Zum Mahnen und Gedenken – Die Gedächtniskapelle Ronneburg in der Neuen Landschaft wird am 20. August geweiht

Die Gedächtniskapelle Ronneburg erinnert in der Neuen Landschaft an die verschwundenen Dörfer und an den Uran-Bergbau in der Region.
 
Die Initiatoren Frank Lange, Pfarrer i.R. Roland Geipel und Hans-Dieter Barth (v. li.) – hier vereint im Rohbau 2013 – freuen sich, dass ihre Vision zum Gedenken Wirklichkeit wurde.
Ronneburg: Neue Landschaft |

Nun ist sie also fertig – die Gedächtniskapelle in der Neuen Landschaft Ronneburg an den Lichtenberger Kanten. Das rund zehn Quadratmeter große Gotteshaus steht symbolisch am Rande des ehemaligen Ortes Schmirchau, der 1954 dem Uran-Bergbau weichen musste.

„Ideen dazu gab es bereits zu Beginn der Sanierung des ehemaligen Uran- Bergbau-Gebietes Mitte der 90er-Jahre“, erinnert sich Frank Lange vom Kirchlichen Umweltkreis Ronneburg und Mitglied im Kapellenverein. Die Kapelle sollte an die Folgen des Uranbergbaus in der Region erinnern, das Gedenken an die verschwundenen Dörfer wach halten und zeigen, wie der Uran-Bergbau die Region um Ronneburg geprägt hat, im Guten wie im Schlechten.

Erste konkrete Vorstellungen gehen auf Manfred Wöllner (1939 - 2010) und Pfarrer Johannes Dittrich (Linda) zurück. Wöllner selbst musste als junger Mann den Abriss seines Heimatortes Schmirchau miterleben. Zur Zeit der Expo 2000 galt das Sanierungsgebiet Ronneburg als ein Außenprojekt der Weltausstellung in Hannover. Schon zu dieser Zeit und im Zuge der Vorbereitungen zur Bundesgartenschau 2007 bemühten sich Mitglieder des Umweltkreises Ronneburg intensiv für ein Gotteshaus in der Neuen Landschaft, leider vergeblich. „Wir fanden jedoch Interesse für unser Vorhaben beim Bergbautraditionsverein Wismut und die geplante Kapelle wurde 2008 in das Zeitzeugenkonzept im Gebiet der ehemaligen Uran-Bergbau-Region aufgenommen“, sagt Frank Lange. Erste Hochrechnungen und Planungsmodelle überstiegen jedoch die finanziellen Möglichkeiten des Kapellenvereins, der im Zuge der Projektierung entstand.

Die Mitglieder und Unterstützer haben aber ihr Ziel nie aus den Augen verloren. Dann war es eher ein Zufall, der 2011 wieder Bewegung in die Sache brachte. Die Familien der Initiatoren Frank Lange und Hans-Dieter Barth entdecken bei einem gemeinsamen Urlaub in Tirol in der Nähe von Kufstein die kleine „Friedenskapelle“ am Wegesrand. Sie schien wie geschaffen für die Neue Landschaft zu sein. Nachforschungen und erste Kontaktaufnahmen mit dem österreichischen Architekten Reinhard Ehrenstraßer machten Hoffnung. Mitte 2012 konnte tatsächlich die Arbeit an der Gedächtniskapelle beginnen. Aus dem Fertigbauprinzip ist aus Kostengründen die Steinbauweise geworden. Unter Federführung vom kirchlichen Umweltkreis Ronneburg und dem Verein Gedächtniskapelle Ronneburg e.V. erfolgte die Finanzierung ausschließlich aus Spenden. „Wie in Österreich beim Bau der Friedenskapelle ist auch in Ronneburg der Zusammenhalt gewachsen“, stellen Frank Lange und Roland Geipel fest. Seit Oktober 2013 vertritt Pfarrer i. R. Geipel als Vorsitzender den Verein mit nach Außen.

Das geplante Bauwerk entstand sprichwörtlich Stein um Stein. In ihrer freien Zeit und in ehrenamtlicher Arbeit haben die Vereinsmitglieder mit familiärer Unterstützung die Kapelle in Handarbeit errichtet. Um den Kern von sechs Initiatoren sind bis zu 24 Helfer am Bau beteiligt. „Ohne das große Engagement und die hohe Spendenbereitschaft von Handwerkern aus der Region, Bürgern und Vereinsmitgliedern hätte man das Projekt jedoch nicht umsetzen und erfolgreich zu Ende bringen können“, sagt Lange und zeigt die Spendenliste mit über 100 Namen.

Künftig wird das kleine Gotteshaus vom Frühjahr bis Herbst tagsüber geöffnet sein, und vorbeikommende Wanderer und Radfahrer zum Verweilen und Gedenken einladen. Wechselnde Ausstellungen zur Geschichte der verschwundenen Dörfer und den Auswirkungen des Uran- Bergbaus auf Mensch und Natur werden die Besucher informieren. Die konfessionsübergreifende Kapelle soll auch ein Ort der Begegnung und der Andacht sein.
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2 Kommentare
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 19.08.2015 | 15:34  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.08.2015 | 01:00  
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