Thüringen-Rundfahrt der Frauen: Rivera gewinnt Schlussetappe in Gera, Cecchini holt Gesamtsieg

Coryn Rivera (USA, United Healthcare) siegt in Gera. (Foto: (c) frontalvision)
 
Elena Cecchini (ITA, Canyon-SRAM) verteidigte bei der abschließenden Regenetappe rund um Gera ihr Gelbes Trikot. (Foto: Zeuner)
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Die US-Amerikanerin Coryn Rivera gewinnt bei der 29. Thüringen-Rundfahrt der Frauen in Gera die siebente und letzte Etappe in Gera, wo sich die Italienerin Elena Cecchini den Gesamtsieg der Tour holt.

Obwohl Orica-AIS für Annemiek van Vleuten (NED) und Raboliv für Marianne Vos (NED) das Feld zu sprengen versuchten, reichte der am Vortag herausgefahrene Vorsprung für die amtierende italienische Meisterin zum Gesamtsieg vor Amanda Spratt (AUS, Orica-AIS) und Ellen van Dijk (NED, Boels-Dolmans). Die Gruppe mit der Tagessiegerin bildete sich zwischen km 65 und 70 nach der Bergwertung an der Leuchtenburg in einem zusehends unruhigeren Feld. Die Kalifornierin wiederholte damit ihren Gera-Sieg aus dem vergangenen Jahr, vor Amy Pieters (Wiggle-High 5) und Nicole Hanselmann (SUI, Cervélo-Bigla).

Starker Regen setzte pünktlich zur Startaufstellung auf dem Geraer Markt ein. Während die Zuschauer, die in Gera blieben, bald nur Nieseln aushalten mussten, begleitete der Regen das Feld bis fast zur Rennhälfte und wurde erst da zu Nieselregen. Vielleicht lag insoweit eine vergleichsweise langsame Zeit auch an einer geschlossen etwas vorsichtigeren Fahrweise. Als Orica-AIS immer wieder das Peloton auseinanderzufahren versuchte und die Kapitänin van Vleuten etwa bei km 40 ausriss und in der Spitze eine knappe Minute Vorsprung herausfuhr, fühlte sich mancher an das Vorjahr erinnert, wo die Mannschaft auf ähnliche Weise Emma Johansson (SWE, diese Saison Wiggle-High 5) für den Gesamtsieg in Stellung gefahren hatte. Die Schwedin behielt mit einem Sieg am Berg der 1. Kategorie an der Leuchtenburg das Schwarz-Gelbe Opel-Bergtrikot.

In diesem Jahr ging die Orica-AIS-Taktik indes nicht auf. Tragisch, dass man nie wissen wird, was möglich gewesen wäre. Denn van Vleuten wurde von einem Defekt aufgehalten. Nach der Bergwertung bei km 50 mehrten sich die Gruppen, die wenigstens ein wenig wegkamen. Erfolgreich war schließlich eine Fünfergruppe mit den drei ersten des Tages, Rachel Neylan (AUS, Orica-AIS) und Moniek Tenniglo (NED, Raboliv), die aber durch Sturz wieder vom Hauptfeld geschluckt wurde. „Ersatz“ für sie kam von Tatiana Guderzo (ITA, Nationalteam Italien, die wenige Kilometer später nach vorn sprang und mit Rivera den Löwenanteil der Führungsarbeit in der Gruppe verrichtete. Das brachte ihre das Grün-Weiße Saalfelder-Aktiventrikot.

Bereits bei der ersten Sprintwertung, bei km 25, meldete Marianne Vos (NED, Raboliv) mit der vollen Punktzahl vor van Vleuten Ansprüche auf die Punktegesamtwertung an. Als die Ausreißergruppe stand, war klar, dass deren Durchkommen auch bedeuten würde, dass Vos das Blaue WNT-Trikot mit nach Hause nimmt.

Die Gesamtsiegerin 2016 betonte, dass Canyon-SRAM ohne Ambitionen auf die Gesamtwertung nach Thüringen gekommen war. Es sei aber keine Frage gewesen, dass man das Gelbe Sparkasse-Trikot, das sie am Vortag errungen hatte, verteidigen wollte. „Und dank meiner drei sehr stark fahrenden Teamkolleginnen war das sogar etwas einfacher als gedacht.“ Sie erklärte auch: „Ganz sicher, dass es klappt, war ich mir eigentlich erst nach der letzten Bergwertung [bei km 123, die Red.]. Da war klar, dass außer Sturz nichts mehr passieren konnte.“

Die Tagessiegerin Rivera rang Pieters in einem langen Bergaufsprint nieder, in dem sie auf den letzten Metern ein halbes Vorderrad herausfuhr. „Es war schon ein Vorteil, dass ich hier im letzten Jahr gewonnen hatte. Das gab einen zusätzlichen Schub“, sagte sie und fügte schmunzelnd hinzu: „Nur wäre mir wieder Sonnenschein lieber gewesen.“

Nichts änderte sich in der Nachwuchswertung. Liane Lippert (Friedrichshafen, Nationalteam Deutschland), vielleicht die Entdeckung der Thüringen-Rundfahrt 2016, kam erneut mit den Spitzenfahrerinnen ins Ziel, so dass sie ihren Vorsprung vor der zeitgleichen Alice Barnes (GBR, Nationalteam Großbritannien) halten konnte. In der Gesamtwertung bleibt die 18-jährige 22.

Lippert sicherte sich als Tages-17. auch das Weiße IKK-classic-Trikot für die beste Deutsche der Etappe. In der Gesamtwertung ist Lisa Brennauer (Kempten, Canyon-SRAM) die beste Deutsche. Auch sie kam mit dem in vier größeren Gruppen einrollenden Hauptfeld ins Ziel.


Etappe 7, 131 km rund um Gera: 1. Coryn Rivera (USA, United Healthcare); 2. Amy Pieters (NED, Wiggle-High 5), beide 3:22:00 Std.; 3. Nicole Hanselmann (SUI, Cervélo-Bigla) + 2 sec; 4. Rachel Neylan (AUS, Orica-AIS) + 4; 5. Tatiana Guderzo (ITA, Nationalteam Italien) + 5; ...; 17. Liane Lippert (Friedrichshafen, Nationalteam Deutschland) + 26; ... 23. Romy Kasper (Forst, Boels-Dolmans), + 31; ... 27. Lisa Brennauer (Kempten, Canyon-SRAM); 28. Trixi Worrack (Erfurt, Canyon-SRAM), beide + 33.

Gesamtwertung Endstand nach 7 Etappen: 1. Elena Cecchini (ITA, Canyon-SRAM) 17:41:04 Std.; 2. Amanda Spratt (AUS, Orica-AIS) + 2:58 min; 3. Ellen van Dijk (NED, Boels-Dolmans); + 3:12; 4. Annemiek van Vleuten (NED, Orica-AIS) + 3:21; 5. Marianne Vos (NED, Raboliv) + 3:39; ... 8. Lisa Brennauer (Kempten, Canyon-SRAM) + 4:27; ... 22. Liane Lippert (Friedrichshafen, Nationalteam Deutschland) + 11:08 min; 23. Romy Kasper (Forst, Boels-Dolmans) 11:24; ... 30. Trixi Worrack (Erfurt, Canyon-SRAM) + 12:49.

Weitere News und Informationen finden Sie unter http://www.thueringenrundfahrt-frauen.de/.
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