Türen und Herzen geöffnet. Familie Peter aus Förthen hilft Holocaust-Überlebenden und Bedürftigen in Israel

Für Ruth Peter bleiben im heimischen Förthen (Landkreis Greiz) nur wenige Tage Zeit, den letzten Israel-Aufenthalt nachzubereiten und den kommenden vorzubereiten.
„Wir kommen wieder!“, so das eindeutige Fazit von Ruth und Jochen Peter nach ihrem ersten Israel-Urlaub 2008. Der nächste Aufenthalt sollte noch intensiver werden. Wie das funktionieren könnte, hat das Förthener Ehepaar nur wenige Monate später erfahren. Ein paar Dörfer weiter hat sich bei einer Kirchenveranstaltung der Verein der Sächsischen Israelfreunde vorgestellt. Da war unter anderem die Rede vom Handwerkerdienst. Deutsche Handwerker finden sich in kleinen Gruppen von acht, neun Leuten zusammen und unterstützen Holocaust-Überlebende und hilfsbedürftige Menschen in Jerusalem bei Wohnungsrenovierungen. Ohne einen Lohn zu erwarten, opfern die Helfer ihre Zeit und ihr Geld. Sie wollen etwas geben und erhalten dabei Dankbarkeit und Segen.

Anfang vorigen Jahres kehrten die Peters erstmals nach Jerusalem zurück. Nicht als Touristen, als helfende Handwerker. Ruth Peter spricht von Versöhnungsarbeit und bezieht sich dabei auf die unrühmliche deutsche Geschichte. Worte, um die Verbundenheit zum jüdischen Volk auszudrücken, findet sie in der Bibel „Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott.“ (Jesaja 40.1). Bestätigt finden die Peters ihre ehrenamtliche Arbeit zudem in den Bibelworten „Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“ (2. Samuel 15.21). Nicht als deutscher Besserwisser legen sie in Jerusalem Hand an. „Es ist ein taktvoller Umgang miteinander“, betont sie, manchmal in hebräisch, oftmals in englisch, aber auch schulrussisch, in deutsch oder eben mit den sprichwörtlichen Händen und Füßen.

Das Ehepaar findet Gefallen an dieser außergewöhnlichen Art der Völkerverständigung und Unterstützung. Nicht, dass sie in Förthen nichts zu tun hätten. Schließlich betreiben sie eine Töpferei. Aber schließlich sind die vier Kinder schon groß und längst selbstständig. So machte sich das Ehepaar im April wieder auf gen Israel. „Der Handwerkerdienst wächst. Nicht nur die Anfragen seitens der dortigen Partner kommen immer häufiger, auch die Zahl der helfen wollenden Handwerker wird größer“, erklärt Ruth Peter und kommt auf den Umstand zu sprechen, dass dies von Deutschland aus kaum noch zu koordinieren ist. Und so beginnen die Peters erstmals, die Einsätze vor Ort zu managen. Seine Fortsetzung findet diese Arbeit im Herbst, diesmal gleich für zwei Monate. Sozialarbeiter kontaktieren, Kontakte knüpfen, Handwerker einteilen, gute Baumärkte suchen, Material beschaffen.

Nur auf das Managen will das Ehepaar seine Arbeit dennoch nicht reduzieren. Die Begegnung mit alten jüdischen Menschen liegt ihnen am Herz. Zwar erst vor kurzem in Förthen angekommen, fiebern sie bereits heute ihrem nächsten Aufenthalt in Jerusalem Anfang nächsten Jahres entgegen. Die Menschen dort öffnen den Handwerkern nicht nur ihre Türen, sie öffnen auch ihre Herzen.

Mehr Informationen zum Handwerkerdienst und dem Verein Sächsische Israelfreunde sind auf www.zum-leben.de zu finden.
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3 Kommentare
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Gunter Linke aus Saalfeld | 19.12.2013 | 17:36  
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Hannelore Grünler aus Artern | 19.12.2013 | 20:38  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.12.2013 | 03:15  
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