Filmclub Gera - Vom „Schienenersatzverkehr“ bis hin zur „Haltestelle Otto Dix“

Michael Werner hinter der Kamera bei den Dreharbeiten zum Film „Geküsst wird erst ab 14“. Helene Schackow (rechts) und Sophia Schlechte sind zwei junge Schauspielerinnen im Film. In diesem geht es um die Jungen und Mädchen, welche sich ständig in den Haaren haben. Keiner will was vom anderen Geschlecht wissen, aber Lehrer und Eltern helfen dabei, dass sich alle Beteiligten in der Zukunft besser verstehen.
 
Elke Richter ist meist für das Schneiden der Filme zuständig. Damit hat sie eine schwierige Aufgabe, denn sie entscheidet was am Ende zu sehen ist und was raus fliegt. Doch sie sitzt nicht nur am Schneidplatz, sondern beschäftigt sich viel mit der Gothic Szene und hat darüber auch schon einige Filme gedreht.
Filmemachen ist nicht allein Sache der Profis. Deshalb sollte der Amateurfilm nicht als beiläufiges und temporäres Phänomen gesehen werden, sondern als grundlegende Alternative zum professionellen Film. Der „Filmclub Gera Pforten e.V.“ gehört dabei zu den Profis unter den Amateurfilmern. Dies zeigen schon die über 70 Filmprojekte, welcher der Verein seit seiner Gründung im Jahr 1995, realisiert hat. „Damals fand der dritte Amateurfilmwettbewerb statt, welchen wir als Hobbyfilmer besuchten. Die gezeigten Filme inspirierten uns dazu, selbst Filme zu produzieren und diese einem breiten Publikum zu zeigen. So gründeten wir den Verein und fingen an kleinere Beiträge zu produzieren und außerdem hatte ich schon seit meiner Kindheit den Wunsch in einem Film mitzuspielen“ erzählt der Vereinsvorsitzende Michael Werner. Bereits mit einem Ihrer Erstlingswerke, „Schienenersatzverkehr“, sorgte der Verein für Aufsehen. „Damals wurde gerade die Bahnstrecke zwischen Gera und Glauchau erneuert. Also haben wir einen Trabant genommen und die „Fahrgäste“ mit unserem Schienenersatzverkehr transportiert“ erinnert sich Michael Werner. So entstand ein sechs minütiger, satirischer Kurzfilm der zahlreiche Leute begeisterte und Aufmerksamkeit erzeugte. So lief er beispielsweise 1999 auf dem Sender 3-Sat, welcher unter dem Motto „Wege nach Weimar“ die damalige Kulturhauptstadt vorstellte.

Schnell wuchs der Verein und nicht nur Hobbyfilmer wirkten bei den Projekten mit, denn zu einer Produktion gehören neben den Kameraleuten auch Darsteller, Filmcutter, die Requisite und auch Drehbuchautoren. So kann sich bei Interesse jeder in den Filmclub einbringen. Der Verein ist für jedes Thema offen und freut sich über neue Ideen, zu denen gemeinsam überlegt wird was der Filmclub daraus machen kann. So ist es kein Wunder das viele der Spielfilme, Reportagen oder Clips durch Vorlagen aus dem Alltag entstehen. So gab das 90-jährige Jubiläum der damaligen Neulandschule gleich zwei Projekte zum Vorschein. Zum ersten kam Stefan Gabel, Vereinsmitglied und Erzieher an der Schule, auf die Idee zum Jubiläum einen Film zu machen. Was dazu führte das die Grundschüler großes Interesse an der Arbeit zeigten und somit auch das Kinderfilmprojekt „Neulandfilm“ ins Leben gerufen wurde. „Seite 2003 besteht das Projekt bereits und seit dem realisieren wir mit den Schülern in jedem Jahr mindestens ein Projekt. Dabei schreiben die Kinder teilweise das Drehbuch, sind Schauspieler, führen die Kamera, sind Moderator und bewältigen auch sonst alle Aufgaben die zu einer Produktion gehören“ erzählt Stefan Gabel. Gleich der erste Film des Projektes „Die goldene Tasche“ war ein Krimi, welcher auf mehreren Festivals gezeigt wurde, in Ortskanälen lief, im slowenischen Fernsehen gezeigt wurde und beim hessischen Polizeitag den Preis „die goldene Klappe“ gewann. Weiterhin gewann man mit der Reportage „Erik und Maria“ den Spixel 2005, wodurch die Kinder zum ZDF reisen konnten und hier die Produktion der Kindernachrichten „Logo“ miterleben konnten. Auch für den goldenen Spatz war man schon tätig und gewann beim Trailer Wettbewerb 2012 einen Preis. Für die diesjährige Ausgabe des Spixel hat man bereits den Film „Geküsst wird erst ab 14“ eingereicht. „Die Gemeinschaftsproduktionen mit den Kindern machen sehr viel Spaß. Gerade hat das zweite Schulhalbjahr begonnen und in diesem wollen wir gemeinsam einen Kurzspielfilm, ein Musikvideo und eine Reportage verwirklichen“ erzählt Stefan Gabel strahlend weiter.

Doch nicht nur das Kinderfilmprojekt ist auf einem sehr guten Weg und mit seinen Produktionen erfolgreich. So hat man im Jahr 2011 zum 120. Geburtstag von Otto Dix einen Film gedreht und mehrfach aufgeführt. Gerade ist man dabei den Film „Projekt K.I.T.T“ abzudrehen. Dieser wird in einer Co-Produktion mit Danny Schönemann gedreht, der ein Fan der Serie Knight Rider ist und den Film als Hommage an diese sieht. Voraussichtlich ab September soll der Spielfilm in den Kinos von Thüringen, Sachsen und Sachsen Anhalt gezeigt werden. Noch ist hierfür viel zu tun, aber schon jetzt freuen sich die Vereinsmitglieder auf ihren ersten Kinofilm. Wichtig ist allen, dass man mit den Filmen keine Preise sammeln will. Vielmehr freuen sich alle, wenn das jeweilige Projekt bei der Umsetzung allen beteiligten Spaß macht und der Film beim Publikum ankommt. Doch natürlich ist man über Geldpreise und Spenden glücklich und so möchten sich alle beteiligten auch einmal bei den bisherigen Sponsoren bedanken. Gerade mit den Spenden und Preisgeldern kann der Verein neue Projekte umsetzen und auch die kleinen Filmemacher zu dem ein oder anderen Filmfestival schicken.

Wissenswertes zum Verein

- Gründung 1995
- Ca. 20 Mitglieder + Neulandkinderfilmprojekt
- Über 70 Filmprojekte produziert
- Dazu gehören Spielfilme, Reportagen, Musikvideos
- Weitere Infos: www.Filmclub-Gera.de
- Filme unter YouTube unter Filmclub Gera
- Filme als DVD im Netz oder per Telefon bestellbar
- Telefon bei Fragen: 0365 7313910
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