr auf den Geschmack. Sektionsleiter Conny Kanka berichtete in Gera vom neuen Vereinsturnier und von Bemühungen um Präsenz an Schulen. Die Gothaer stiegen zudem in der Bezirksliga wieder ein und sie haben inzwischen eine Handvoll Jungs im Training. Auch der in seiner Familientradition vorgeprägte Michael Goerz orientierte sich daher von Eisenach zur Mithilfe dahin. Fünfer-Radball hatte er wohl „ewig“ nicht gespielt. Als sich Mann und Mann nun jedoch auf eine Spielgemeinschaft mit zwei Stadtilmern einigen konnten, sagte er voller Neugier für den Wettstreit in Gera zu. Rang 3 und Selbsterfahrungen waren dann weniger bedeutungsvoll als die Möglichkeiten, mit den Sportfreunden über die Ausrichtung der Endrunde zur Oberliga-Meisterschaft am 28. April in ihrer Heimatstadt zu reden oder über die Chance zu sprechen, im Verbandsinteresse am 17. /18. November in Thüringen eine größere, gemeinsame Veranstaltung mit Kunstradfahrern auszurichten. Auch eine Geraer Sporthalle sei da als Austragungsort nicht ausgeschlossen.

OTG 1902 Gera, als Spitzenreiter ihrer Bezirksligastaffel auf Wiederaufstieg in die Zweier-Verbandsliga orientiert, könnte motiviert sein, Interesse am Hallenradsport zu wecken, wenn andere Vereine zur Werbung z.B. am 3. Mai 2012 etwas Show zum vielleicht vorentscheidenden Heimspieltag in der Sporthalle Ossel bieten würden. Weil: Die Geraer müssen einen Neubeginn suchen.

Bei den Stadtilmern spielen auch Kunstrad- und Radball-Sport in einem Verein. Rund dreißig Leute sind dort am Ball. Ihr Team zum Fünfer-Titelkampf war durchaus darauf aus, dem SV Ehrenberg ein Schnippchen zu schlagen. Schließlich wusste man, dass dessen Erste am Samstag im Halbfinalturnier um den Deutschlandcup stand (Platz 2) und das Team aus dem Altenburger Land eher durch einen Mix aus Oberligisten vertreten würde. Das machte es nur spannender. Die Stadtilmer rückten in einer Art Endspiel den Favoriten bis zum 2:3 auf die Pelle, unterlagen aber doch 2:4. Ehrenbergs Maik Etzold wurde für sechs Treffer als Torschützenkönig ausgezeichnet.

Und da man offenbar viel Spaß an den Fünfern gefunden hatte, einigten sich alle spontan, gleich noch eine inoffizielle Rückrunde anzuhängen. Deren Ergebnis bestätigte den Ausgang der Meisterschaft nochmals. Wichtiger war, es blieb damit mehr Zeit für ein Miteinander.
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