Hat die geifernden Eltern satt. Zunehmendes Problem trotz Wohlstandsgesellschaft: Kinderarmut

Joline verbringt ihre Freizeit vor dem Fernseher. Vater und Mutter sind arbeitslos. Wenn sie sich wegen des Geldmangels wieder wie so oft in die Wolle bekommen, setzt Joline einfach die Kopfhörer mit lauter Musik auf.
Ronneburg: Jugendclub | Joline sitzt traurig vor der Glotze auf der Couch. Als die arbeitslosen Eltern wieder anfangen miteinander zu streiten, setzt sie sich die Kopfhörer auf. Joline kann und will das Gestreite und Gemecker nicht mehr hören! Laura hat Hunger. Alleine zuhause, wagt sie einen Blick in den Kühlschrank. Gähnende Leere! Einzig ein Toast mit mittlerweile eigenem pelzig grün schimmernden Leben strahlt ihr entgegen. Nein danke! Janice ist da erfinderischer. Auf den sinnlosen Kühlschrankblick hat sie keinen Bock mehr. Sie weiß, wo sie fündig wird: Papierkörbe in der Nähe des großen goldenen Buchstaben. Ja, das kostete anfangs Überwindung. Aber was soll’s, wenn der Magen knurrt?! Ansonsten gibt es nur noch eine Lösung: Lange Finger im Supermarkt um die Ecke.

Kinderarmut mitten in der Wohlstandsgesellschaft – ein Thema, das zunehmend unter den Nägeln brennt. Joline, Laura (beide aus Reust) und Janice (aus Ronneburg) sind zum Glück nicht selbst betroffen. Oben genannte Szenen haben sie sich ausgedacht. Ausgedacht für einen Film, in dem sie selbst vor der Kamera stehen. Weitere Szenen beinhalten unter anderem das Schlafen auf der Parkbank, Mobbing unter Kindern, von fremden Autofahrern angelockt werden.

Ein ganzer Tag geht für die Dreharbeiten drauf. Hauptdrehort ist der Jugendclub Ronneburg. Hinter der Kamera steht Jürgen Wolf aus Zeulenroda. Der ist nicht nur in diesem Metier ein Fachmann. Der aus Hamburg stammende Filmemacher ist selbstständig in der Jugendarbeit tätig. Kinderarmut und die damit verbundenen Probleme sind für ihn keine Fremdwörter. Und er weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht reicht, das Jugendamt zu bemühen. Wolf verbindet gern seine beiden Tätigkeitsfelder. So stehen bei ihm Kinder und Jugendliche nicht nur vor der Kamera, sondern werden in die Produktion mit einbezogen: „Sie haben unendlich viel Ressourcen. Man muss sie nur ranlassen, ihnen eine konkrete Aufgabe geben“.

Zwei, drei Wochen wird Wolf wohl noch für die Postproduktion des Videos brauchen. Dann ist der etwa einminütige Streifen auf der Internetseite des Vereins we4kids e.V. zu sehen. Schließlich hat der Film ein Happy End: Den betroffenen Kindern werden helfende Hände entgegen gestreckt. Und jene stammen von diesem Verein.

Das fertige Video.
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18 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 23.04.2014 | 08:41  
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Mike Picolin aus Gera | 23.04.2014 | 09:22  
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Antje Hellmann aus Jena | 23.04.2014 | 10:14  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 23.04.2014 | 10:24  
1.604
Mike Picolin aus Gera | 23.04.2014 | 11:44  
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Mike Picolin aus Gera | 23.04.2014 | 12:46  
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Jürgen Wolf aus Zeulenroda-Triebes | 23.04.2014 | 15:29  
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Steffen Weiß aus Gera | 23.04.2014 | 16:23  
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Renate Jung aus Erfurt | 23.04.2014 | 20:47  
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Mike Picolin aus Gera | 24.04.2014 | 17:00  
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Antje Hellmann aus Jena | 24.04.2014 | 22:35  
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Mike Picolin aus Gera | 25.04.2014 | 05:31  
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Jürgen Wolf aus Zeulenroda-Triebes | 25.04.2014 | 12:51  
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Jürgen Wolf aus Zeulenroda-Triebes | 02.05.2014 | 20:00  
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Steffen Weiß aus Gera | 03.05.2014 | 00:48  
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Jürgen Wolf aus Zeulenroda-Triebes | 04.05.2014 | 16:43  
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Mike Picolin aus Gera | 07.05.2014 | 18:02  
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Jürgen Wolf aus Zeulenroda-Triebes | 07.05.2014 | 18:30  
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