Kamera ab, Klappe – die erste… - Zehn Jahre Kinderfilmprojekt „Neulandfilm“

Der zehnjährige Paul Hackel (rechts) und der neunjährige Florian Wedel sind technikbegeistert und übernehmen in der AG gern Aufgaben wie die Kameraführung. Jetzt sind sie gerade dabei die ersten Werbespots zu schneiden.
 
Immer mittwochs treffen sich die jungen Filmemacher zur Kinderfilm AG in der Pfortener Grundschule. Manchmal sind sie wie eine Horde Flöhe, aber immer mit viel Freude und Kreativität bei der Umsetzung ihres Projektes auf welches sie ziemlich stolz sind.
Gera: Pfortener Schule | Kind zu sein, ist oft nicht leicht. Früh aufstehen, fertig machen für die Schule, vier bis sechs Stunden Unterricht, Hausaufgaben und dann warten zu Hause auch noch Pflichten. Da bleibt nicht viel Zeit für die Freizeit. Damit dies nicht ganz aus den Fugen gerät, bietet die Pfortener Grundschule (ehemals Neulandschule) den Kindern einige Möglichkeiten, sich sportlich auszupowern oder kreativ zu sein.

Die Kinderfilm-AG „Neulandfilm“ ist eines der Angebote in der Geraer Grundschule. „Ich selbst bin Mitglied im Filmclub Gera-Pforten, den es schon seit über 15 Jahren gibt. Hier kam dann auch die Idee, ein Projekt mit Kindern umzusetzen und so wurde die Film AG in der Schule gegründet“, erzählt Erzieher und AG-Leiter Stefan Gabel. Das war vor zehn Jahren und mittlerweile entstanden einige Spielfilme und Dokumentationen mit den Schülern. „Dabei setzen wir den Kindern kein Thema vor, sondern hören uns gemeinsam jede Idee an und entscheiden zusammen, was umgesetzt werden soll“, erklärt Gabel.

Aber nicht nur hier werden die Kinder ins Geschehen einbezogen, denn die zurzeit 15 aktiven AG-Mitglieder erarbeiten gemeinsam das Drehbuch, wählen Kostüme aus, verteilen die Rollen vom Schauspieler bis hin zum Kameramann und suchen Kulisse und Bühnenbild aus. Natürlich alles mit Unterstützung vom Filmclub, der die Kinder vor allem beim Dreh anleitet. Die jungen Filmemacher haben großen Spaß dabei, denn wo sonst kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, in Rollen schlüpfen oder auch schon mal mit regionalen Sportund Kulturgrößen gemeinsam einen Film machen. Doch Aufmerksamkeit und Ernst gehört an den Drehtagen dazu, wie die Schüler in einer Pause mitteilen.„Schließlich wollen wir, dass unser Film allen gefällt, die ihn sich ansehen“, ist nicht nur vom zehnjährigen Paul Hackel zu hören. Einfach ist es für da Filmteam nicht immer, denn 15 Kinder wollen beschäftigt sein. Dass das manchmal zu Chaos führt, nimmt man hier ziemlich gelassen. Und führt eher zu der Idee, über das „gewollte“ Chaos am Filmset mal einen Film zu drehen, was bei den Mädchen und Jungen bejubelt wird.

Dass sich die Kinder über ihre Umgebung Gedanken machen und vieles von den Erwachsenen mitbekommen, zeigt die Wahl des diesjährigen Projektes. „Wir haben die Fernsehwerbung auf die Schippe genommen. Es wurden sechs Werbespots zu Produkten gedreht. Jedoch nicht wie im Original. Wir haben sie auf witzige Art geändert und dabei so manches Werbeversprechen aufs Korn genommen“, sagt Stefan Gabel. „Die Kinder wissen selbst, dass nicht alles stimmt, was versprochen wird und haben das gut umgesetzt.“

Nicht nur zu den Spots, sondern auch für die Werbepausen ließen sich die Filmemacher etwas einfallen: Auftritte der Mainzelmännchen, die unbedingt integriert werden sollten. Jetzt stehen noch kurze Nachaufnahmen zu den Filmen an, danach wird geschnitten und nach den Sommerferien zur Premiere eingeladen. Der Filmclub wird den Streifen auch bei Wettbewerben und Festivals einreichen. Wo und wann der Werbespotfilm zu sehen sein wird, erfährt man im Internet unter www.filmclub-gera.de. Dort findet man auch weitere Filme aus zehn Jahren Kinderfilmprojekt Neulandfilm.
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.07.2013 | 01:16  
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