Der letzte Framo-Krankentransporter. Förderverein für DRK-Oldtimer unter Vorsitz von Hartmut Jacobi agiert deutschlandweit

Der original rekonstruierte Framo V 902-Krankentransportwagen, Baujahr 1958, ist der einzige seiner Art in Deutschland.
 
Hartmut Jacobi, Vorsitzender des Fördervereins für DRK-Oldtimer e.V., mit dem Framo.
Autonomes Fahren, Matrix-LED-Lichttechnik, Concept Cars, Elektro- und Hybridmotoren waren unter anderem die Stichworte auf der jüngsten IAA in Frankfurt am Main. Ziel der Begierde der IAA-Besucher war nicht nur modernste Autotechnik, die das Fahren sicherer und umweltverträglicher macht.

„Historisches Blech“, garniert mit einfachster Technik, war ebenso gefragt. Zu sehen gab’s die unter anderem am Stand des DRK-Generalsekretariats Deutschland/DRK-Service GmbH unter dem Motto 150 Jahre Deutsches Rotes Kreuz. Sechs der acht vorgestellten Fahrzeuge waren DRK-Oldtimer von mehreren DRK-Kreis- und Ortsverbänden aus ganz Deutschland.

Dass die historischen Fahrzeuge in Frankfurt zu sehen waren, ist dem Förderverein für DRK-Oldtimer e.V. zu verdanken. Der Messestand wurde täglich von rund 15.000 Gästen besucht. „Es ist ein Irrtum, dass sich nur ältere Menschen für die Oldtimer interessieren. Viele, viele junge Menschen staunten angesichts der einfachen Technik nicht schlecht“, freut sich Vereinsvorsitzender Hartmut Jacobi. Tausende Fotos wurden von den Oldtimern geschossen. Und darin sieht Jacobi auch den Mehrwert für das DRK über die IAA hinaus. Es wurden nicht nur historische Autos fotografiert, sondern auch tausende Mal das Rote Kreuz. „Es ist heutzutage schwer, bei jungen Menschen ehrenamtliche Tätigkeit zu forcieren. Mit dem Oldtimerstand haben wir das DRK nach außen getragen“, so Jacobi.

Für den deutschlandweit agierenden Verein war dies bereits die vierte Teilnahme an der IAA. Einen derartigen Erfolg hätte sich Hartmut Jacobi, heute Fachbereichsleiter für aktiven Dienst- und Katastrophenschutz im DRK-Kreisverband Saale-Orla, anfangs der 1990er Jahre niemals erträumt. Der Grundstein dafür wurde eher unbeabsichtigt gelegt. Ein alter LO Robur musste damals durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden. Fündig wurde Jacobi beim oberfränkischen BRK Lichtenberg. Die hatten einen Funkwagen Hanomag zur Übernahme angeboten. Das „neue“ Fahrzeug hatte damals schon über 20 Jahre auf dem Buckel und musste komplett aufgearbeitet werden. Der Hanomag war nicht als Oldtimer-Ausstellungsfahrzeug gedacht, sondern als ganz normales Einsatzfahrzeug bei Großveranstaltungen. Voller Stolz zeigte Jacobi dieses Fahrzeug auf dem 2. DRK-Oldtimertreffen 1994 in Dinslaken im Ruhrgebiet. Dort sprach er auch mit den Organisatoren, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Förderverein zu gründen. Schließlich könne man dieses technische Kulturgut nur erhalten, wenn es einen Förderverein gäbe würde. Der Schleizer stieß mit seinem Vorschlag auf großes Interesse. 1998 wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt.

Beim Hanomag ist es in Schleiz nicht geblieben. Jacobis Vater Georg war selbst Krankenwagenfahrer. Hartmut Jacobi erinnert sich noch gern daran, wie er als Kind öfter im Framo mitgefahren ist. Wieder einen Framo haben – das wäre ein Traum. Der erfüllte sich den 1990er Jahren. Auf einem Schrottplatz in Quirla nahe Stadtroda wurde ein Framo gesichtet. Oder besser gesagt, eine ausgebrannte Framokarosserie samt Fahrgestell. Jacobi wurde für verrückt erklärt. Nach vier Monaten nächtelanger ehrenamtlicher Arbeit und dank der Unterstützung von zwei Zivis entstand ein fahrtüchtiger Framo-Krankentransporter, der in dieser Ausstattung und dem Zustand einmalig auf der Welt ist.

Apropos einmalig auf der Welt: Das ist mittlerweile auch der Borgward-Küchenwagen, Baujahr 1957. Der stammt ebenfalls von den Lichtenberger BRK-Kollegen. Die waren vom Hanomag-Wiederaufbau derart begeistert, dass sie voller Neugierde den Borgward für einen geringen Obolus in Jacobis Hände übergaben. Das Vertrauen hat sich gelohnt. Von dem fantastischen Zustand des wieder aufgebauten Oldtimers konnten sich in diesem Sommer unter anderem die Gäste des Thüringentags überzeugen. Auf der IAA war der Borgward noch nicht zu sehen. „Aber man braucht ja schließlich auch Ziele für 2014“, so Jacobi. Und wer noch mehr DRK-Oldtimer an einer Stelle sehen möchte, muss sich den 29. Mai bis 1. Juni 2014 im Kalender dick anstreichen, dann findet der nächste DRK-Oldtimerwettbewerb in Hannover steht.

Zweck des Vereins:

Zweck des Vereins ist es, die Tradition der DRK- Oldtimer zu pflegen, zu erhalten und zu fördern, diesbezüglich finanzielle Mittel aus Mitgliedsbeiträgen. Spenden und Zuschüssen zu beschaffen und diese an den bestehenden Verein weiterzuleiten. Die Aktivitäten des Vereins sind auf den historisch korrektem Erhalt oder Wiederherstellung der DRK- Oldtimer gerichtet, dies sind Kraftfahrzeuge und Anhänger mit einem Mindestalter von 20 Jahren die nicht im Alltagsverkehr bewegt werden.

Er trägt vornehmlich dazu bei, wertvolle Sachzeugen und auch Dokumente der ehemaligen DRK- Fahrzeuge zu sammeln, zu erhalten, zu restaurieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Vorrangig soll der Förderverein helfen, Fahrzeugtreffen zu organisieren.

Viele Altfahrzeuge, die jetzt noch aktiv im Dienst stehen, sollen in den nächsten Jahren ausgemustert werden. Sie vor der Verschrottung zu retten, kostet meistens Geld.
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3 Kommentare
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 04.12.2013 | 20:06  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 04.12.2013 | 22:24  
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Dieter Pemsel aus Weimar | 05.12.2013 | 14:27  
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