Liebe allein reicht nicht. Nicht nur Behandlungskosten belasten die Vereinskasse des Pferdeschutzhofes Saara

Patricia Kubik kümmert sich liebevoll um Tinka.
 
Mit Hufrehe ist nicht zu spaßen.
Tinka ist schon über 30 Jahre. Das Mischlingspony steht auf Diät. Nicht, weil sie zu dick ist. Tinka hat Hufrehe. Die Stoffwechselerkrankung führt zur Absenkung des Hufbeines. Jeder Schritt bereitet Tinka Schmerzen. Wenn die Erkrankung fortschreitet, wird das Pony bald nicht mehr laufen können.

Kein Gras auf der Koppel. „Für Außenstehende sieht das so aus, als würde das Pony nichts zu fressen bekommen. Dabei tun wir alles, damit die Hufrehe nicht wieder stärker ausbricht. Gras gilt als eine der Ursachen. Tinka bekommt nur Heu, Wasser, Stroheinstreu und ab und zu eine Möhre“, erklärt Pierre Dubiel.

Vier Monate ist es jetzt her, dass der Verein „Pferdeschutzhof, Reit- und Begegnungsstätte Saara e.V.“ mit Sitz auf einem Bauernhof in Großsaara einen Anruf aus Bad Köstritz bekam. Tinka und ein weiteres Pony waren in Besitz einer älteren Dame. Nicht, dass sie sich nicht um die Tiere kümmern wollte. Sie war körperlich selbst derart angeschlagen, dass sie die Großtierhaltung längst hätte aufgeben müssen. Der Schritt wurde ihr mit der Einlieferung ins Pflegeheim abgenommen. Nachbarn informierten den Tierschutzhof.

Tinka kam auf den Pferdeschutzhof und wird hier ihr restliches Leben verbringen. Vermittelbar ist das Tier aufgrund der Erkrankung und seines Alters nicht mehr. „Wir helfen ihr, wo wir können. Wir sind mit dem Herz dabei“, erklärt Patricia Kubik, Mitglied im Verein und ehrenamtliche Helferin. Und warum wird Tinka nicht einfach eingeschläfert? Bei derartigen Fragen kann Kubik nur mit dem Kopf schütteln: „Alte Leute erschießt man doch auch nicht!“.

Der Pferdeschutzhof versteht sich nicht als Gnadenhof, sondern als Großtierheim. Viele Pferde konnten hier wieder aufgepäppelt und anschließend vermittelt werden – in dieser Art und Weise einmalig in Thüringen. Bei Tinka ist dies mit Mehrkosten verbunden. Normalerweise schaut ein Hufschmied aller zwei Monate nach dem Rechten. „Tinka muss öfter behandelt werden. Hinzu kommen Schmerztherapien durch den Tierarzt und der größere Heubedarf schlägt auch zu Buche. Alles Kosten, die wir als Verein auffangen müssen“, so Vereinschef Dubiel.

Ein weitaus spannenderes Leben hat Car geführt. Er durfte Touristen durch Weimar kutschieren. Als das polnische Warmblut zunehmend lahmte und somit seinen Job nicht mehr erfüllen konnte, meldete sich sein Besitzer beim Pferdeschutzhof. Die Fehlstellung des Hinterbeines hatte er von Geburt an. Erst in letzter Zeit führte dies zunehmend zu Problemen bei Belastung. „Arbeitslos“, dreht der Wallach jetzt gemütliche Runden auf der Koppel in Großsaara. „Car ist ein tolles Pferd, ganz lieb. Er wäre ein hervorragendes Reitpferd“, schwärmt Patricia Kubik.

Aber leider kann die genaue Ursache durch die Tierärztin nicht festgestellt werden. Car müsste dafür geröntgt werden. Erst danach wäre entsprechend der Diagnose eine Behandlung möglich. „Wir müssten entweder mit dem Wallach nach Leipzig in die Tierklinik oder einen mobilen Röntger bestellen. Das kostet!“, so Dubiel.

Jedes der derzeit zwölf betreuten Pferde/Ponys hat seine eigene Geschichte. Da haben die neun Vereinsmitglieder alle Hände voll zu tun. Unterstützt werden sie von zwei Bundesfreiwilligendienstabsolventen. Weitere Unterstützung erfährt der Verein durch Paten und Spender. „Auch Futterspenden sind herzlich willkommen: Heu, Möhren, Bananen und Äpfel“, ruft der Vereinschef auf.

Kontakt Pierre Dubiel, Telefon 0174/3437748; Kerstin Kubik, Telefon 0171/2051914.

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2 Kommentare
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Nancy Hahn aus Gera | 17.09.2014 | 16:56  
12.762
Renate Jung aus Erfurt | 18.09.2014 | 19:20  
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