Amüsant und spannend - "Der Gersche Bierbrauer" berichtet im Buch über Geras "Ober- und Unterwelt"

Gästeführer und Buchautor Manfred Lemke
  Gera: Markt | Sein Rauschebart und das historische Bierbrauerkostüm aus dem Jahre 1487 machen schon Eindruck bei den Leuten! Manfred Lemke ist der "Gersche Bierbrauer" und erklärt die Sehenswürdigkeiten der Stadt, zeigt Markt und Bürgerhäuser und lädt in eine besondere Unterwelt, die Geraer Höhler ein. Seit 2005 führt der durch das Labyrinth unter der Stadt. 2006 absolvierte er eigenfinanziert eine Ausbildung zum Gästeführer. Mit diesem Zertifikat in der Tasche ist der heute 65-Jährige seit 2007 im Kostüm des Bierbrauers unterwegs.
"Seit dieser Zeit habe ich über 1400 Führungen gemacht und immer wieder haben mich Touristen und Einheimische gefragt: Sie haben so interessant erzählt, wo kann man das nachlesen?"
Nachdem das Nachtwächterbüchlein "Hört, ihr Leute, lasst euch sagen" von Gästeführer Uwe Lehmann bei den Geraern und ihren Gästen so gut aufgenommen wurde, fragte der Verlag bei Manfred Lemke an. "Ich kenne die Braugeschichte, ich kenne die Höhlergeschichte, warum also nicht! Wenn man Führungen mit Gästen macht, da erlebt man zudem viel", sagt Lemke.
In nicht mal zwei Monaten hat der gebürtige Geraer alles aufgeschrieben und zeigt jetzt mit Stolz das Ergebnis. Auf 96 Seiten und illustriert mit 16 Fotos und Abbildungen von Frank Rüdiger führen Bierbrauer und Kneiper durch die Brau-, Bier- und Gaststättenwelt des alten und neues Geras.
"Es sollte ein unterhaltsames Buch werden", erklärt Manfred Lemke, "das Wichtigste ist drin und das vor allem allgemeinverständlich." Mit einem gewissen Schmunzeln möge es gelesen werden, wünscht sich der Autor, alles andere, findet er, hätte nur gelangweilt. Nicht alles im Buch kommt jedoch von Manfred Lemke selbst, dazu ist das Thema zu umfangreich. Die Tour durch Geras Kneipenwelt steuerte Klaus Bergholz, alias "Kneiper Klaus" bei und von Uwe Lehmann stammen die Übersetzungen zu den abgedruckten Texten in "Gerscher Mundart". Anekdoten, Gedichte und Episoden aus früherer Zeit erzählen vom "Fress- und Saufgere" und erklären unter anderen, woher der Begriff "Gersche Fettgusche" kommt.
Amüsante Begebenheiten und Erlebnisse während Führungen in den letzten sieben Jahren hat Manfred Lemke im Buch festgehalten. "Auf einmal hörte ich Hilfeschreie aus der Dunkelheit der Höhler", erzählt er in einer seiner Geschichten, als tatsächlich ein Mann seine Frau im Höhler vergaß. Chinesen und Inder haben den stets wortgewandten Gästeführer schon mal ins Grübeln gebracht. Als eine Reisegruppe aus Baden-Würtenberg den Weg zu den Höhlern antrat, verwechselte ein betagter Gast die Unterwelt Geras mit einem Rotlichtviertel und wunderte sich, dass es so etwas in Gera gäbe. "Ich hätte noch weit mehr Anekdoten zum Besten geben können, doch ich möchte auch neugierig machen auf meine Führungen", schmunzelt der Gästeführer.
Gerade vor Weihnachten gibt es für die Mitglieder des Vereins Gästeführer Region Gera e.V. viel zu tun. "Da können schon mal zwei mehrstündige Führungen hintereinander stattfinden", sagt Lemke. Doch auch einem Gästeführer kann es schon mal die Sprache verschlagen. Zur Mitternachtsführung anlässlich der Museumsnacht 2014 im Höhler überraschten ihn seine Vereinskolleginnen mit einem Ständchen und einem Blumenstrauß zum 65. Geburtstag.

VERANSTALTUNGSTIPPS
• 11. Dezember, 16 Uhr: Buchkeller von Brendels Buchhandlung,
Große Kirchstraße 12,
Lesung und Signierstunde
• 17. Dezember, 17 Uhr: Gewo Geschichtswerkstatt,
Kastanienstraße 7,
Lesung und Signierstunde
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 10.12.2014 | 20:13  
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