Von wegen nur spielen. Modelleisenbahnclub Weida lädt dieses Wochenende ein

Vereinschef Detlef Serbser an der großen H0-Anlage. Der Modelleisenbahnclub Weida lädt dieses Wochenende ein.
Weida: Bürgerhaus | „Die spielen doch nur“, ist der Vorwurf eher hinter vorgehaltener Hand zu hören. Detlef Serbser, Vorsitzender des Modelleisenbahnclubs (MEC) Weida e.V., kann darüber nur schmunzeln: „Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, die Eisenbahn unserer ostthüringischen Heimat ins Bewusstsein zu bringen. Wir bauen Strecken nach, die mittlerweile stillgelegt und teils verschwunden sind“.

Als Beispiele fügt er den Bahnhof Münchenbernsdorf an. Vor etwa zwei Jahren wurden dort die Gleise rückgebaut, heute steht nur noch das Bahnhofsgebäude. Am Bahnhof Lederhose – das Gebäude ist in privater Hand – wurde bis auf ein kleines Teilstück die Strecke komplett demontiert. In Weida entsteht sie derzeit neu, 87 Mal kleiner als das ursprüngliche Original. Ebenso ist in die große H0-Modulanlage das Modell des Oschütztalviadukts integriert. Um den Erhalt des Originals kämpft ein weiterer Weidaer Verein.

Serbser wird nicht müde, Beispiele aufzuzählen. Immer wieder erlebt er, wie Opas mit ihren Enkeln vor der Anlage stehen und auf die Lederwerke zeigen: „Hier habe ich mal gearbeitet“. Und dann sprudeln die Erinnerungen und Geschichten.

Damit es mit dem Wiedererkennungswert klappt, ist zuvor jede Menge Arbeit erforderlich: Es wird recherchiert, Unterlagen aus Archiven und Privatbesitz werden zusammen getragen. In Münchenbernsdorf rückten die Vereinsmitglieder mit Zollstock und Bandmaß an. Anhand von Fotos und Plänen entstehen die ersten Skizzen, bevor es an den Nachbau nach standardisierter FREMO-Norm geht. „Modelleisenbahner pflegen eins der kreativsten und vielfältigsten Hobbys“, fasst es der Vereinschef zusammen. Das beginnt bei der Planung, geht über Tischlerarbeiten und Elektrik/Elektronik bis hin zum Landschaftsbau. „Heute wird nicht einfach nur noch eine Grasmatte drauf geklebt“.

16 Mitglieder vom Servicetechniker bis zum Anwalt zählt der Verein momentan, darunter sechs Schüler und Jugendliche. „Den Nachwuchs fürs Handwerk zu begeistern, ist heutzutage nicht einfach“, resümiert Serbser. Kinder wachsen in einer digitalen Welt auf. Dem entsprechend wird die TT-Anlage, die sie momentan selbst unter Mithilfe der älteren Vereinsmitglieder bauen, vollkommen digital gesteuert.

Eine gute Gelegenheit, den Vereinsmitgliedern über die Schulter zu schauen, zu fachsimpeln, die Weihnachten heiß gelaufene eigene Lok reparieren zu lassen und die Anlagen zu bestaunen, besteht am 31. Januar und 1. Februar 2015, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Desweiteren präsentiert der 1. Rudolstädter Modellbahnclub das Modell der Oberweißbacher Bergbahn. Interessenten sind in den Vereinsräumen im Bürgerhaus Weida, Neustädter Straße 2 (linker Seiteneingang) herzlich willkommen.

Interessenten können auch sonst gern zu den Clubabenden kommen. Die Vereinsmitglieder treffen sich immer dienstags, ab 17 Uhr.
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Renate Jung aus Erfurt | 28.01.2015 | 17:44  
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