„Wir wollen unsere Parkeisenbahn fahren sehen“ Parkeisenbahner vollbringen bei Beseitigung der Unwetterschäden ein kleines Wunder

Seit Samstag der vorigen Woche heißt es wieder freie Fahrt für die Parkeisenbahn. Nach dreiwöchigen Aufräumarbeiten gaben Geras Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn und Hilmar Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins der Parkeisenbahn Gera die Strecke wieder frei.
 
Alles hat seine Ordnung. Maximilian Schmidt gibt das Abfahrtssignal.
Gera. Seit vergangenem Samstag, punkt 13.00 Uhr, fährt sie wieder, die Geraer Parkeisenbahn. Mit wenigen Handgriffen setzte Frank Gantke die „Möhre“, wie die Parkeisenbahner ihre batteriebetriebene Lok liebevoll nennen, in Fahrt. Frank Gantke zählt zu den gestandenen Eisenbahnern. Seit 18 Jahren fährt er mit der Parkeisenbahn durch den Martinsgrund. Und doch hat diese Fahrt etwas Besonderes. Es ist die erste Fahrt nach den sinnflutartigen Regenfällen vom 5. und 6. Juli 2012, die Geraer heimgesucht hatten.

„Als wir die Schäden in Augenschein genommen hatten, waren wir alle der Meinung, in diesem Jahr fährt keine Parkeisenbahn mehr“, gesteht Hans-Joachim Lassmann, Leiter der städtischen Parkeisenbahn. Das drei Wochen später, dann doch das Signal am Bahnhof „Wolfgehege“ wieder auf freie Fahrt steht, erscheint fast wie ein kleines Wunder.

„In den Uniformen seht ihr heute so schick aus. Bisher kenne ich Euch nur beim Arbeiten“, so Geras Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn, anlässlich der Wiedereröffnung der Parkeisenbahn.

Viele hatten nach der „schrecklichen Katastrophe“, wie Ralf Thalmann, Geschäftsführer der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH, die Situation der Parkeisenbahn nach dem Unwetter so treffend bezeichnete, zugegriffen und in den zurückliegenden drei Wochen im wahrsten Sinn de Wortes ein kleines Wunder vollbracht.

„ Wir wollen unsere Parkeisenbahn fahren sehen“, soll einer der jungen Parkeisenbahner gesagt haben, erinnert sich Hans-Joachim Lassmann und fügte an, „ein Motto, was uns alle beflügelte.“

„Schon am ersten Wochenende wurde geschaufelt was das Zeug hält. Bis zum Schluss haben sie gekeult. Not schweißt eben zusammen. Wir sind Stolz auf unserer Parkeisenbahner“, so Hans-Joachim Lassmann und erinnert daran, dass die Parkeisenbahner ja nicht zur Arbeit da sind, sondern mit ihrem ehrenamtlichen Engagement den Fahrbetrieb aufrecht erhalten sollen.

Einer der „Wühler“ wie Hans-Joachim Lassmann seine Parkeisenbahner in dieser Situation scherzhaft nannte, war Sebastian Gumprecht. Der künftige Siebenklässler aus der Regelschule Debschwitz habe sich voll ins Zeug gelegt und gemeinsam mit all den anderen, eben dieses kleine Wunder vollbracht.
Als selbstverständlich sieht auch GVB-Geschäftsführer Ralf Thalmann die Hilfe seines Unternehmens für die Parkeisenbahn an. Der Slogan „Große Bahn hilf kleine Bahn“ gewinnt in der Situation noch eine besondere Bedeutung, so kam doch das Angebot zur Hilfe von den GVB-Mitarbeitern selbst. Das aus der Hilfe in der Not, mehr werden kann, darüber wollen sich Hans-Joachim Lassmann und Ralf Thalmann in nächster Zeit verständigen. Angedacht ist eine gemeinsame Vereinbarung, die unter anderem auch die Durchsicht der Loks einschließt.

Ein Synergieeffekt, von denen sich Dr. Viola Hahn für die Stadt Gera noch mehr wünscht.

Nicht unerwähnt sollte, so Hilmar Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins der Parkeisenbahn Gera, bleiben, dass das Geraer Verkehrsunternehmen seit Jahren schon die Parkeisenbahn unterstützt, sei es bei der Gleisdurchsicht oder der Gleisvermessung.

Das in dieser kürze der Zeit die Räder auf der 800 m langen Strecke durch den Martinsgrund wieder rollen, ist auch den zuständigen Behörden der Stadt Gera zu danken, galt es doch den Schienenstrang an verschiedenen Stellen zu schottern, eine Maßnahme, die der Förderverein der Parkeisenbahn Gera nicht allein stemmen konnte, da dafür einige Tausend Euro notwendig waren.

„Das Fahren mit der Parkeisenbahn ist für viele ein kleines Highlight. So war es besonders wichtig, dass sie jetzt in der Ferienzeit wieder fährt. Was seitens der Stadt möglich war, haben wir getan. Ich bin stolz über soviel ehrenamtliches Engagement“, so Geras Oberbürgermeisterin.

Die Parkeisenbahn rollt wieder, doch für das Team um Hans-Joachim Lassmann und Hilmar Schmidt gibt es auch in den kommenden Wochen noch einiges zu tun, bis alle Schäden, die das zweitägige Unwetter hinterlassen hat, beseitigt sind.
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