Der älteste junge Stadtführer: Peter Carqueville betreut zusammen mit dem Verein Per Pedes den Fuchsturm Gera

Peter Carqueville ist begeistert von seiner Stadt und lässt es sich nicht nehmen, die Jungen Stadtführer zu unterstützen – er bietet Führungen auf dem Fuchsturm an.
 
Der Geraer Fuchsturm liegt südöstlich des Stadtwaldes in Debschwitz.
Gera: Fuchsturm | „Ich bin stolz auf meine Heimatstadt“, sagt der 1955 in Gera geborene Peter Carqueville und blickt dabei von der Aussichtsplattform des Fuchsturms in die Runde. Als ob es ihm unter den Nägeln brennt, beginnt er das zu sehende Panorama zu erklären. „Sehen Sie, dort am Horizont ist Ronneburg. Und wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie den Entdeckerturm in der Neuen Landschaft“.

Wieso hat der Firmenchef des gleichnamigen Unternehmens eigentlich einen Schlüssel für den Fuchsturm? Er ist Freund und Förderer des Vereins Per Pedes Junge Stadtführer Gera e.V., deren Mitglieder den Aussichtsturm betreuen. Apropos Förderer. „Ich fördere behinderte Menschen, Kunst und alles, was in Verbindung mit der Heimatgeschichte steht“, fügt er an. Das mit dem Fuchsturm hatte sich eher zufällig ergeben. Gleich in der Nachbarschaft wohnend, fand er vor Jahren beim Spaziergang eine offene Tür vor und bestieg den Turm. Oben erklärten ihm zwei junge Stadtführer, vielleicht gerade mal zwölf Jahre alt, das zu Sehende. Was die alles wussten! Carqueville zeigte sich begeistert, mit welchem Eifer die Jungs bei der Sache waren. „Das muss ich unterstützen“, dachte er sich. Mittlerweile ist er neben dem Vereinschef Horst Polter der „Älteste Junge Stadtführer“ Geras. Und er macht seine Sache gut. Schon wieder geht der Zeigefinger in Richtung eines bekannten Gebäudes, gepaart mit der entsprechenden Geschichte dazu. Der Mai sei der schönste Monat, wenn das Grün noch saftig ist. Aber auch die anderen Jahreszeiten haben ihren Reiz.

Der Besuch des Fuchsturmes ist für Gäste natürlich nicht nur mit dem herrlichen Ausblick verbunden. Sie erfahren auch Wissenswertes zur Geschichte des Turmes. Eingeweiht wurde der Kaiser-Wilhelm-Aussichtsturm, gelegen südöstlich des Stadtwaldes in der Debschwitzer Flur, am 28. August 1901. Übrigens gab es unweit dieser Stelle zuvor schon einen Aussichtsturm – der hölzerne Hantich-Turm. Der musste wegen Baufälligkeit 1899 abgebrochen werden. Erstmals in Fuchsturm umbenannt wurde der Turm am 27. März 1930. Ab 16. März 1933 hieß er wieder Kaiser-Wilhelm-Turm und nach 1945 wieder Fuchsturm. Nach dem zweiten Weltkrieg fristete der Turm ein trauriges Dasein, eine Besteigung war nicht möglich. Erstmals nach umfangreicher Sanierung wieder öffentlich begehbar ist der Fuchsturm seit dem 19. Juni 1999. Seitdem wird der Turm vom Verein Per Pedes – Junge Stadtführer Gera e.V. betrieben. Ein Turmaufstieg ist von Mai bis Oktober möglich.

„Fördere das Gute, verhindere das Schlechte“, hat sich Peter Carqueville auf die Fahnen geschrieben. In dem Verein ehrenamtlich mitzuwirken, sieht er auch als Möglichkeit, etwas von dem hier Verdienten an die Geraer zurückzugeben. Und so kreist sein Zeigefinger weiter durch die „Harmonie der Geraer Topographie“, wie er immer wieder begeistert feststellt.

Hintergrund

Die Jungen Stadtführer sind Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 18 Jahren, die von Stadtführern und im Stadtmuseum ausgebildet wurden. Sie bieten Besteigungen des Rathausturms und des Fuchsturms, Rundgänge durch Geras Innenstadt oder auf anderen Routen und Rundfahrten mit Bus oder historischer Straßenbahn an. Er ist der erste und bisher einzige Verein dieser Art in Deutschland.

Per Pedes Gera e.V.

Postfach 1649
07506 Gera
Telefon: 0365/36714 (mit Anrufbeantworter)
Fax und Voicebox: 03212/2803016
E-Mail: perpedes-gera@web.de
Internet: www.perpedes-gera.de
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3 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 05.06.2012 | 20:51  
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Hannelore Grünler aus Artern | 05.06.2012 | 21:40  
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Thomas Triemner aus Gera | 07.06.2012 | 22:00  
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